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Biokraftstoffe sind besser als ihr Ruf

28.05.2014 - (idw) HBC Hochschule Biberach

Das ForschungsNetzwerk Biogene Kraftstoffe (ForNeBiK) hat in Kooperation mit der Hochschule Biberach zu einer Fachtagung am Hochschul-Standort Biotechnologie eingeladen. Rund 100 Teilnehmer nahmen an den zweitägigen ForNeBiK-Fachgesprächen teil. Das Netzwerk setzt sich für die Vernetzung einzelner Forschungseinrichtungen ein sowie für die Bündelung und Initiierung von Forschungsprojekten. Im Mittelpunkt der Tätigkeit stehen biogene Kraftstoffe, ein Thema, das in Deutschland zuletzt im Zuge der Einführung des Biokraftstoffs E10 in Verruf geraten war. Das ForNeBiK ist am Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing angesiedelt. Mitglieder sind Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auch der Studiengang Industrielle Biotechnologie der Hochschule Biberach ist in diesem Forschungsnetzwerk mit Studiendekanin Prof. Dr. Heike Frühwirth vertreten. Sie hat die Tagung mit vorbereitet und stellte in einem Vortrag aktuelle Forschungsprojekte der Fakultät Biotechnologie vor. Ihre Kollegen Prof. Dr. Hartmut Grammel sowie Prof. Dr.-Ing. Roland Koenigsdorff gaben ebenfalls Einblicke in ihre Forschungsarbeit: Perspektiven der Herstellung von biogenem Wasserstoff aus Purpurbakterien lautete das Thema von Prof. Grammel aus dem Studiengang Industrielle Biotechnologie. Energiewende und die Rolle der Biomasse stellte Prof. Koenigsdorff (Institut für Gebäude- und Energiesysteme) vor. Auf dem Programm stand außerdem eine Exkursion aller Teilnehmer zur Biomethannetzeinspeisungsanlage Laupheim-Burgrieden der Erdgas Südwest GmbH, die ebenfalls an den ForNeBiK-Fachgesprächen teilnahmen. An der Tagung nahmen u. a. Vertreter der Fachhochschule Oberösterreich, des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik sowie der Technischen Universität München teil; auch Professoren und Studierende der Fakultät Biotechnologie nutzten die Möglichkeit zur Fortbildung. Der Praxisbezug, den wir mit dieser Veranstaltung unseren Studierenden bieten können, ist in einer rasant wachsenden Branche wie der Industriellen Biotechnologie ein Gewinn, sagte Studiendekanin Frühwirth.
Das Netzwerk, so deren Geschäftsführer Dr. Georg Konrad, setze sich für die Vernetzung der einzelnen Forschungseinrichtungen ein sowie für die Bündelung und Initiierung von Forschungsprojekten. Im Mittelpunkt der Tätigkeit stehen biogene Kraftstoffe, ein Thema, das in Deutschland zuletzt im Zuge der Einführung des Biokraftstoffs E10 in Verruf geraten war. Zu Unrecht, sagt Dr. Georg Konrad, der zu Beginn der Tagung in einem Impulsvortrag Zahlen, Daten und Fakten zum Thema Biokraftstoffe präsentierte.
Biokraftstoffe, erläuterte Konrad, werden aus Biomasse gewonnen und schonen die Umwelt. Und: Sie sind besser als ihr Ruf! Ihr Einsatz senke den Verbrauch von Mineralöl, leiste einen Beitrag zum Klimaschutz und diversifiziert die Rohstoffbasis für die Produktion von Kraftstoffen. Gleichzeitig sieht Konrad in Biokraftstoffen eine regionale Wertschöpfung, denn wenn heimische Biokraftstoffe wie Raps, Getreide oder Zuckerrüben verwendet werden, muss z. B. weniger Soja nach Deutschland importiert werden. Der bekannte Vorwurf, Biodiesel verschärfe den Hunger in der Welt weist Konrad entschieden zurück und belegte dies in seinem Vortrag mit Zahlen: Für die Produktion von Biokraftstoffen werden weltweit nur rund 6 % der Getreideernte genutzt. Deutlicher wird die Situation noch an folgender Größenordnung: Fast 50 % der globalen Obst- und Gemüseernte werde weltweit verschwendet. Und auch die Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen kam 2012 zu dem Ergebnis, dass Nahrungspflanzen zur Bioenergieproduktion genutzt werden können, ohne negative Folgen für die weltweite Ernährungssicherheit. Auch belegte Konrad, dass biogene Kraftstoffe nicht verantwortlich sind für die Abholzung von Regenwäldern. Der Anteil der Flächen, die für den Anbau von Energiepflanzen genutzt würden, sei denkbar gering.
In seinem Vortrag forderte Konrad ein Bekenntnis der Politik zu biogenen Kraftstoffen in Deutschland wie in Europa. Biokraftstoffe seien derzeit die einzige Alternative zu fossilen Kraftstoffen sowie die Möglichkeit, Treibhausgasemissionen in großer Menge einzusparen. Deshalb sei es die Aufgabe für die Zukunft, die Techniken für Elektromobilität ebenso zu forcieren wie regenerative Kraftstoffe wie Pflanzenöl, Biomethan oder Wasserstoff. Denn, so der Experte, auch für den Verkehr gelte: Die Zukunft ist regenerativ! Weitere Informationen:http://www.hochschule-biberach.dehttp://www.fornebik.bayern.de

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