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Peter Bofinger in den "Rat der Weisen" berufen

17.01.2004 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Ab 1. März gehört Professor Peter Bofinger von der Uni Würzburg dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung an. Dieses Gremium ist besser bekannt unter der Bezeichnung "Die fünf Weisen" und gilt als Deutschlands wichtigste Expertenrunde für Wirtschaftsfragen.


Peter Bofinger In diesem Kreis wird der 49-jährige Würzburger Professor Jürgen Kromphardt ablösen. Das Bundeskabinett gab dies am Mittwoch bekannt. Die Wirtschaftsweisen werden auf Vorschlag der Bundesregierung für jeweils fünf Jahre vom Bundespräsidenten berufen. Dem Gremium gehören außerdem die Professoren Wolfgang Wiegard (Regensburg), Wolfgang Franz (Mannheim), Bert Rürup (Darmstadt) und Axel Weber (Köln) an.

Peter Bofinger hat an der Uni Würzburg seit 1992 den Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, Geld und internationale Wirtschaftsbeziehungen inne. Seit Oktober 2003 ist er einer der drei Vizepräsidenten der Universität. Der gebürtige Pforzheimer studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität des Saarlandes, wo er auch promovierte und sich habilitierte. Von 1985 bis 1990 arbeitete er in der Volkswirtschaftlichen Abteilung der Landeszentralbank Baden-Württemberg mit. Nach seiner Habilitation vertrat er zunächst Professuren in Kaiserslautern und Konstanz, bevor er dem Ruf an die Uni Würzburg folgte.

Einen Namen hat sich Bofinger unter anderem bei der europäischen Währungsunion als Befürworter des Euro gemacht. Auf diesem Gebiet liegt auch einer seiner aktuellen Forschungsschwerpunkte, bei dem der Einfluss psychologischer Prozesse auf die Wechselkurse untersucht wird. Beispiel: "Die stetige Abwertung des Euro bis zum Jahr 2000 hatte überhaupt keine ökonomische Grundlage, sondern war eine rein psychologische Angelegenheit", sagt Bofinger. Wie solche Prozesse genau ablaufen, soll darum an seinem Lehrstuhl analysiert werden.

Bofingers Team befasst sich auch mit der Wechselkurspolitik in wirtschaftlich aufstrebenden Schwellenländern. Die Würzburger Ökonomen haben ein theoretisches Modell dafür entwickelt, wie solche "Emerging Markets" ihre Wechselkurse steuern können. Bofinger: "Das Land Slowenien setzt unsere Theorie des 'Managed Floating' in die Praxis um - und ist damit sehr erfolgreich".

Neuland beschreitet der Professor auch in der Lehre. Den Studierenden will er grundlegende Zusammenhänge der Volkswirtschaft mit neuen Modellen besser vermitteln. Sein 2003 erschienenes Buch "Grundzüge der Volkswirtschaftslehre" bezeichnet Bofinger als Versuch, die VWL innovativ darzustellen: Zum Buch gehört eine CD-ROM, mit deren Hilfe die Studierenden am Computer Märkte simulieren können. Damit das nicht zu trocken ausfällt, hat der Autor zum Beispiel den Markt für Bier in einer Kneipe als "Spielmöglichkeit" gewählt.

Kontakt: Prof. Dr. Peter Bofinger, T (0931) 31-2945, Fax (0931) 31-2775, E-Mail:
peter.bofinger@mail.uni-wuerzburg.de
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