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Der Urlaub steht vor der Tür Impfung gibt Sicherheit vor Hepatitis A- und B-Virusinfektionen

23.05.2014 - (idw) Deutsche Leberstiftung

Jetzt gegen Hepatitis impfen lassen für einen sicheren Sommer-Urlaub

Der Sommer steht vor der Tür und damit für viele auch die Urlaubszeit. Lebererkrankungen können jeden treffen lautet das Motto des 15. Deutschen Lebertages, der am 20. November 2014 stattfindet. Diese Aussage trifft gerade auch auf die Sommerzeit zu. Denn in vielen beliebten Urlaubsländern, zum Beispiel in den Mittelmeeranrainerstaaten, besteht erhöhte Ansteckungsgefahr mit dem Hepatitis A-Virus. Vor einer Reise in südliche Länder ist es deshalb ratsam, sich gegen diese Form der Leberentzündung impfen zu lassen. Eine Ansteckung mit Hepatitis A erfolgt meist über kontaminierte eisgekühlte Getränke oder nicht ausreichend erhitzte und verunreinigte Lebensmittel, in selteneren Fällen auch durch eine Schmierinfektion zum Beispiel wenn nach dem Toilettengang die Hände nicht richtig gewaschen werden.

Es kann durchaus sinnvoll sein, mit der Hepatitis A-Impfung gleichzeitig auch gegen das Hepatitis B-Virus zu impfen, da hier eine Kombinationsimpfung verfügbar ist. Dieses verbreitet sich über Blut- und Schleimhaut-Kontakte. Sexueller Kontakt oder das Stechen eines Tattoos oder Piercings mit unsauberen Nadeln können für eine Infektion sorgen. Das Hepatitis B-Virus ist hoch infektiös und etwa 100-mal so ansteckend wie das HI-Virus. Eine Infektion kann bei fünf Prozent der Betroffenen chronisch verlaufen. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist dies viel häufiger der Fall, weil ihr Immunsystem noch nicht voll ausgereift ist. Deshalb wird die Hepatitis B-Impfung von der WHO seit 1992 als Standardimpfung für Säuglinge und Kleinkinder empfohlen. Sie schützt auch vor dem Hepatitis D-Virus. Eine allgemeine Hepatitis B-Impfempfehlung für sämtliche Besucher bestimmter Länder gibt es derzeit nicht, erklärt Prof. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberhilfe e.V., allerdings empfiehlt das Robert-Koch-Institut, im Einzelfall eine mögliche Gefährdung zu beurteilen und dann auch gegen Hepatitis B zu impfen: Dies kann z.B. gelten, wenn lange Aufenthalte mit medizinischen Behandlungen geplant sind. Auch sexuelle Kontakte, Tätowierungen oder Piercings im Urlaubsland können ein Infektionsrisiko bergen, vor der die Impfung schützen kann. Den Deutschen Lebertag organisieren die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe e.V. und die Gastro-Liga e.V., um auf Impfmöglichkeiten und Früherkennung von Lebererkrankungen hinzuweisen. www.lebertag.org

Die Kombinationsimpfung gegen die Hepatitis A- und B-Viren erfolgt in drei Dosen, die über einen Zeitraum von mehreren Monaten verabreicht werden. Mindestens die ersten beiden Dosen sollten vor Antritt der Reise gegeben werden. Dies geschieht mit einem Abstand von vier Wochen, daher sollten Reisende spätestens einen Monat vor Antritt ihrer Reise mit der Impfung beginnen. Die dritte Dosis nach sechs Monaten sorgt dann für einen Langzeitschutz. Bleiben nur noch drei Wochen bis zum Urlaub, können bei gesunden Menschen die ersten Dosengaben auch auf diesen Zeitraum verkürzt werden. Es werden dann drei Dosen an den Tagen 0, 7 und 21 verabreicht, eine vierte Dosis erfolgt ein Jahr nach der ersten. Eine Impfung gegen das Hepatitis C-Virus gibt es derzeit nicht.

Hepatitis oft zu spät erkannt

Nach der akuten Phase heilt eine Virushepatitis A bei gesunden Menschen immer von selbst ab, Hepatitis B, C und D können aber auch chronisch verlaufen. In Deutschland leiden nach einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts 400.000 bis 500.000 Menschen an chronischer Hepatitis B, drei von vier ohne es zu wissen. Auch die über Blutkontakt übertragbare Hepatitis C, an der in Deutschland nach aktuellen Schätzungen etwa 275.000 Menschen erkrankt sind, verläuft in etwa 80 Prozent der Fälle chronisch. Hepatitis C wird oft nicht frühzeitig erkannt, unter anderem weil die Symptome oftmals unspezifisch sind. Viele an Hepatitis Erkrankte fühlen sich lediglich ständig müde und abgeschlagen, manche klagen über Gelenkschmerzen oder einen dumpfen Druck im rechten Oberbauch, sagt Prof. Dr. Niederau. Nur in manchen Fällen komme es zu einer Gelbfärbung der Haut und Schleimhäute, der typischen Gelbsucht.

Hepatitis bedeutet Leberentzündung und kann neben einer Virusinfektion auch andere Ursachen haben: darunter ein Übermaß an Alkohol oder Medikamenten, Übergewicht sowie Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen.

Bei allen Formen spielt die Früherkennung eine zentrale Rolle: Rechtzeitig erkannt kann Hepatitis B gut behandelt, Hepatitis C in 90 Prozent der Fälle sogar geheilt werden. Wenn Übergewicht reduziert und eine Stoffwechselerkrankung behandelt wird, hat das auch positive Wirkung auf die Leber. Ein Bluttest beim Hausarzt und die Bestimmung der Leberwerte im Labor können einen ersten Hinweis liefern, ein gezielter Test auf die Virusinfektion liefert Gewissheit.

Bleibt die richtige Behandlung aus, kann eine chronische Hepatitis im weiteren Verlauf zu einer Leberzirrhose oder zu Leberzellkrebs führen. Etwa 50 Prozent der Leberzellkrebs-Fälle gehen auf Hepatitis B und C zurück, 40 Prozent auf Alkoholmissbrauch und Übergewicht. Pro Jahr erkranken in Deutschland über 5.000 Menschen neu an Leberzellkrebs.

Ansprechpartner

Deutsche Leberhilfe e.V.
Prof. Dr. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender
Krieler Straße 100, 50935 Köln
info@leberhilfe.org
www.leberhilfe.org

Deutsche Leberstiftung 

Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender
Bianka Wiebner, Hauptgeschäftsführerin
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
presse@deutsche-leberstiftung.de
www.deutsche-leberstiftung.de

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e.V.
Prof. Dr. Peter R. Galle, Vorstandsmitglied
Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen
geschaeftsstelle@gastro-liga.de
www.gastro-liga.de Weitere Informationen:http://www.lebertag.org
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