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Studierende der Hochschule Karlsruhe präsentieren selbst gebauten Rennwagen

30.05.2014 - (idw) Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Studierende der Hochschule Karlsruhe Technik und Wirtschaft präsentieren selbst gebauten Rennwagen mit neuem Aerodynamik-Paket. Mit ihm planen sie die Teilnahme an den internationalen Konstruktionswettbewerben der "Formula Student" auf dem Hockenheimring, in Österreich und Spanien. Auch in diesem Jahr haben sich wieder 52 Studierende der Hochschule Karlsruhe Technik und Wirtschaft zusammengefunden, um einen einsitzigen Formelrennwagen zu konstruieren und anschließend selbst zu fertigen. Die Studierenden aus Fahrzeugtechnologie, Maschinenbau, Mechatronik, Elektrotechnik und auch Wirtschaftsingenieurwesen und International Management haben ein großes gemeinsames Ziel: die Weiterentwicklung des Rennwagens für die diesjährige Teilnahme an studentischen Konstruktionswettbewerben. Gerne möchten sie dabei an die erfolgreiche Vorjahressaison anknüpfen, wo es ihnen u. a. gelungen war, in Italien den 1. Platz in der Konstruktionswertung zu erreichen.

Nach acht Monaten Entwicklung, Konstruktion und Fertigung haben sie nun mit dem Rollout am 28. Mai 2014 ihr erstes großes Etappenziel erreicht und können das Resultat ihrer Projektarbeit mit dem neuen Rennwagen F-108 erstmals der Öffentlichkeit präsentieren.

Die Hauptaufgabe der internationalen Konstruktionswettbewerbe der Formula Student besteht darin, einen Rennwagen herzustellen, der für eine Produktion in Kleinserie geeignet wäre. Geschwindigkeit ist also nur ein Aspekt, bewertet wird das Gesamtkonzept, zu dem auch Beschleunigungs- und Bremsleistung sowie Konstruktion, Gewicht und die kalkulierten Produktionskosten zählen. Um also einen schnellen, wendigen, sicheren, zuverlässigen und innovativen sowie kostengünstigen Rennwagen zu entwickeln, ist für die Studierenden eine genaue Projektplanung und Koordination samt Marketingstrategie, Business Plan und Cost Report notwendig. Gefragt sind demnach viele ingenieurspezifische Fähigkeiten wie auch umfangreiche Wirtschafts- und Marketingkompetenzen. Das Konzept hinter diesem Wettbewerb ist es, den Studierenden eine attraktive Möglichkeit zu bieten, das im Studium angeeignete Wissen in der Praxis anzuwenden.

Für die neue Saison wartet das studentische Team mit einigen technischen Raffinessen auf und setzt dabei vor allem auf Gewichtsreduzierung durch konsequenten Leichtbau. So konnte die kohlefaserverstärkte (CFK) Monocoque-Karosserie wie auch das Aerodynamik-Paket des Fahrzeugs weiter optimiert werden, ohne dass die Steifigkeit der Bauteile dabei reduziert wurde. Auch zahlreiche andere Bauteile wurden überarbeitet, um Gewicht zu sparen. Ebenso wurde die Antriebshalterung leichter und auch wartungsfreundlicher. Und nicht zuletzt wurde das Getriebe komplett überarbeitet, damit es den Anforderungen der dynamischen Wettbewerbe noch besser gerecht wird. Wie in den Jahren zuvor wurde der Rennwagen wieder mit einem 600 ccm-Verbrennungsmotor aus einem Motorrad ausgestattet, der mit über 80 PS für den nötigen Vortrieb und optimale Längsdynamik sorgt.

Bevor jedoch auch nur ein Bauteil gefertigt werden konnte so der studentische Projektleiter des Teams Jonas Scheiffele, der im 4. Semester Fahrzeugtechnologie studiert, war es notwendig, dass sämtliche Bauteile zuvor in einem CAD-System (Computer Aided Design) am Rechner konstruiert wurden. Anschließend wurden alle kritischen Bauteile am Computer simuliert und Einzelteile beispielsweise in Bruchversuchen getestet. Erst als die Bauteile den berechneten Belastungen standhielten, konnten wir mit der Fertigung beginnen. Dabei hatten wir durch das Institute of Materials and Processes an der Hochschule die einmalige Möglichkeit, fast alle Komponenten selbst herstellen zu können.

Nach dem Rollout des F-108 wird das Team am ZF-Racecamp teilnehmen, wo die Studierenden dabei unterstützt werden, ihre Boliden für die Wettbewerbe der Formula Student fit zu machen. Im August steht dann der Konstruktionswettbewerb Formula Student Germany auf dem Hockenheimring an, der vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) durchgeführt wird. Im Anschluss folgen dann die Wettbewerbe auf dem Red Bull-Ring im österreichischen Spielberg und auf dem Barcelona-Catalunya Circuit in Spanien.

Trotz der stressigen Zeit gerade kurz vor dem Rollout sind wir alle im Team hoch motiviert und stolz auf das Ergebnis der langen Arbeit, fasst Wirtschaftsteamleiter und Rollout-Organisator Robin Scholl, ebenfalls Student im 4. Semester des Studiengangs Fahrzeugtechnologie, die Stimmung im Team zusammen, das Projekt gibt uns Studierenden aus den verschiedenen Fachrichtungen Gelegenheit, das im Studium Erlernte und unsere eigenen Ideen in die Praxis umzusetzen.


Die Kombination aus hoher Qualität und ausgeprägtem Praxisbezug steht für unser Ausbildungskonzept, kommentiert Rektor Prof. Dr. Karl-Heinz Meisel das Projekt, und der weiterentwickelte Rennwagen unserer Studierenden ist wieder ein ausgezeichneter Beleg dafür. Weitere Informationen:http://www.hs-karlsruhe.de/hochschule/aktuelles/presse/studierende-der-hska-prae...
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