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Brauchen Märkte Demokratie?

07.05.2014 - (idw) Universität Wien

Die komplexe Wechselbeziehung zwischen marktwirtschaftlichen Reformen und autokratischer Herrschaft ist Thema einer internationalen Konferenz vom 15. bis 17. Mai an der Universität Wien. Am Beispiel von Osteuropa und Ostasien werden zwei Großregionen mit unterschiedlichen Entwicklungen verglichen. Die Eröffnungsvorträge halten OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny sowie Volkswirt und Sinologe Carsten Herrmann-Pillath, Frankfurt School of Finance & Management. Im Rahmen eines Roundtable diskutiert Susanne Weigelin-Schwiedrzik, Vizerektorin und Sinologin der Universität Wien, mit den renommierten ExpertInnen Wolfgang Merkel (Berlin), Anna Krasteva (Sofia) und Mitchell A. Orenstein (Boston). Können Autokratien liberale Wirtschaftsreformen "überleben"? Sind sie gar effektiver als Demokratien in der wirtschaftlichen Umgestaltung? Oder sind freie Marktwirtschaft und Demokratie langfristig doch aufeinander angewiesen und verstärken sich wechselseitig? Seit den 1980er Jahren sind die einst sozialistisch wirtschaftenden Großregionen Ostasiens und Osteuropas in tiefgreifenden ökonomischen und teils gesellschaftlichen Wandlungsprozessen begriffen. Die gesellschaftlichen Bedingungen und Auswirkungen dieses Wandels, insbesondere auf die Formen politischer Herrschaft, werden seither kontrovers diskutiert. Eine internationale Zusammenkunft renommierter ExpertInnen, u.a. aus Politikwissen¬schaft, Sinologie, Geschichte, Wirtschaftswissenschaften und Anthropologie tagt vor diesem Hintergrund vom 15. bis 17. Mai 2014 an der Universität Wien.

Vorträge von OeNB-Gouverneur Nowotny sowie Volkswirt und Sinologen Herrmann-Pillath

Für den Auftakt konnten mit Ewald Nowotny, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank, und Carsten Herrmann-Pillath, Professor für Business Economics an der Frankfurt School of Finance & Management, zwei renommierte Referenten mit volkswirtschaftlicher und sinologischer Expertise gewonnen werden. "Wir erhoffen uns von der Konferenz Aufschluss vor allem über die Zusammenhänge von marktwirtschaftlicher Reform und autokratischer bzw. demokratischer Herrschaft", so Dieter Segert, Professor für Transformationsprozesse in Mittel-, Ost- und Südosteuropa am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien. Denn die lang dominante Prognose, dass die Liberalisierung von Märkten langfristig demokratisierend wirken würde, stehe angesichts von Entwicklungen in Ostasien aber auch in Osteuropa zunehmend in Zweifel.

Roundtable zur Transformation in Ostasien und Osteuropa

Ein prominent besetzter Roundtable wird die Diskussion am ersten Konferenztag vertiefen und eine vergleichende Bilanz der zurückliegenden 25 Jahre der Transformation in Ostasien und Osteuropa ziehen. Mit der Ostasienwissenschaftlerin und Vizerektorin der Universität Wien Susanne Weigelin-Schwiedrzik diskutieren der Berliner Demokratieforscher und Politologe Wolfgang Merkel, die Soziologin Anna Krasteva (Sofia) sowie der Experte für Internationale Beziehungen und Politische Ökonomie Mitchell A. Orenstein (Boston). Moderiert wird die Runde von Philipp Ther, Professor am Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien.

Die vom Institut für Politikwissenschaft gemeinsam mit dem Institut für Ostasienwissenschaften und dem Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien organisierte Konferenz findet im Rahmen der interdisziplinären Forschungsplattform "Wiener Osteuropaforum" statt.

Public Lectures von E. Nowotny und C. Herrmann-Pillath:
The Transformative Potential of Fragmented Authoritarianism: The Future of Capitalism and Democracy in China (Herrmann-Pillath)
East Central European Catch-Up-Modernization: Conditions of Success or of Failure (Nowotny)
Zeit: Donnerstag, 15. Mai 2014, 18 Uhr
Ort: Oesterreichische Nationalbank, Otto-Wagner-Platz 3, 1090 Wien (Veranstaltungssaal)

Anmeldung erbeten unter: osteuropastudien@univie.ac.at

Public Roundtable mit W. Merkel, A. Krasteva, M. Orenstein und S. Weigelin-Schwiedrzik:
The "Dual Transformation" Revisited After 25 Years: Connections Between Demo-/Autocracy and Market Economy
Zeit: Freitag, 16. Mai 2014, 17.30 Uhr
Ort: Institut für Osteuropäische Geschichte am Campus der Universität Wien, 1090 Wien, Spitalgasse 2, Hof 3

Die Konferenz "Autocracy and Market Economy. The Transformation in Eastern Europe and East Asia in Comparison" findet von 15. bis 17. Mai (Beginn Freitag und Samstag jeweils 9:00 Uhr) am Institut für Osteuropäische Geschichte am Campus der Universität Wien, 1090 Wien, Spitalgasse 2, Hof 3, statt.

Programm und weitere Informationen: www.osteuropaforum.at/tagung

Wissenschaftlicher Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Dieter Segert
Institut für Politikwissenschaft
Universität Wien
1090 Wien, Universitätsstraße 7
T +43-1-4277-477 22
dieter.segert@univie.ac.at

Interviewanfragen
Dr. Tina Olteanu
Institut für Politikwissenschaft
Universität Wien
1090 Wien, Universitätsstraße 7
T +43-1-4277-494 41
tina.olteanu@univie.ac.at

Rückfragehinweis
Mag. Veronika Schallhart
Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
1010 Wien, Universitätsring 1
T +43-1-4277-175 30
M +43-664-602 77-175 30
veronika.schallhart@univie.ac.at

Die Universität Wien ist eine der ältesten und größten Universitäten Europas: An 15 Fakultäten und vier Zentren arbeiten rund 9.700 MitarbeiterInnen, davon 6.900 WissenschafterInnen. Die Universität Wien ist damit auch die größte Forschungsinstitution Österreichs sowie die größte Bildungsstätte: An der Universität Wien sind derzeit rund 92.000 nationale und internationale Studierende inskribiert. Mit über 180 Studien verfügt sie über das vielfältigste Studienangebot des Landes. Die Universität Wien ist auch eine bedeutende Einrichtung für Weiterbildung in Österreich. 1365 gegründet, feiert die Alma Mater Rudolphina Vindobonensis im Jahr 2015 ihr 650-jähriges Gründungsjubiläum. www.univie.ac.at Weitere Informationen:http://www.osteuropaforum.at/tagung - Programm und weitere Informationen Anhang

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