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Praxisbezogenes Lernen am virtuellen Patienten

17.01.2004 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Workshop am 17. Januar stellt Projekt zum interaktiven E-Learning des Universitätsklinikums Jena vor

(Jena) Neue Angebote zum Internetlernen sind Thema eines Workshops des Universitätsklinikums auf der 3. Jenaer E-Learning-Tagung am 16. und 17. Januar. Die Konferenz wird vom Fachgebiet Interkulturelle Wirtschaftskommunikation der Friedrich-Schiller-Universität und dem Verein interculture.de veranstaltet. In einem Workshop im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung rund um das E-Learning werden auch Mitarbeiter des Universitätsklinikums mit Gästen Programme und Projekte zum Einsatz multimedialer Lernprogramme im Medizinstudium präsentieren.

Dabei stellt das Jenaer Universitätsklinikum unter anderem das Projekt MEDPOL vor, mit dessen Hilfe multimediales und problemorientiertes E-Learning am virtuellen Patienten ermöglicht werden soll. Das im Thüringer Hochschulwissenschaftsprogramm geförderte Projekt umfasst eine Fallsammlung typischer Krankheitsfälle, die von Studenten und Dozenten zum praxisbezogenen Lernen am Computer genutzt werden kann. Verschiedene Erkrankungen werden dabei für das problemorientierte Lernen aufgearbeitet. Diese sind an den Anforderungen der Einrichtungen des Klinikums als künftige Nutzer ausgerichtet. Dabei werden in einer Verbindung von Texten, Graphiken und Animationen die Krankheitsfälle so umfassend wie möglich dargestellt und Untersuchungsergebnisse wie Röntgenaufnahmen, Laborbefunde, OP-Bilder etc. elektronisch hinterlegt.

Die Studenten können in Zukunft mit Hilfe von MEDPOL am Computer interaktiv und praxisbezogen in "Trockenübungen" lernen: Sie können den virtuellen Patienten befragen, Untersuchungen anordnen, Befunde beurteilen, Diagnosen stellen und weiterführende Therapien empfehlen. Dabei wertet der Computer alle Schritte so aus, dass der Wissensstand des Übenden mit den Vorgaben verglichen wird und gegebenenfalls Hilfestellungen angeboten werden können. Zusätzlich zu dem medizinischen Wissen wird MEDPOL sich auch Fragen zu ethischen, rechtlichen und ökonomischen Aspekten widmen, um so das Arzt-Patienten-Verhältnis so realistisch wie möglich darzustellen. Punktuelle Wissensvermittlung und Kursverwaltung über eine Lernmanagementsoftware sollen das System abrunden.

Mit MEDPOL bereitet sich das Jenaer Universitätsklinikum auf die künftig stärkere Gewichtung des problemorientierten Lernens (POL) im Medizinstudium vor. Denn mit dem Inkrafttreten der geänderten Approbationsordnung ist auch eine Steigerung des Anteils des fallbezogenen, praxisorientierten Arbeitens im Medizinstudium vorgeschrieben.

MEDPOL konzentriert sich derzeit vor allem auf die Darstellung von Beispielen der wesentlichen Volkskrankheiten wie Brustkrebs, koronare Herzerkrankungen und Diabetes mellitus. Ab dem kommenden Wintersemester können dann erste Fälle für das interaktive Studium am Computer genutzt werden.

Der Workshop zum E-Learning in der medizinischen Ausbildung findet am Samstag, dem 17. Januar, in der Zeit von 9:00 bis 11.30 Uhr im Seminarraum 206 auf dem Jenaer Universitätscampus (Carl-Zeiß-Str. 3) statt.

(Helena Reinhardt)
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