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DFG richtet 13 weitere Sonderforschungsbereiche ein

16.05.2014 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Themen von sprachlicher Kodierung über Atherosklerose bis zu Sicherheitslösungen in IT-Systemen / 93,1 Millionen Euro für erste Förderperiode Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet 13 weitere Sonderforschungsbereiche (SFB) ein. Dies beschloss der zuständige Bewilligungsausschuss der DFG auf seiner Frühjahrssitzung in Bonn. Die neuen SFB werden mit insgesamt 93,1 Millionen Euro für zunächst drei Jahre und neun Monate gefördert. Hinzu kommt eine 20-prozentige Programmpauschale für indirekte Kosten aus den Forschungsprojekten. Die neu bewilligten SFB befassen sich beispielsweise mit den Ursachen diabetischer Folgeschäden, mit Informationsdichte und sprachlicher Kodierung; andere haben kryptographiebasierte Sicherheitslösungen in IT-Systemen, Atherosklerose oder Konstruktionsprinzipien in Biologie und Architektur zum Forschungsgegenstand.

Vier der 13 eingerichteten Verbünde sind SFB/Transregio (TRR), die sich auf mehrere Forschungsstandorte verteilen. Zusätzlich zu diesen Einrichtungen stimmte der Bewilligungsausschuss für die Verlängerung von 19 SFB für jeweils eine weitere Förderperiode. Die DFG fördert damit ab Oktober 2014 insgesamt 245 Sonderforschungsbereiche.

Die neuen Sonderforschungsbereiche im Einzelnen
(in alphabetischer Reihenfolge ihrer Sprecherhochschulen)

Um bei schmelzebasierten Prozessen wie dem Metallguss und dem Kunststoffspritzguss einen hohen Präzisionsgrad zu erreichen, braucht es ein tief greifendes Verständnis der Schmelzeentstehung sowie der Prozesse, die sich während der Erstarrung ergeben. Darauf konzentriert sich das Forschungsinteresse des neuen Sonderforschungsbereichs Bauteilpräzision durch Beherrschung von Schmelze und Erstarrung in Produktionsprozessen. Ziel ist es, das Verhalten der Schmelze ausgehend von der Schmelzeentstehung über den Schmelzefluss bis zur Erstarrung multiskalig zu verstehen und kontrolliert führen zu können. Dies schafft die Voraussetzung für höhere Präzision und die Vermeidung von Prozessfehlern in und an schmelztechnisch hergestellten Bauteilen.
(Sprecherhochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH), Sprecher: Professor Dr. Reinhart Poprawe; außerdem beteiligt: ACCESS e.V. Aachen)

Komplexe Prozesse mit Skalenkaskaden bestimmen eine Vielzahl naturwissenschaftlicher Systeme. Ihre Simulation ist wegen der notwendigen sehr großen Zahl von Freiheitsgraden und skalenübergreifender Wechselwirkungen nach wie vor eine große Herausforderung. Der SFB Skalenkaskaden in komplexen Systemen will adäquate Modellierungstechniken entwickeln, mithilfe derer die Zielgrößen der jeweiligen Simulation effizient berechnet werden können. Dazu vereint er Forscherinnen und Forscher der Mathematik mit Kolleginnen und Kollegen der Biochemie, Physik und Geowissenschaften, die gemeinsam an der Vertiefung methodischer Entwicklungen für die Modellierung und Simulation von komplexen Prozessen mit Skalenkaskaden arbeiten und damit die Beantwortung prototypischer naturwissenschaftlicher Fragestellungen vorantreiben.
(Sprecherhochschule: Freie Universität Berlin, Sprecher: Professor Dr.-Ing. Rupert Klein; außerdem beteiligt: TU Berlin, Universität Potsdam, Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ), Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (ZIB) Abteilung Numerische Analysis und Modellierung, Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik (WIAS) Leibniz-Institut im Forschungsverbund Berlin e. V., Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung Potsdam)

