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Von Musik bis Fußball: Wie die Populärkultur die deutsch-französische Verständigung beeinflusste

28.05.2014 - (idw) Universität des Saarlandes

Was haben Louis de Funès, Edith Piaf oder der Fußballer Michel Platini zur Aussöhnung der jahrhundertelang beschworenen Erbfeinde beigetragen? Über die Bedeutung der Populärkultur und ihrer Mittler in den deutsch-französischen Beziehungen nach 1945 tauschen sich am 10. und 11. Juni Wissenschaftler in der Saarbrücker Villa Lessing aus (Lessingstr.10, 66121 Saarbrücken). Dietmar Hüser, Professor für Europäische Zeitgeschichte an der Saar-Universität, veranstaltet die internationale Tagung gemeinsam mit seinem Historikerkollegen Ulrich Pfeil von der Université de Lorraine und mit Unterstützung der Deutsch-Französischen Hochschule sowie des Frankreichzentrums der Saar-Uni. Vertreter der Medien sind zur Veranstaltung herzlich eingeladen.
Professor Dietmar Hüser, Professor Ulrich Pfeil und die teilnehmenden Wissenschaftler stehen für Interviews gerne zur Verfügung.
Programm der Tagung (10.Juni ab 9.45 Uhr, 11.Juni ab 9.30 Uhr):
http://www.uni-saarland.de/lehrstuhl/zeitgeschichte/aktuelles.html

Deutsche und Franzosen verbindet heute eine enge Freundschaft und vielfältige Zusammenarbeit nach blutigen Kriegen mit unzähligen Opfern und tiefsten gegenseitigen Verletzungen eine erstaunliche, nicht selbstverständliche Tatsache. Bei der Erforschung der Frage, wie aus jahrhundertelanger Konfrontation und Erbfeindschaft nun seit Jahrzehnten andauernde Kooperation werden konnte, rückt eine Tagung in Saarbrücken die Populärkultur ins Blickfeld: Welche Rolle spielen hier Musik, Film, Radio, Fernsehen, Literatur, Zeitschriften, Comics und Karikaturen, auch neue Medien oder der Sport?

Die Mittler, seien es nun Schauspieler oder Comiczeichner, erklären ihrem Publikum nebenbei, wie das Nachbarland denkt und fühlt und fördern so das gegenseitige Verständnis sie sind, wenn man so will, nationalkulturelle Übersetzungsarbeiter, erklärt Professor Dietmar Hüser, der die Tagung, eine Kooperation der Saar-Universität und der Université de Lorraine, veranstaltet. Ihnen kommt möglicherweise eine bedeutende Schrittmacherrolle in den deutsch-französischen Beziehungen zu, die aber bislang in der Forschung kaum beleuchtet worden ist. Bisher lag der Fokus hier mehr auf Kultureinrichtungen, auf Bürgerengagement in Deutsch-Französischen Gesellschaften und Städte-partnerschaften oder auf intellektuellen Mittlergestalten wie Alfred Grosser.

Die Saarbrücker Tagung stellt nun Sängerinnen und Liedermacher wie Edith Piaf oder Barbara und ihre Chansons, Schauspieler wie Louis de Funès, Kino, Fernsehen, Radio, den Grand-Prix de la Chanson de l´Eurovision, das Reisemagazin Merian oder Karikaturisten und Comic-Zeichner wie Plantu in den Mittelpunkt. Auch Autoren und Blogger, die über ihren Alltag als Auswanderer berichten, sind Thema und es wird sogar ein Blick auf den Fußball des Nachbarn geworfen. Von seinen Erfahrungen als Musikjournalist berichtet am frühen Abend des ersten Tages Gerd Heger, der seit vielen Jahren beim Saarländischen Rundfunk französische und frankophone Lieder für deutsche Ohren präsentiert und damit als grenzüberschreitender Mittler für populäre Musik fungiert. Der auch als Monsieur Chanson bekannte Journalist hat seine CD-Sammlung der Saar-Uni als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt: Das Chansonarchiv in der Bibliothek der Musikwissenschaft enthält den zweitgrößten Bestand an französischsprachigen Liedern in Deutschland (die größte Sammlung hat der SR).

Wir wollen die Bedeutung solcher Mittler herausarbeiten und ergründen wie der Transfer genau funktioniert, was ihn mehr oder weniger erfolgreich macht, wo die Chancen und Grenzen liegen. Auch interessant ist die Frage, ob der binationale Austausch in beiden Ländern gleich verläuft oder ob es Unterschiede gibt, ob vielleicht eine Seite offener ist für die Mittler des Nachbarn und warum dies so ist, erläutert Professor Hüser. Über die deutsch-französischen Beziehungen hinaus wird auch ein Blick auf europäische und transatlantische Verflechtungen in der Populärkultur geworfen.


Kontakt für die Medien: Professor Dr. Dietmar Hüser:
Tel. +49 681 302-3313; E-Mail: dietmar.hueser@uni-saarland.de

Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Telefoninterviews in Studioqualität möglich über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Kontakt: Pressestelle (0681/302-2601, oder -64091). Weitere Informationen:http://www.uni-saarland.de/lehrstuhl/zeitgeschichte/aktuelles.html
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