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Vernetzte Forschung Schlüssel zum Erfolg

17.01.2004 - (idw) Forschungszentrum Jülich

Berlin/Jülich, 16. Januar 2004. Einen Parlamentarischen Abend veranstaltete das Forschungszentrum Jülich in der NRW-Landesvertretung in Berlin. Das größte interdisziplinäre Forschungszentrum Europas hatte dazu Abgeordnete des Deutschen Bundestags und des NRW-Landtags eingeladen. Die Wissenschaftler zeigten ausgewählte Projekte und Ergebnisse aus der Jülicher Spit-zenforschung.

"Unser Maßstab für Wissenschaft und Forschung in NRW ist das internationale Niveau der Besten", betonte die nordrhein-westfälische Ministerin für Wissenschaft und Forschung, Hannelore Kraft, in der Podiumsdiskussion. "Dafür sind wir in NRW mit unserer hervorragenden wissenschaftlichen Infrastruktur gut aufgestellt. Wesentlichen Anteil hat daran das Forschungszentrum Jülich. Es ist seit fast 50 Jahren auf das Engste mit den Hochschulen vernetzt. Diese Einbindung geschieht über gemeinsame Berufungen - so haben derzeit 40 Institutsleiter des Forschungszentrums eine Professur an einer NRW-Hochschule - und durch viele gemeinsame Projekte."
Als Vertreter des Bundes - das Forschungszentrum Jülich wird zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Land Nordhrein-Westfalen finanziert - nahm Christoph Matschie, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, an der Podiumsdiskussion teil. "Innovationen entstehen nicht von allein. Besonders die in-terdisziplinäre Forschung in Jülich überzeugt durch exzellentes wissenschaftliches Potenzial, aber auch dadurch, erarbeitetes Wissen in Anwendungen und Produkte umzusetzen."
Der Parlamentarische Abend stand unter dem Motto "Jülich - Forschen mit Perspek-tive". Dazu Prof. Joachim Treusch, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums: "Forschen mit Perspektive heißt für uns, Beiträge zur Lösung drängender Zukunfts-probleme zu liefern. Unsere Exponate sollen dies beispielhaft verdeutlichen." Dorothee Dzwonnek, Stellvertretende Vorstandsvorsitzende, nannte dafür die wesentli-chen Kriterien: "Wissenschaftliche Exzellenz und enge Vernetzung mit den Hochschulen sind unerlässliche Voraussetzungen für den Erfolg im internationalen Wett-bewerb."
Umweltforschung, Solarstrom, Nanoelektronik und Hirnforschung - das waren die Themen, die das Forschungszentrum mit einer Ausstellung und Exponaten vorstellte. In die Themen führten vier Bundestagsabgeordnete ein, die das Forschungszentrum näher kennen: Ulrike Flach (FDP), Vorsitzende des Bundestags-Forschungsausschusses, Hans-Josef Fell, Solar-Experte und Grünen-Obmann für den Forschungs-ausschuss, Uwe Schummer (CDU), ebenfalls Mitglied des Forschungsausschusses, und Dietmar Nietan (SPD), Bundestagsabgeordneter für den Kreis Düren und damit auch für Jülich.
Wie durch nachhaltige Wassernutzung die Ernährung von morgen gesichert werden kann, zeigte Prof. Ulrich Schurr, Leiter des Instituts für Phytosphäre. Dazu setzen die Wissenschaftler neuartige, nicht-invasive Verfahren ein, mit denen sie in Böden und Pflanzen hineinschauen können, ohne diese zu zerstören.

Solarstrom zum kleinen Preis - unter diesem Titel stellte Dr. Helmut Stiebig vom Institut für Photovoltaik Solarmodule made in Jülich vor. Auf der Basis modernster Ma-terialforschung entwickeln Jülicher Forscher neue Konzepte und Herstellverfahren. Ziel ist ein technologisch ausgereifter Prototyp - industrienah und kostengünstig her-gestellt.
Den bedarfsgesteuerten Hirnschrittmacher für Parkinson-Kranke erläuterte Prof. Peter Tass vom Institut für Medizin. Gängige Implantate unterdrücken die krankhafte Nerventätigkeit der Parkinson-Patienten, indem sie das betroffene Areal permanent mit elektrischen Pulsen bombardieren. Das kann zu kritischen Nebenwirkungen füh-ren. Beim neuen bedarfsgesteuerten Hirnschrittmacher dagegen werden gezielt Ein-zelreize erzeugt. Die schonende Regulation erhöht die Verträglichkeit enorm.
Prof. Rainer Waser vom Institut für Festkörperforschung und Dr. Bert Voigtländer vom Institut für Schichten und Grenzflächen nahmen die Gäste mit auf eine Reise in die faszinierende Welt der Nanoelektronik. Zu den Visionen gehören das simultan übersetzende Handy ebenso wie das "intelligente" Auto. Um sie zu verwirklichen, entwickeln die Jülicher Forscher immer kleinere Bauelemente, die sie etwa aus den kleinsten Bausteinen der Materie - den Atomen und Molekülen - konstruieren.
Einen ungewöhnlichen Weg, Forschung mit Perspektive aufzuzeigen, ging das Forschungszentrum Jülich gemeinsam mit der Künstlergruppe "Raumforscher" und der Agentur art2b, einem Spin-off der Kunsthochschule für Medien in Köln. Die Künstler hatten aus Bildern und Geräuschen des Jülicher Forschungsalltags einen begehbaren multimedialen Erlebnisraum geschaffen.
Auf dem Parlamentarischen Abend stellte das Forschungszentrum auch eine neue Broschüre mit dem Titel "Forscher für morgen" vor, die spannende Beispiele aus den vielen Kooperationen mit den Hochschulen aufzeigt. Die Broschüre, die 32 Seiten umfasst und in allgemein verständlicher Sprache geschrieben ist, kann bei der Öffentlichkeitsarbeit des Forschungszentrums unter der Telefon-Nr. 02461 61-8027 oder über das Internet bestellt bzw. herunter geladen werden:
www.fz-juelich.de/portal/angebote/oeffentlichkeitsarbeit/broschueren

Foto zur Pressemitteilung im Internet (siehe unten)

Zum Forschungszentrum Jülich:
Das Forschungszentrum Jülich ist das größte interdisziplinäre Forschungszentrum in Europa mit einem Jahresetat von 360 Mio. Euro (einschließlich Sonderaufgaben) und 4 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Stand 2003). Gesellschafter der "Forschungszentrum Jülich GmbH" sind die Bundesrepublik Deutschland (90 %) und das Land Nordrhein-Westfalen (10 %). Das 1956 gegründete Forschungszentrum ist eines der 15 Mitglieder der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. In Jülich arbeiten Wissenschaftler der Disziplinen Physik, Chemie, Biologie, Medizin und Ingenieurwissenschaften in den Bereichen Materie, Energie, Information, Leben und Umwelt interdis-ziplinär zusammen. Langfristige, grundlagenorientierte Beiträge zu Naturwissen-schaft und Technik werden ebenso erarbeitet wie konkrete technologische Anwendungen für die Industrie.

Weitere Informationen für die Presse:

Mechthild Hexamer, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecherin
Forschungszentrum Jülich, 52425 Jülich, www.fz-juelich.de
Tel. 02461 61-4661, Fax 02461 61-4666, m.hexamer@fz-juelich.de
Peter Schäfer, Stellv. Leiter Öffentlichkeitsarbeit
Forschungszentrum Jülich, 52425 Jülich, www.fz-juelich.de
Tel. 02461 61-8028, Fax 02461 61-8106, p.schaefer@fz-juelich.de
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