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Psychosomatische Sprechstunde im Betrieb" senkt die Schwelle für eine Inanspruchnahme

07.05.2014 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Ulmer und Tübinger Wissenschaftler des Kompetenzzentrums untersuchen neues interdisziplinäres Angebot in Betrieben und Behörden Kann eine "Psychosomatische Sprechstunde im Betrieb" (PSIB) dazu beitragen, dass psychosomatische Leiden nicht chronisch werden? Ein Projekt, das im Rahmen des Kompetenzzentrums gefördert und von Professor Dr. Harald Gündel, Ärztlicher Direktor der Psychosomatischen Klinik am Universitätsklinikum Ulm, geleitet wird, untersucht, welche Erfahrungen Betriebsärzte, Hausärzte, Psychotherapeuten und Personalverantwortliche mit dieser Form der Prävention gemacht haben. Erste Studien mit Patienten haben bereits Hinweise auf eine Wirksamkeit dieses Angebotes gegeben. Ziel ist es nun, die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Berufsgruppen zu analysieren und weiter zu verbessern.

In der "Psychosomatischen Sprechstunde im Betrieb" (PSIB) können Mitarbeiter eines Betriebes oder einer Behörde eine Spezialsprechstunde am Arbeitsplatz in Anspruch nehmen. Diese wird in enger Abstimmung mit dem Betriebsmediziner durchgeführt und nutzt vorhandene Strukturen, z.B. Sprechzimmer.

"Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt nehmen zu", berichtet Professor Gündel. "Gleichzeitig fehlen Plätze in der ambulanten psychotherapeutisch/psychosomatischen Versorgung." Oft befürchteten die Betroffenen eine Stigmatisierung; unbehandelte Beschwerden würden dann chronisch. Deshalb sollte die Schwelle für die Inanspruchnahme eines Versorgungsangebot so niedrig wie möglich sein, z.B. im Rahmen eines Besuchs beim Betriebsarzt.

Auf die gute Zusammenarbeit der beteiligten Berufsgruppen kommt es an

In Ulm wurden insgesamt 174 Arbeitnehmer, die die PSIB aufgesucht hatten, befragt; vor allem Männer, die weniger lange krank waren, hatten das Angebot angenommen. Die Ulmer Erfahrungen werden von Untersuchungen im Ausland unterstützt: Die PSIB ist voraussichtlich eine sinnvolle Maßnahme gegen eine Chronifizierung psychischer und psychosomatischer Beschwerden.

Zusammen mit der Betriebsmedizin sollte der neue Versorgungsbaustein "Psychosomatische Sprechstunde" auch in Zukunft verstärkt am Arbeitsplatz aufgebaut werden. Gleichzeitig wurde in den ersten Untersuchungen aber deutlich, dass der Erfolg der Sprechstunde im Betrieb wesentlich von der guten Zusammenarbeit der beteiligten Berufe abhängt (z.B. Betriebsmediziner, Sozialarbeiter, Personalabteilung, ggfs. Betriebsrat, Hausarzt und niedergelassene Psychotherapeuten).

Internet:

Unterlagen der Pressekonferenz vom 7. Mai 2014: http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Presseunterlagen.22.0.html

http://www.kompetenzzentrum-prävention-bw.de

http://www.uniklinik-ulm.de/index.php?id=1419

Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Harald Gündel
Ärztlicher Direktor
Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Am Hochsträß 8
89081 Ulm
Harald.guendel@uniklinik-ulm.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
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Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 2.200 Betten werden jährlich rund 118.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und rund 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

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Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter

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