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DFG richtet 13 neue Graduiertenkollegs ein

12.05.2014 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Themen reichen von Wettbewerbsökonomie über den deutsch-russischen Kulturtransfer bis zur Analyse neuronaler Netze / 48 Millionen Euro Fördermittel für zunächst viereinhalb Jahre Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zur weiteren Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland 13 neue Graduiertenkollegs (GRK) ein. Dies wurde jetzt vom zuständigen Bewilligungsausschuss auf seiner Frühjahrssitzung in Bonn beschlossen. Die Einrichtungen werden zunächst viereinhalb Jahre lang gefördert und erhalten in dieser Zeit insgesamt etwa 48 Millionen Euro. Zusätzlich zu den 13 neuen Kollegs stimmte der Bewilligungsausschuss der Verlängerung von zwölf Kollegs für weitere viereinhalb Jahre zu. Die Graduiertenkollegs bieten Doktorandinnen und Doktoranden die Chance, in einem strukturierten Forschungs- und Qualifizierungsprogramm auf hohem fachlichem Niveau zu promovieren.

Insgesamt fördert die DFG zurzeit 208 GRK, darunter 42 Internationale Graduiertenkollegs (IGK); die 13 neuen Kollegs werden in der zweiten Jahreshälfte ihre Arbeit aufnehmen.

Die neuen Graduiertenkollegs im Einzelnen
(in alphabetischer Reihenfolge ihrer Sprecherhochschulen)

Das Graduiertenkolleg Quantenmechanische Vielteilchenmethoden in der kondensierten Materie wird gemeinsam von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der RWTH Aachen und des Forschungszentrums Jülich getragen. Es greift ein grundlegendes Problem der theoretischen Physik der kondensierten Materie auf: Ziel der Forscherinnen und Forscher des Kollegs ist es, wechselwirkende Vielteilchensysteme quantitativ möglichst realistisch und präzise zu beschreiben und Korrelationseffekte besser zu verstehen. Daneben lassen sich ihre Erkenntnisse aber auch in der Anwendung nutzen, etwa bei der Entwicklung funktionaler Materialien und der Nanoelektronik. Ein besonderer Mehrwert wird durch die Kombination und Weiterentwicklung verschiedener komplementärer Methoden zur Erforschung der Vielteilchensysteme erreicht.
(Sprecherhochschule: RWTH Aachen, Sprecher: Professor Dr. Volker Meden)

Unter der Überschrift Philosophie, Wissenschaft und die Wissenschaften untersucht ein neues Graduiertenkolleg an der HU Berlin den so der Untertitel des Projekts Dialog zwischen Formen und Modellen des Wissens im antiken griechischen, römischen und arabischen Denken. Die Doktorandinnen und Doktoranden wollen sich dabei schwerpunktmäßig auf Medizin und Mathematik und ihre Schnittstellen zur Philosophie konzentrieren. Dabei gibt es zwei Analyseebenen, nämlich zum einen die theoretische Reflexion der Beziehungen zwischen Philosophie und Wissenschaft, zum anderen die tatsächlich vollzogene Praxis.
(Sprecherhochschule: Humboldt-Universität zu Berlin, Sprecher: Professor Dr. Jonathan Beere)

Die Metrologie als die Wissenschaft vom präzisen und standardisierten Messen ist eine unverzichtbare Basis für die Natur- und Ingenieurwissenschaften und darüber hinaus für die Nachweisverfahren in der Medizin. Ein aktuell entstehender Bereich der Metrologie bezieht sich auf Nanosysteme. Dabei erfordern die Messgrößen der Nanometrologie neue Herangehensweisen hinsichtlich der Nachweisbarkeit kleinster Mengen und der Bestimmung von Messungenauigkeiten. Eine weitere Herausforderung besteht darin, die Standards für die SI-Einheiten, also das internationale Einheitensystem für physikalische Größen, durch Quanteneffekte in Nanosystemen zu realisieren und die SI-Einheiten damit ausschließlich auf Naturkonstanten zurückzuführen. Das GRK Metrology for Complex Nanosystems NANOMET will deshalb neue Ansätze zur Definition von Standardmessgrößen in komplexen Nanosystemen untersuchen.
(Sprecherhochschule: Technische Universität Braunschweig, Sprecher: Professor Dr. Meinhard Schilling)

