Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 20. Oktober 2017 

Luzerner Religionspreis 2014 geht an Franziska Vogel und Fabian Pfaff

30.05.2014 - (idw) Universität Luzern

Die Preisträgerin und der Preisträger des Luzerner Religionspreises 2014 für herausragende Maturaarbeiten zum Thema Religion und Ethik stehen fest: Es handelt sich um Franziska Vogel von der Kantonsschule Musegg Luzern mit ihrer Arbeit zum Priesterzölibat und Fabian Pfaff von der Kantonsschule Alpenquai Luzern mit seiner Arbeit zur göttlichen Dreifaltigkeit. Der Jury zufolge zeigt sich an beiden Maturaarbeiten vorbildlich, wie persönliches Interesse an einem Thema zu einer fundierten wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit eben diesem führen kann. Die Untersuchungen seien geprägt von Sorgfalt, grosser Nachdenklichkeit, viel Engagement und hätten bedenkenswerte Ergebnisse hervorgebracht. Bei den zum Wettbewerb eingereichten Arbeiten konnte generell ein hohes Niveau festgestellt werden. Aus diesem Grund wird der jährlich vergebene Preis auch in diesem Jahr an zwei Preisträger verliehen.

Der Jury zufolge zeigt sich an beiden Maturaarbeiten «vorbildlich, wie persönliches Interesse an einem Thema zu einer fundierten wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit eben diesem führen kann. Die Untersuchungen sind geprägt von Sorgfalt, grosser Nachdenklichkeit, viel Engagement und haben bedenkenswerte Ergebnisse hervorgebracht.» Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt:

Franziska Vogel
«Um des Himmelreiches willen » Wie begründen katholische Priester ihr zölibatäres Leben? (KS Musegg, Luzern)
«Im Zentrum der Maturaarbeit von Franziska Vogel steht die Frage, wie katholische Priester ihr eigenes zölibatäres Leben persönlich begründen gerade auch vor dem Hintergrund kirchlicher Vorgaben. Grundlage ist eine Fragebogenuntersuchung von Priestern des Bistums Basel, deren Aussagekraft durch die hohe Rücklaufquote von 70 Prozent eine besondere Bedeutung erhält. In den Antworten der Befragten spiegeln sich Entwicklungen seit dem Vatikanischen Konzil (Verzicht auf die Betonung von Reinheit). Der Zölibat wird subjektiv unterschiedlich spirituell und pragmatisch begründet. Die Befragten schätzen den Zölibat durchaus positiv ein, ohne ihn dabei zu überhöhen. So können sich die meisten vorstellen, dass ein verheirateter Priester ebenso gute Arbeit leisten kann wie sie selbst. Interessant ist, dass mit dem Alter die spirituelle gegenüber der pragmatischen Begründung an Gewicht verliert. Die Autorin gibt hierfür zwei mögliche Erklärungen an: Die subjektive Begründung für den Zölibat verändert sich innerhalb des Lebenslaufs oder aber die Tatsache, dass für die jüngeren Priester in einem stärker säkularen Umfeld die spirituelle Fundierung ihrer Entscheidung wichtiger ist.

Besonders lobenswert sind das ausgezeichnete methodische Vorgehen wie auch die Auswertung des empirischen Materials. Der sorgfältige theoretische Zugang, die sprachliche Form und ein ausgewogenes Urteil zeugen von einer bemerkenswerten wissenschaftlichen Haltung der jungen Forscherin.»

Fabian Pfaff
Mikhael. Eine Untersuchung des Stellenwertes der Trinität und ihrer Vermittlung in der Praxis von Seelsorgenden und TheologInnen (KS Alpenquai, Luzern)
«Das Interesse an der lebenspraktischen Bedeutung einer zentralen christlichen Glaubensaussage, der Trinität, ist Fokus der Maturaarbeit von Fabian Pfaff. Dazu interviewte der Autor 12 Personen, die in Luzern im Dienst der katholischen Kirche stehen, Frauen und Männer, Priester und Laien, Religionspädagoginnen sowie Pastoralassistenten und -assistentinnen. Sein Ergebnis mit vielen interessanten Einzelaussagen zeigt, dass Individualisierung und religiöse Pluralität bei den katholischen Berufstheologinnen und -theologen heute selbstverständlich geworden sind. In der pastoralen Praxis gibt es nicht das eine Verständnis von Trinität. Die Interviews illustrieren, wie die Theologinnen und Theologen das Dogma der Trinität in Bezug zu ihren Lebens- und Arbeitswelten setzen und dabei bestimmte Aspekte betonen, die für ihre Praxis relevant sind. Das Profil einer Religionsgemeinschaft kann, so konstatiert der Autor richtig, in dieser Pluralität verschwimmen, Vermittlung wird angesichts der mangelnden Eindeutigkeit schwieriger.

Fabian Pfaff hat sich mit dem schwierigen Thema eigenständig und kundig auseinandergesetzt, die Interviews gut geführt und systematisch ausgewertet. Die Arbeit zeugt von einer frischen, neugierigen Herangehensweise an ein Thema, das für heutige junge Menschen nicht gerade auf der Hand liegt. Die Ergebnisse seiner Arbeit dürften Fachleuten viel Anlass auch zum selbstkritischen Weiterdenken geben.»

Der Luzerner Religionspreis ist mit 500 Franken dotiert. Er wird von der Universitätsstiftung zu Verfügung gestellt und jährlich von der Theologischen Fakultät in Zusammenarbeit mit dem Religionswissenschaftlichen Institut der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern verliehen. Der Jury gehören an: Prof. Dr. Monika Jakobs, Dr. Nadja Miczek, Prof. Dr. Robert Vorholt.

Für den Religionspreis 2015 können Maturaarbeiten an die Präsidentin der Jury eingereicht werden (monika.jakobs@unilu.ch). Das Abgabedatum wird noch bekannt gegeben. Die Arbeiten werden von den Betreuungspersonen eingereicht. Für die Preisvergabe werden Arbeiten aus der gesamten deutschsprachigen Schweiz berücksichtigt.


Weitere Auskünfte:
Prof. Dr. Monika Jakobs, Theologische Fakultät, monika.jakobs@unilu.ch

Dave Schläpfer, Öffentlichkeitsarbeit, 041 229 50 92, dave.schlaepfer@unilu.ch Weitere Informationen:http://www.unilu.ch/deu/news_1248602.html Anhang
Medienmitteilung Luzerner Religionspreis 2014
uniprotokolle > Nachrichten > Luzerner Religionspreis 2014 geht an Franziska Vogel und Fabian Pfaff
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/279109/">Luzerner Religionspreis 2014 geht an Franziska Vogel und Fabian Pfaff </a>