Kryptographie ermöglicht Vertrauen in IT-Systemen, weil sie unter anderem die Geheimhaltung, Integrität und Authentizität von digitalen Daten in hohem Maß sicherstellt. Heute verfügbare kryptographische Lösungen erfüllen jedoch bei Weitem nicht alle Anforderungen, die in neuen und zukünftigen IT-Umgebungen entstehen: So gibt es beispielsweise keinen adäquaten Schutz der Vertraulichkeit von Daten in der Cloud, was für den Schutz der Privatsphäre unverzichtbar ist. Der SFB CROSSING Kryptographiebasierte Sicherheitslösungen als Grundlage für Vertrauen in heutigen und zukünftigen IT-Systemen will kryptographiebasierte Sicherheitslösungen entwickeln, die neuen Herausforderungen standhalten, Vertrauen in heutigen und zukünftigen IT-Systemen ermöglichen und damit die Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft insgesamt befördern.
(Sprecherhochschule: Technische Universität Darmstadt, Sprecher: Professor Dr. Johannes Buchmann)

Bei der Umsetzung der Energiewende spielt Gas als Energieträger in den nächsten Jahrzehnten eine entscheidende Rolle, da es ausreichend vorhanden, schnell verfügbar und speicherbar ist. Gleichwohl bringt die Fokussierung auf eine effiziente Gasversorgung Probleme in Bezug auf den Transport, die Netztechnik und die Kopplung mit anderen Energieträgern mit sich. Der SFB/Transregio Mathematische Modellierung, Simulation und Optimierung am Beispiel von Gasnetzwerken sucht Antworten auf diese Herausforderungen, indem er mathematische Grundlagen für die Behandlung der in der Praxis auftretenden Fragestellungen erarbeitet und zugleich die Theorie- und Methodenbildung vorantreibt.
(Sprecherhochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Sprecher: Professor Dr. Alexander Martin; außerdem beteiligt: HU Berlin, TU Berlin, TU Darmstadt, Universität Duisburg-Essen, Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik Berlin (ZIB), Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik (WIAS) Leibniz-Institut im Forschungsverbund Berlin e. V.)

Um den Klimawandel und seine Folgen adäquat nachvollziehen und beobachten zu können, sind Messinstrumente und Referenzsysteme erforderlich, die regional und zeitlich hochauflösend Informationen zur Veränderung des Meeresspiegels, des Polareises und von Wasserflüssen bereitstellen. Bisherige Satellitenmissionen lieferten zu grobe Daten, um beispielsweise Veränderungen auf der Ebene der Gletschereinzugsgebiete erfassen zu können. Der SFB Relativistische Geodäsie und Gravimetrie mit Quantensensoren Modellierung, Geo-Metrologie und zukünftige Technologie (geo-Q) hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, durch verbesserte Quantensensorik und Modellierungsmethoden aus der Einsteinschen Relativitätstheorie die Möglichkeiten der Gravitationsfeldbestimmung grundlegend neu auszurichten und zu optimieren.
(Sprecherhochschule: Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, Sprecher: Professor Dr.-Ing. Jakob Flury; außerdem beteiligt: Universität Bremen Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM), Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik Teilinstitut Hannover (Albert-Einstein-Institut), Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) Braunschweig)

Für langfristige Schäden infolge einer Diabeteserkrankung bestehen bislang keine adäquaten diagnostischen und therapeutischen Strategien. Hier setzt der Sonderforschungsbereich Reaktive Metabolite als Ursache diabetischer Folgeschäden an und bereitet einen Paradigmenwechsel in der Diagnose und Therapie diabetischer Spätschäden vor. Vorarbeiten zur Thematik haben gezeigt, dass die etablierten Marker Glukose und Glykohämoglobin als prognostische Marker für diabetische Spätfolgen nur unzureichend geeignet sind. Der neue SFB geht davon aus, dass reaktive Metabolite zum einen als diagnostische Marker besser geeignet sind, zum anderen aber auch selbst die Entstehung diabetischer Spätschäden verursachen. Diese Hypothese ermöglicht ein grundlegend neues pathophysiologisches Verständnis diabetischer Spätfolgen und kann perspektivisch zu neuen Therapieansätzen führen.

(Sprecherhochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Sprecher: Professor Dr. Peter P. Nawroth; außerdem beteiligt: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg)

Aus den Arbeiten des SFB Integrative Analyse der Replikation und Ausbreitung pathogener Erreger sollen Informationen für mögliche neue Strategien zur Kontrolle von Infektionskrankheiten wie AIDS, Malaria, Hepati
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