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Fünf Jahre Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen:

10.05.2014 - (idw) Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und BMBF-Staatssekretär Thomas Rachel eröffnen Festakt

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) feiert sein fünfjähriges Bestehen mit einem Festakt am heutigen Abend. Ein öffentlicher Wissenschaftstag findet am morgigen Samstag statt. In der erfolgreichen Aufbauphase konnten wir die nötigen internen Strukturen für hochqualitative Wissenschaft schaffen und uns international positionieren. Bereits in dieser Phase haben die immer zahlreicheren Forschungsgruppen neue wegweisende Erkenntnisse im Bereich der Diagnose, Therapie und Versorgung neurodegenerativer Erkrankungen liefern können, so Prof. Pierluigi Nicotera, wissenschaftlicher Vorstand und Vorstandsvorsitzender des DZNE. Das DZNE konnte mit dem Aufbau seiner neun Standorte eine erste Basis schaffen, um die verschiedenen Expertisen zu verknüpfen und translationale Forschung zu betreiben. Neurodegenerative Erkrankungen sind sehr komplex, daher benötigen Lösungen einen umfassenden strategischen und multidisziplinären Ansatz durch die Zusammenarbeit verschiedener Felder, sagt Nicotera.

Das DZNE wurde am 3. April 2009 offiziell als 16. Helmholtz-Zentrum und eines der ersten Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den beteiligten Bundesländern gegründet. Kompetenzen bündeln, eine ganz neue Struktur in der Gesundheitsforschung schaffen - so war die Gründungsidee der damaligen Bundesregierung. Heute wirken deutschlandweit über 750 Mitarbeiter aus über 40 Nationen an neun Standorten des Zentrums. Nun feiert das DZNE sein fünfjähriges Bestehen mit einem Festakt und einem Wissenschaftstag. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, sagte anlässlich des Jubiläums: Unser Ziel ist es, nicht nur ein längeres, sondern zugleich auch ein gesundes und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen - und damit echte Lebensqualität zu gewährleisten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt dem DZNE rund 70 Millionen Euro für die Erforschung neuer Diagnose- und Therapieansätze von Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer zur Verfügung. Zugleich betonte Rachel: Das DZNE ist zu einer europaweit führenden und international anerkannten Einrichtung in der Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen geworden.

Bereits in den ersten fünf Jahren konnte das DZNE wichtige Erkenntnisse für die Diagnose, Prävention, Therapie und Versorgung liefern. Die Forscher am DZNE leisten hervorragende Arbeit für die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft. Es gibt sehr aussichtsreiche Lösungsansätze, die aktives, selbstbestimmtes und gesundes Altern ermöglichen können, betont Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen. Ich gratuliere dem DZNE, denn es ist ihm in besonderer Weise gelungen, den Weg zu neuen Lösungskonzepten im Kampf gegen neurodegenerative Erkrankungen zu bahnen.

Ergebnisse der Grundlagenforschung haben zu einem besseren Verständnis der Krankheitsentstehung und des Verlaufs vieler neurodegenerativer Erkrankungen geführt. DZNE-Forscher haben neue Richtlinien und bildgebende Verfahren entwickelt, um die Bewertung der Lern- und Gedächtnisleistung und damit die Diagnose zu verbessern. Zurzeit werden die Strukturen in der klinischen Forschung sowie den Populationsstudien weiter ausgebaut. Ziel dieser und weiterer DZNE-Studien ist, Erkrankungen des Nervensystems künftig zeitiger zu diagnostizieren und Therapien frühestmöglich ansetzen zu können.

Die Forscher der Populationsstudien arbeiten an der Umsetzung der Rheinland-Studie. Dabei handelt es sich um eine groß angelegte epidemiologische Untersuchung, in der Faktoren identifiziert werden sollen, die Einfluss auf die Hirnfunktion haben. Dazu sollen über 30.000 Menschen im Alter von 30 Jahren und mehr über einen Zeitraum von 30 Jahren regelmäßig untersucht werden. Im Bereich der Pflege und Versorgung analysieren DZNE-Forscher bestehende Versorgungsstrukturen und haben bereits neue Richtlinien zur Patientenpflege etabliert. Ziel ist, die Lebensqualität als auch den Gesundheitszustand von Patienten und deren Angehörigen zu erhalten oder sogar zu verbessern.

Der wissenschaftliche Erfolg des DZNE spiegelt sich bereits jetzt in der Veröffentlichung von über 1.400 Publikationen in international anerkannten Fachmagazinen wider. Das zeigt die hohe Qualität der Arbeitsgruppen in allen Forschungsfeldern. Zwei wissenschaftliche Begutachtungen durch nationale und internationale Experten im Jahr 2012 und 2013 bescheinigten dem DZNE eine herausragende wissenschaftliche Qualität.

Auch in den nächsten fünf Jahren stehen bedeutende Entwicklungen an, die die herausragende Position des DZNE festigen und weiteres Wachstum ermöglichen sollen. Eine Hauptaufgabe wird die Schaffung und der Bezug der an fast allen Standorten entstehenden neuen Forschungsflächen für das DZNE sein. All diese Baumaßnahmen werden erfreulicherweise vom BMBF, den beteiligten Sitzländern oder den Kooperationspartnern der Standorte finanziell unterstützt. In den nächsten fünf Jahren muss das DZNE mit seiner einzigartigen Struktur zeigen, dass hieraus auch ein Mehrwert im Sinne des Nutzens für Patienten und der wissenschaftlichen Forschungsleistung generiert wird, so Prof. Nicotera. Wir müssen und werden die gemeinsamen Anstrengungen mit den Universitäten, deren Kliniken und außeruniversitären Einrichtungen wie z.B. der Max Planck Gesellschaft und der Fraunhofer Gesellschaft und besonders der Industrie verstärken, um Lösungen für eine drohende Katastrophe im Gesundheitswesen und für die Menschen zu finden.

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