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Ein Rostocker Modell verändert die Landschaft in China

28.05.2014 - (idw) Universität Rostock

Tianhong Yu untersucht Einfluss von Windparks auf die Umwelt Jiang Liu hat gerade an der Agrar-und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock seine Doktorarbeit im Fachgebiet Landschaftsplanung und Landschaftsgestaltung mit magna cum laude (sehr gut) verteidigt. Der 29-jährige Chinese ist des Lobes voll über die drei Jahre in der Hansestadt. Ich habe völlig neue Sichten auf mein Thema, die Landschafts-und Stadtplanung gewonnen, konnte viele freie Ideen entwickeln, sagt der 29-Jährige. Der frisch gekürte Doktoringenieur Jiang Liu, der jetzt in seine Heimat zurückkehrt, hat in seiner Dissertation europäische und asiatische Sichten und Werte in Bezug auf die Landschaft analysiert und sich insbesondere mit Soundscapes (Klanglandschaften, also die akustische Umwelt) wissenschaftlich auseinandergesetzt. Für den Menschen ist es wichtig, aus welchen Geräuschen sich seine akustische Umwelt zusammensetzt, weiß Prof. Holger Behm, der Doktorvater von Jiang Liu. Er bemängelt, dass es heute bei akustischen Planungen fast nur um die Lautstärke geht. Wie sich die Klanglandschaft zusammensetzt, wird bislang kaum beachtet.

Seit vielen Jahren arbeitet Professor Behm mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften zusammen. Für Europäer ist es kaum vorstellbar, wie schnell die Urbanisierung in China voranschreitet, sagt Prof. Behm. Sein Rat als Wissenschaftler ist bei der Chinesischen Akademie immer wieder gefragt, wenn es um die Erhaltung typischer Landschafts- und Siedlungsstrukturen geht. China will in weiten Bereichen keine Kopie des Westens mehr sein, und ein vor zehn Jahren erarbeitetes Rostocker Modell gibt im Bereich der Landschafts- und Siedlungsentwicklung eine gute Basis, um die chinesische Geschichte in die gegenwärtigen Entwicklungen der Urbanisierung einzubeziehen.

Die Zusammenarbeit begann mit einem chinesischen Doktoranden vor etwa zehn Jahren, blickt Prof. Behm zurück. Der junge Wissenschaftler arbeitet nach erfolgreicher Promotion längst wieder in seiner Heimat und leitet an der dortigen Akademie eine Arbeitsgruppe, die sich in Pilotprojekten für die gesamte Volksrepublik China erfolgreich mit der Entwicklung oder Wiederherstellung des Landschaftsbildes in China beschäftigt und in die Prof. Behm integriert ist.
Da nimmt es nicht Wunder, dass jetzt die 24-jährige Tianhong Yu aus China mit einem Regierungsstipendium aus ihrer Heimat von der Universität Rostock unterstützt wird und hier den Einfluss von Windparks auf die Umwelt untersucht. Sie wird die Auswirkungen der Energiewende in Bezug auf die Veränderung des Landschaftsbildes durch Windräder auf den Prüfstand stellen und die Situation in Deutschland mit der in China vergleichen, wo die Regierung noch stark auf die Atompolitik setzt. Die junge Frau ist in Rostock schnell heimisch geworden. Hier ist das Essen in der Mensa so lecker und besonders im Sommer hat Rostock mit dem Strand unverwechselbar viel zu bieten, sagt die 24-Jährige.

Sowohl Deutschland als zunehmend auch China würden zugunsten der Umwelt etwas zum Positiven ändern wollen, sagt Prof. Behm. Der Austausch mit den chinesischen Wissenschaftskollegen sei auch deshalb fachlich eine große Herausforderung, von der auch deutsche Studierende profitieren konnten. Prof. Behm ist davon überzeugt, dass es für jedes Land gut ist, sich auf die eigene Geschichte zu besinnen und aus den besten humanistischen Traditionen zu schöpfen. (Text: Wolfgang Thiel)



Kontakt
Universität Rostock
Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät
Prof. Dr. Holger Behm
Tel: 0381 498 3248
Mail: holger.behm@uni-rostock.de
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