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Tag der Organspende auch die Leber ist lebenswichtig - 7. Juni 2014

27.05.2014 - (idw) Deutsche Leberstiftung

Früherkennung von Lebererkrankungen hilft, Transplantationen zu vermeiden.

Richtig. Wichtig. Lebenswichtig. so das Motto am Tag der Organspende am 7. Juni 2014. Lebenswichtig ist auch die Leber: Ist dieses Organ so schwer erkrankt, dass es seine Funktion als Stoffwechsel- und Speicherorgan nicht mehr erfüllen kann, ist ein Überleben nur noch durch eine Lebertransplantation möglich, sagt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Denn ohne die in der Leber produzierten Eiweißstoffe könne ein Mensch nicht überleben und auch die dort gebildete Galle sei zur Ausscheidung von Stoffwechselprodukten und Giften unentbehrlich. Schwere Schädigungen der Leber und die dann notwendige Transplantation können durch die Früherkennung vermieden werden. Dies kann über eine Testung der Leberwerte im Blut beim Hausarzt geschehen. Das ist notwendig, denn die Leber leidet still und verursacht bei einer Erkrankung keine eindeutigen Symptome.

Egbert Trowe, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Lebertransplantierte Deutschland e.V., erhielt seine neue Leber vor fast zwölf Jahren, nachdem eine Hepatitis B bei ihm so spät erkannt worden war, dass Medikamente ihm nicht mehr nachhaltig helfen konnten. Die Spende hat mir das Leben gerettet und eine Lebensqualität zurückgegeben, die der eines gesunden Menschen sehr nahe kommt, so Trowe. Dieses Jahr feiert er seinen 70. Geburtstag. Das Ziel des Vereins ist, Patienten und Angehörige vor und nach einer Transplantation zu informieren und ihnen einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. Dabei arbeitet der Verband u. a. mit der Deutschen Leberstiftung zusammen.

Wann ist eine Lebertransplantation notwendig?

Die Leberzirrhose, die sich aus chronischen Lebererkrankungen wie der Hepatitis entwickelt, wenn diese nicht rechtzeitig behandelt werden, ist die häufigste Ursache für eine Lebertransplantation. Aber auch bei akutem Leberversagen und Leberzellkrebs ist eine neue Leber die einzige Überlebenschance. Der Krebs darf dabei noch nicht zu weit fortgeschritten sein. Ursache solcher Erkrankungen können eine chronische Infektion mit Hepatitisviren, Gifte darunter vor allem Alkohol, aber auch Medikamente und in selteneren Fällen auch Gallenwegs-, Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen sein.

Organspende für schwer Leberkranke die einzige Rettung

Spenderorgane werden dringend benötigt. 2013 gab es 83 Lebendspenden der Leber und 884 postmortale. Eine postmortal gespendete Leber wird nach dem Hirntod des Spenders entnommen und transplantiert. Sie funktioniert in über 50% Prozent der Fälle nach fünf Jahren noch. Dabei hängt der Verlauf sehr stark von der Grunderkrankung ab und auch vom körperlichen Zustand des Patienten ab. Bei der Lebendspende spendet ein gesunder Erwachsener zu Lebzeiten einen seiner zwei Leberlappen einem Kind oder Erwachsenen. Beide Lappen wachsen anschließend auf beinahe Normalgröße nach.

Organspendeausweis entlastet Angehörige

Laut einer aktuellen Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2013 sind 68 Prozent der befragten Bundesbürger zwischen 14 und 75 Jahren bereit, nach ihrem Tod Organe und Gewebe zu spenden. Angesichts einer so hohen Spendenbereitschaft erscheint es nicht einleuchtend, dass die Warteliste für Lebertransplantationen immer länger wird: Im Jahre 2013 gab es 967 Leberspender, 1.305 Patienten kamen neu auf die Warteliste für ein solches Spenderorgan. Der Hintergrund: Nur 28 Prozent der Befragten, die Organe und Gewebe spenden würden, besitzen einen Organspendeausweis. Das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr 2012. Ein Ja zur Organspende im Organspendeausweis kann jeder ab dem 16. Lebensjahr geben, ein Nein bereits mit 14 Jahren. Es können auch bestimmte Organe von einer Spende ausgeschlossen oder die Entscheidung über eine Organspende an eine andere Person übertragen werden. Führt man einen solchen Ausweis ausgefüllt bei sich, sorgt dies dafür, dass aus einem Spendewilligen tatsächlich auch ein Spender werden kann und er entbindet die Angehörigen von der schweren und leidvollen Aufgabe, in Zeiten der Trauer über ein Einverständnis oder die Ablehnung zur Organentnahme entscheiden zu müssen.

Wir haben zwei Aufgaben im Bereich der Lebertransplantation, stellt Prof. Manns für die Deutsche Leberstiftung fest. Wenn Lebererkrankungen früh genug erkannt werden, können Transplantationen vermieden werden, deshalb setzen wir uns dafür ganz ausdrücklich ein. Es gibt aber viele Fälle, in denen die Erkrankung nicht mehr geheilt werden kann. Deshalb bitten wir alle, sich mit dem Thema der Organspende zu befassen und zu prüfen, ob sie mit einem Organspendeausweis Leben retten wollen.

Die Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Weitere Informationen: www.deutsche-leberstiftung.de.


Kontakt:
Deutsche Leberstiftung
Bianka Wiebner
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Tel 0511 532 6815
Fax 0511 532 6820
presse@deutsche-leberstiftung.de
www.deutsche-leberstiftung.de
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