Das Graduiertenkolleg Wettbewerbsökonomie will den Wettbewerb auf Märkten eingehender erforschen. Dazu sollen Methoden der Mikroökonomie, der statistisch-ökonometrischen Datenanalyse und der experimentellen Wirtschaftsforschung angewendet werden. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verfolgen einen industrieökonomischen Ansatz, der die Möglichkeiten und Grenzen des Wettbewerbs sowie die Ursachen und Wirkungen von Marktmacht ins Zentrum der Analyse rückt. So sollen Handlungsoptionen für Wettbewerbspolitik und Marktregulierung erschlossen werden. Das Kolleg unterscheidet dazu zwischen den drei Schwerpunkten Institutionen, Verbundene Märkte und Konsumverhalten.
(Sprecherhochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Sprecher: Professor Dr. Hans-Theo Normann)

In Frankfurt wird das GRK Nominale Modifikation eingerichtet. Das übergreifende Thema dieses sprachwissenschaftlichen Kollegs ist die Grammatik von Nominalausdrücken und deren Modifikation. Nomina können durch verschiedene Konstruktionen modifiziert werden, etwa durch Adjektive (das große Auto), durch Präpositionalphrasen (das Auto mit dem Schiebedach) oder durch Relativsätze (das Auto, das auf dem Parkplatz steht). Die zugrunde liegenden Mechanismen werden von den beteiligten Forscherinnen und Forschern analysiert: Dabei zählt nicht nur allein eine syntaktische oder semantische Perspektive, sondern es sollen insbesondere auch verschiedene linguistische Subdisziplinen berücksichtigt werden. Aufbauend auf diesem crosslinguistischen Ansatz soll eine international sichtbare linguistische Forschungsplattform entstehen.
(Sprecherhochschule: Goethe-Universität Frankfurt am Main, Sprecherin: Professorin Dr. Caroline Féry)

Licht kann als ideales Triggersignal fungieren, um chemische und biologische Reaktionen zu initiieren und räumliche oder zeitliche Folgeprozesse zu untersuchen. Insbesondere wenn fotolabile, also lichtunbeständige, chemische Verbindungen verwendet werden, können Systeme tatsächlich sehr präzise gesteuert werden. Von Uncaging spricht man, wenn diese chemischen Verbindungen eine gewünschte Reaktivität vorübergehend blockieren, sie jedoch mit Licht wieder entfernt werden können. Die bisherigen Steuerverfahren sind jedoch noch nicht ausgereift das Graduiertenkolleg Complex Scenarios of Light-Control soll deshalb über den jetzigen Stand der Technik hinausgehen und komplexe Lichtregulationsszenarien entwickeln. Diese sollen dann helfen, Protein- und RNA-Faltungsprozesse zu untersuchen, ebenso wie Transportprozesse durch Membrane sowie die Anordnung von Proteinen in drei Dimensionen.
(Sprecherhochschule: Goethe-Universität Frankfurt/Main, Sprecher: Professor Dr. Alexander Heckel)

Beim GRK Funktionelle Diversität von Cofaktoren in Enzymen stehen die titelgebenden Cofaktoren im Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Als Cofaktoren bezeichnet man verschiedene Moleküle und Molekülgruppen, die zum Ablauf einer (bio-)chemischen Reaktion beitragen und für die katalytische Aktivität von vielen Enzymen benötigt werden. Welche Rolle spielen diese Cofaktoren nun in komplexen enzymatischen Reaktionen? Dieser Frage geht das Kolleg nach, um so ein tief greifendes Verständnis katalytischer Mechanismen zu erlangen. Letztlich kann die Beantwortung dieser Fragestellung längerfristig auch zur Etablierung und Optimierung biotechnologischer Produktionsverfahren führen.
(Sprecherhochschule: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Sprecher: Professor Dr. Andreas Bechthold)

Kulturtransfer und kulturelle Identität Deutsch-russische Kontakte im europäischen Kontext ist der Titel eines deutsch-russischen Internationalen Graduiertenkollegs, bei dem Partner in Freiburg und Moskau kooperieren. An beiden Standorten zielt man darauf ab, die lange Tradition nationaler, bilateraler und internationaler Forschung zu deutsch-russischen Kulturkontakten in ein Konzept interdisziplinärer und internationaler Kulturtransferforschung zu überführen. Dabei soll der Gegenstandsbereich deutsch-russischer Kulturkontakte erweitert werden, nämlich besonders hinsichtlich ihrer Rückwirkungen auf die Konstruktion kultureller Identität. Die Untersuchung der deutsch-russischen Ko
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