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Lobbyismus und Tarnkappenwissenschaft

21.05.2014 - (idw) Institut zur Zukunft der Arbeit

Auf politisch links einzuordnenden Websites, in sozialen Medien und als Teil einer langfristig angelegten Kampagne wird das IZA gerne als neoliberaler Thinktank und Interessenvertreter (Lobbyist) der Wirtschaft gebranntmarkt. Ziel ist, die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit des IZA zu beeinträchtigen. Ein Lobbyist wird für seine Interessenvertretung bezahlt. Dazu kommt die Darstellung, das IZA tarne sich als Wissenschaftler, denn es nutze seine Verbindung mit der Universität Bonn, um unter dem Mantel der Wissenschaft Interessen der Wirtschaft zu vertreten. Dabei mache es die Förderung durch die Deutsche Post-Stiftung nicht transparent. Das IZA weist diese Aussagen mit Nachdruck zurück. Dass das IZA eine unabhängige wissenschaftliche und transparente Forschungseinrichtung ist, wird in der universitären Welt nicht bestritten. Die renommierte wirtschaftswissenschaftliche Ranking-Organisation RePEc führt das IZA als Nr. 1 der wirtschaftswissenschaftlichen Institutionen Deutschlands.

Ehrenrührige Sachaussagen müssen in einem Rechtsstaat auch im Internet-Zeitalter nicht hingenommen werden. Auch eine freie Meinungsäußerung darf Grenzen der Anständigkeit nicht verletzen und muss sich auf belastbare Tatsachen stützen lassen. Das IZA weist die in Rede stehenden Aussagen deshalb mit Nachdruck zurück.

Das IZA begrüßt die Möglichkeit, ein weiteres Mal auf seine Aufgaben und Strukturen hinweisen zu können, die mit im Internet verbreiteten Behauptungen nichts zu tun haben. Das IZA ist keine gesellschaftspolitische Kampforganisation und stellt auch seine unabhängigen wissenschaftlichen Strukturen transparent dar.

Das IZA ist nicht nur ein in Deutschland ansässiges und als gemeinnützig anerkanntes Forschungsinstitut mit einem globalen Forschungs- und Beratungsauftrag, sondern es ist auch das größte Forschernetzwerk von Ökonomen, das weltweit über 1300 Wissenschaftler aus 50 Ländern zusammenführt und ihre Forschungs- und Beratungsbeiträge kommuniziert. So sind seit 1998 beispielsweise weit über 8000 Diskussionspapiere in der IZA Discussion Paper Series erschienen.

Das IZA ist durch seine Konstruktionsprinzipien in einer einzigartigen Weise unabhängig und transparent. Dank einer soliden Grundfinanzierung (Wissenschaftsförderung) durch die Deutsche Post-Stiftung ist das IZA unabhängig von Auftragsforschung. In seiner wissenschaftlichen Arbeit und Beratungsaktivität unterliegt es keinen Vorgaben und Auflagen und handelt unabhängig. Daneben wirbt das Institut im Wettbewerb regelmäßig Forschungs- und Beratungsaufträge ein, beispielsweise von Institutionen wie der Weltbank, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Volkswagen-Stiftung, der Thyssen-Stiftung, der Europäischen Union, dem Britischen Entwicklungshilfeministerium (DFID) und dem Bundeswirtschaftsministerium.

Allerdings werden die Aktivitäten im weltweiten IZA-Forschernetzwerk durch die Netzwerkwissenschaftler eigenständig finanziert. Das IZA übernimmt hier nur die Koordination und Kommunikation. So reflektiert der Forschungsoutput des IZA etwa in Form der IZA Discussion Paper Series schlicht den breiten Stand arbeitsmarktökonomischen Denkens und Wissens auf der Welt und somit auch wie selbstverständlich die Vielfalt alternativer wissenschaftlicher Ansätze.

Die vielfältigen Förderungen werden in geeigneter Weise benannt, insbesondere auf der Homepage des IZA. So wird auf die Förderung durch die Deutsche Post-Stiftung bereits auf der Startseite der IZA-Homepage sowie in den Diskussionspapieren hingewiesen. Projektbezogene Förderungen werden im Kontext der IZA-Veranstaltungen und der Berichte auf der IZA-Website oder in den entstehenden Forschungspapieren und Publikationen genannt.

Das IZA kooperiert mit der Universität Bonn genauso wie mit anderen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Institutionen in der Welt. Es ist weder Teil der Universität Bonn noch erweckt es den Eindruck, Teil dieser staatlichen Universität zu sein. Allerdings ist der Direktor des IZA ein an die Universität Bonn berufener ordentlicher Professor des Landes Nordrhein-Westfalens. Zuvor war er ein Jahrzehnt ordentlicher Professor der Universität München.

Ökonomen sollen frei von Restriktionen forschen und beraten können. Das IZA hat bereits im April 2012 noch vor dem Verein für Socialpolitik (VfS), der Vereinigung der Ökonomen im deutschsprachigen Raum, einen eigenen Ethikkodex beschlossen, der Autoren unter anderem verpflichtet, transparent auf mögliche Interessenskonflikte hinzuweisen, und so die Objektivität der Wissenschaft zu sichern. Auf Basis von Vorschlägen einer international besetzten Kommission war der Entwurf in seinem weltweiten Forschernetzwerk zur Diskussion gestellt und anschließend verabschiedet und allen Mitarbeitern und Netzwerkwissenschaftlern zur Verfügung gestellt worden. Bereits zu Jahresbeginn 2012 hatten sich die in der American Economic Association organisierten amerikanischen Ökonomen entsprechende Regeln gegeben. Weitere Informationen:http://www.iza.org/en/webcontent/about/IZAResearchIntegrity.pdf - IZA-Ethikkodexhttp://www.iza.org/en/webcontent/publications/papers - IZA Discussion Paper Series http://ideas.repec.org/top/top.germany.html - RePEc Ranking

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