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Ein Ende machen: Wie Film und Fernsehen entstehen erforscht Medienkulturwissenschaftlerin Diekmann

12.05.2014 - (idw) Stiftung Universität Hildesheim

Stefanie Diekmann untersucht, wie künstlerische Produktionen und Kultureinrichtungen in Dokumentarfilmen dargestellt werden und wie Medien in anderen Medien auftauchen. In ihrer Antrittsvorlesung fragt die Professorin für Medienkulturwissenschaft, wie Serienmacher ein Ende machen". Unter welchen Bedingungen entstehen Künste an der Universität Hildesheim entsteht seit einigen Jahren ein Forschungsschwerpunkt über das Davor" eines künstlerischen Produkts. Die Professoren Annemarie Matzke und Jens Roselt beobachten Probenprozesse im Theater, Bettina Uhlig untersucht im Bilddidaktischen Forschungsstudio, wie Kinder Bilder produzieren. Volker Wortmann nimmt Out-Takes unter die Lupe. Ihre Antrittsvorlesung an der Universität Hildesheim trägt den Titel Aufhören, Anfangen, The Sopranos" dabei dreht sich alles um den Anfang und das Ende von Fernsehserien, etwa jener, die von einer Mafiafamilie in New Jersey handelt. The Sopranos wurde von 1999 bis 2007 ausgestrahlt. Das Serienende ist eine dramaturgische, strukturelle und affektive Herausforderung am Ende einer extrem ausgedehnten Narration. Mich interessiert dabei, wie sich die Serienmacher mit der Aufgabe, 'ein Ende zu machen', arrangiert haben und welche Perspektiven das so genannte 'Official Ending' den Zuschauerinnen und Zuschauern eröffnet", sagt Stefanie Diekmann. Die Professorin für Medienkulturwissenschaft der Universität Hildesheim stellt sich am Mittwoch, 14. Mai 2014, um 18:15 Uhr in einer öffentlichen Antrittsvorlesung vor.

Unter welchen Bedingungen entstehen Künste an der Universität Hildesheim entsteht seit einigen Jahren institutsübergreifend ein Forschungsschwerpunkt über das Davor" eines künstlerischen Produkts. Die Professoren Annemarie Matzke und Jens Roselt beobachten Probenprozesse im Theater, Bettina Uhlig untersucht im neu aufgebauten Bilddidaktischen Forschungsstudio, wie Kinder über Bilder sprechen und Bilder produzieren. Volker Wortmann nimmt Film-Trailer und Out-Takes unter die Lupe. Stefanie Diekmann, die sich in der Forschung mit Dokumentarfilmen über künstlerische Produktion und Kunstinstitutionen befasst, forderte vor einem Jahr auf der Konferenz Making of" mehr Aufmerksamkeit für die Entstehungsbedingungen von Kunst". Das Statement richte sich an diejenigen die den Fokus primär auf Kunst als Werk richten also allgemein wenig Interesse am Prozess zeigen und an Forscher und Filmemacher, die allzu sehr mit der produktionsästhetischen Dimension der künstlerischen Arbeit befasst sind", so Diekmann heute. Mindestens ebenso interessant seien die organisatorischen, die soziologischen, die institutionellen und nicht zuletzt die materialen Aspekte der Produktion.

Die Hildesheimer Professorin erforscht, wie Medien in anderen Medien auftauchen und welches Bild Medien (indirekt) von sich selbst zeichnen, indem sie ältere, neuere oder allgemein konkurrierende Medien auf je spezifische Weise in Szene setzen". In den Lehrveranstaltungen Filmvermittelnder Film" und Bildproduktionen im Blick der Kamera" sind etwa ziemlich tolle Kurzfilme entstanden, teils auch von Studierenden, die bis dahin wenig praktische Filmerfahrung hatten", zeigt sich Diekmann erfreut und verweist auch auf größere Filmprojekte zum Thema Arbeits- und Lebensentwürfe, etwa birds are looking for a cage" und funfreedomfear". Bei den Studierenden beeindruckt mich das große Engagement, mit dem sie ihre Projekte planen und durchführen und die extrem gut ausgebildete Fähigkeit, auf Input zu reagieren, Material zu erfassen und zu beschreiben und für die eigene Arbeit produktiv zu machen."

Im Projektsemester Verschwendung" verwendet die Professorin mit Studierenden nun bis Juli 2014 viel Zeit, Energie und Kreativität, um filmische Leerstellen auszufüllen, um deren Auffüllung eigentlich niemand gebeten hat (Projekt Ellipsen zubauen"). Wir greifen auf einen Klassiker der Filmgeschichte zurück, der für seine Schnitte und Auslassungen sehr bekannt ist: Alfred Hitchcocks 'Psycho' von 1960", sagt Stefanie Diekmann.

Zur Person:
Stefanie Diekmann ist seit 2012 Professorin für Medienkulturwissenschaft und seit 2013 Geschäftsführende Direktorin am Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur der Universität Hildesheim. In ihrer Forschung befasst sie sich mit Theorie und Geschichte des Films und der Fotografie, mit Medienästhetik und Medienreflexion im Film. Zuvor hatte sie eine Professur für Medien und Theater an der LMU München sowie Gastprofessuren unter anderem an der FU Berlin, der EMW Potsdam und Europa-Universität Viadrina inne. Ihre Habilitation trägt den Titel Backstage Konstellationen von Theater und Kino" (2008), dafür hat sie in vier Jahren ungefähr 120 Filme aus 100 Jahren zum Theater gesichtet, darunter zahlreiche Hollywood-Streifen aus den 1940er und 50er Jahren. Sie promovierte 1999 mit der Arbeit Mythologien der Fotografie", war anschließend Wissenschaftliche Assistentin an der Europa-Universität Viadrina und Koordinatorin des DFG-Graduiertenkollegs Repräsentation-Rhetorik-Wissen". Gastdozenturen und Gastprofessuren führten Stefanie Diekmann seit 2005 an die Universität Bern, an die University of Texas/Austin und an das University College Cork. Die in den USA geborene Deutsche studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen.

Antrittsvorlesung:
Professorin Stefanie Diekmann befasst sich am Mittwoch, 14. Mai 2014, mit der Frage, wie Serienmacher zu einem Ende kommen. Die öffentliche Antrittsvorlesung mit dem Titel Aufhören, Anfangen, The Sopranos" beginnt um 18:15 Uhr in der Aula im Hohen Haus des Kulturcampus Domäne Marienburg (Domänenstraße Hildesheim). Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen.

In der PDF-Datei (Link untenstehend) erläutert Stefanie Diekmann ihre Forschung im Gespräch.


Medienkontakt:
Bitte wenden Sie sich an die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905) Weitere Informationen:http://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/lust-auf-verschwenden/ - Making of, Tagunghttp://- Institut für Theater, Medien und Populäre Kultur der Universität Hildesheim Anhang
Pressemitteilung als PDF / Interview mit Professorin Stefanie Diekmann, Medienkulturwissenschaftlern an der Uni Hildesheim
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