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Biberacher Forum Gebäudetechnik: Von der Natur abgeguckt

15.01.2004 - (idw) Fachhochschule Biberach

Gebäudeautomation und Innovative Gebäudetechnik: Unter diesem Titel präsentiert sich das fünfte Forum Gebäudetechnik an der Fachhochschule Biberach Ende Januar. Dabei präsentieren die Veranstalter - Bauakademie Biberach und Innovationsnetzwerk Gebäudeautomation - spannende Themen: Vom effizienten Energiemanagement bis zu Analogiebeispielen aus der Natur.


Prof. Dr. Werner Nachtigall gründete an der Universität Saarbrücken die Ausbildungsrichtung "Technische Biologie und Bionik" und ist Refernt beim Biberach Forum Gebäudetechnik zum Thema "Bionik im Bauwesen - bautechnische Analogien aus der Natur". "Bionik" lautet der Fachbegriff hierfür und setzt sich aus den Wissenschaftsfeldern Biologie und Technik zusammen. Prof. Dr. Werner Nachtigall beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dieser Synthese; an der Universität Saarbrücken gründete er die Ausbildungsrichtung "Technische Biologie und Bionik" und rief parallel dazu eine gleichnamige Gesellschaft ins Leben. Bionik bedeutet die Möglichkeit von der Natur zu lernen. Das wiederum, so Nachtigall, bedeute Wissen von den Konstruktionen und Verfahrensweisen der Natur auf die Technik zu übertragen. Dabei komme es entscheidend darauf an, nicht bloß die Natur zu kopieren sondern tatsächlich das "unendliche große Reich der natürlichen Konstruktion" für die Technik nutzbar zu machen, so der Naturwissenschaftler, der Biologie, Physik, Chemie und Geografie studiert und im Fach Zoologie promoviert hat.
Das Thema ist laut Nachtigall nicht neu: So untersuchte Leonardo da Vinci den Flügelschlag der Vögel und stellte - mit den Mitteln seiner Zeit - den Schlagflügel vor. Und so muss auch heute, wer Technische Biologie betreiben will, die Natur erforschen und beschreiben - unter Einbeziehung der technischen Wissenschaft, so der 70-Jährige. Wer erforsche, wie ein Vogel fliegt, nutze das Knowhow der Aerodynamik. Wer analysiere, warum ein Oberschenkelknochen beim Abfedern nach einem Hochsprung nicht bricht, der müsse auf die Kenntnisse der Technischen Statik zurückgreifen. Natur und Technik im perfekten Zusammenspiel.
Und auch im Bereich der Gebäudetechnik gibt es spannende Berührungspunkte. Klima- und Baubionik etwa. Hinter diesem Fachbegriff steht die Erkenntnis, dass der Mensch auch für passive Lüftung, Kühlung oder Heizung in der Natur ideale Vorbilder findet. So sind die Termiten regelrechte Experten in der idealen Ausrichtung ihrer Bauten zu Sonne und Wind. Höhlensysteme in die Erde, Luftführung vom kühlen Erdreich in die sonnenwarme Räume, Energiespeicherung in wärmeaufnehmende Systeme - mit der Übernahme solcher natürlicher Prinzipien können Energieeinsparungen von bis zu 80 Prozent erzielt werden.

Welche verblüffenden Beispiele aus der Natur Nachtigall in diesem Themenbereich noch zu bieten hat, das verrät er beim Forum Gebäudetechnik in seinem Vortrag "Bionik im Bauwesen - bautechnische Analogien aus der Natur" (Donnerstag, 28. Januar, 16.30 Uhr).
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