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Neuropsychologisches Labor an der UW/H ermöglicht Hirnforschung für alle Disziplinen

23.05.2014 - (idw) Universität Witten/Herdecke

Testparcours auf Papier oder am PC kann helfen, neue Therapien für Schädigungen des zentralen Nervensystems zu entwickeln / Eröffnung am 22. Mai Gestern, am 22. Mai, eröffnete die Universität Witten/Herdecke (UW/H) ihr neues neuropsychologisches Labor. Ab heute steht es Forschern aller Fachrichtungen zur Verfügung, die neue Therapien für Schädigungen des zentralen Nervensystems (ZNS) entwickeln. Neurologen, Psychiater, Psychologen, Geriater, Pharmakologen, Biologen, Pflegewissenschaftler, Physiotherapeuten und viele weitere Fachbereiche aus dem Bereich der Gesundheitsversorgung müssen eng zusammenarbeiten, damit Patienten mit ZNS Schäden optimal behandelt und versorgt werden können, sagte Prof. Dr. Martina Piefke, die Inhaberin des Lehrstuhls für Neurobiologie und Genetik des Verhaltens, bei der Eröffnung.

In dem neuropsychologischen Labor sind ca. 100 Papier-und-Bleistift-Testverfahren sowie zahlreiche Computer-Tests für die Diagnostik und Therapie von Hirnfunktionsstörungen verfügbar. Für alle PC-gestützten Verfahren haben wir Touch-Screens, die es ermöglichen, auch für Patienten mit wenig Computerkenntnissen (z.B. geriatrische Patienten) PC Test- und Therapieverfahren zu nutzen erläutert Frau Prof. Piefke. Darüber hinaus stehen Bio-Sensoren zur Messung der Hautleitfähigkeit und der Herzschlagrate zur Verfügung. Sie geben Auskunft über die Emotionen eines Patienten während eines wissenschaftlichen Versuchs oder während eine therapeutischen Maßnahme. Die Kombination von neuropsychologischen Tests mit den Bio-Sensoren erlaubt eine sehr individuelle Diagnose der Hirnfunktionsstörungen eines Patienten. Dazu können wir die relativ neue Technik der Hemoencephalographie (HEG) anwenden. Es ist noch einige Forschungsarbeit zu leisten, um herauszubekommen, inwieweit die HEG es erlaubt, Veränderungen des Blutflusses in bestimmten Regionen des Gehirns mit Hilfe von Infrarot-Strahlen zu messen. Daraus könnte man dann Rückschlüsse darauf ziehen, welche Hirnregionen gerade aktiv sind, ohne mit den ganz großen Apparaten wie Computer- und Kernspintomografen zu arbeiten, erklärt Piefke zur HEG Technik.

Der Lehrstuhl für Neurobiologie und Genetik des Verhaltens von Prof. Piefke beschäftigt sich u.a. mit Erkrankungen des ZNS und den Beeinträchtigungen von Hirnfunktionen, die dadurch ausgelöst werden können. Hier sind in der Neurologie insbesondere Patienten nach einem Schlaganfall sowie Patienten mit der Parkinsonschen Erkrankung, mit Demenz und anderen neurodegenerativen Erkrankungen betroffen. In der Psychiatrie und Psychologie treten kognitive und emotionale Defizite häufig im Zusammenhang mit einer Depression, mit autistischen Störungen, Persönlichkeitsstörungen und vielen Psychosen wie z.B. der Schizophrenie auf. Sowohl in der Neurologie als auch in der Psychiatrie und Psychotherapie ist die klinische Neuropsychologie in den letzten zwei Jahrzehnten immer wichtiger geworden. Denn erst unter Einbezug einer detaillierten neuropsychologischen Diagnose kann eine für den Patienten genau passende Behandlung erfolgen. Wir möchten, dass das Labor von Wissenschaftlern und Klinikern der Universität Witten/Herdecke, aber gerne auch von Kolleginnen und Kollegen an anderen Universitäten und Forschungseinrichtungen intensiv und multidisziplinär genutzt wird. Wir möchten damit dazu beitragen, dass die Patienten eine ganzheitliche Behandlung bekommen, die möglichst perfekt auf ihrer Bedürfnisse zugeschnitten ist.


Weitere Informationen bei Univ.-Prof. Dr. Martina Piefke, 02302 / 926-778 martina.piefke@uni-wh.de

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1983 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.750 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.
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