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Fraunhofer-Forschungsneubau in Hermsdorf wird eingeweiht

07.05.2014 - (idw) Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS

Thüringen. Zwei Jahre nach der Grundsteinlegung wird heute im Beisein der thüringischen Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und des Wissenschaftsministers Christoph Matschie der dreistöckige Erweiterungsbau des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme IKTS am Standort Hermsdorf feierlich eingeweiht. Die geschaffenen Kapazitäten ermöglichen den Ausbau der industrienahen Forschung im umwelttechnologischen Bereich und versprechen die Erschließung neuer Anwendungen der Hochleistungskeramik. Mit der Errichtung neuer Labor-, Büro- und Technologieflächen auf 2 775 m² baut das Fraunhofer IKTS die verfahrenstechnischen Grundlagen zum Scale-up weiter aus. Von hier leistet das Institut national, international sowie im Rahmen der Thüringer Initiative »GreenTech Campus« einen wesentlichen Beitrag zur Förderung, Entwicklung und zum Ausbau energie- und umweltfreundlicher Lösungen. Umfassendes Werkstoff-Know-how, moderne Fertigungstechnologien und integrative Systemkonzepte kennzeichnen Europas führende Forschungseinrichtung auf dem Gebiet der Technischen Keramik.

Investition in die lokale Wertschöpfung

Mit dem Erweiterungsbau steht den Mitarbeitern die notwendige Fläche zur
Umsetzung der geplanten Entwicklungsarbeit zur Verfügung. Für den Bau und neue wissenschaftliche Ausrüstungen stellte die Europäische Union 13,5 Millionen Euro aus dem »Operationellen Programm Thüringen 20072013« bereit. Weitere 4,5 Mio. Euro stammen zu jeweils gleichen Teilen aus Mitteln des Freistaats Thüringen und des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Für das lokale industrielle Netz-werk spielen die Neuentwicklungen des Fraunhofer IKTS eine bedeutsame Rolle.

Vorstoß in neue Applikationsfelder für Keramik

Die strategischen Forschungsschwerpunkte konzentrieren sich auf die Leitmärkte
Kreislauf- und nachhaltige Wasserwirtschaft, Rohstoffeffizienz sowie umweltfreundliche Energien und Energiespeicherung. In neuen kontaminationsarmen Laboratorien und Technika erfolgt die Synthese hochreiner Oxidkeramiken für Anwendungen in der Optik, Lasertechnik-, Beleuchtungs- und Messtechnik. Im angrenzenden Membrantechnikum werden Produktionsverfahren für keramische Membranen zur Reinigung und Aufbereitung von Wasser, Gasen sowie Wertstoffen erprobt und erstmalig unter realen Bedingungen getestet. Ein weiteres Technikum dient der Pilotierung völlig neuartiger Oberflächentechnologien und keramischer Hochleistungsbeschichtungen für Faserverbundwerkstoffe. Wachsende Anwendungen ergeben sich in der Medizintechnik, der Automobilbranche, im Maschinen- und Leichtbau.

Mit einer personellen Erweiterung ist bei erwarteter konjunktureller Entwicklung zu rechnen. Bis Ende 2015 soll die Mitarbeiterzahl im Forschungs- und labortechnischen Bereich von 130 auf 150 steigen. Eine Chance für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Forschungsneubau in Zahlen

Forschungsthemen
Neue Werkstoffe und Technologien für die Reaktions- und Umwelttechnik
Neue oxid- und optokeramische Werkstoffe und Komponenten

Oberflächentechnik und innovative Schichten für Faserverbundwerkstoffe

Bauherr
Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., München

Architekt
Gewers & Pudewill GPAI GmbH, Berlin

Bruttogrundfläche
5 740 m²

Im Verlauf des Bauvorhabens wurden
9 000 m³ Erde ausgehoben
3 500 m³ Beton verbaut
500 t Stahlbewehrung eingebaut
80 km Elektro- und Datenkabel sowie
25 km Rohrleitungen für technische Gase, Druckluft, Kühlwasser verlegt. Anhang
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