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Kunstwerke wie eine zweite Natur im Garten

02.06.2014 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Ausstellung von Liz Bachhuber im Frommannschen Garten der Universität Jena eröffnet am 3. Juni Der Garten des historischen Frommannschen Anwesens ist ein Kleinod inmitten der Jenaer Innenstadt, ein beliebter Treffpunkt, um sich auszutauschen oder zu erholen. Besucher können den Garten jetzt ganz neu entdecken: Denn überall schweben derzeit große und kleine nestartige Gebilde an Denkmälern, Gittern und Lauben im Garten.

Die Skulpturen stammen von der Künstlerin Liz Bachhuber und sind Teil des diesjährigen FrommannschenSkulpturenGartens eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst, die der Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Jenaer Kunstverein bereits zum dritten Mal organisieren. Vom 4. Juni bis zum 13. Juli sind Liz Bachhubers Vernestungen so der Titel der neuen Schau im Frommannschen Garten (Fürstengraben 18) zu sehen. Die Vernissage findet morgen (3. Juni) um 19 Uhr statt. Die Künstlerin wird anwesend sein, Gäste sind willkommen.

Liz Bachhuber stammt aus Wisconsin, USA. Seit 1993 ist sie Professorin für Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar und hat dort den Studiengang Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien aufgebaut. In ihren Kunstwerken beschäftigt sie sich vor allem mit dem Verhältnis zwischen Natur und Zivilisation.

Diesem Thema widmet sie sich auch im FrommannschenSkulpturenGarten: Für ihre Kunstwerke hat Liz Bachhuber natürliche und künstliche Materialien verarbeitet, die von Bürgern, Firmen und Institutionen aus Jena und Umgebung gespendet wurden. Birkenschösslinge hat sie mit bunten Kleidern, Fahrradreifen, Kletterseilen, Plastikplanen und anderen Gegenständen zu kleinen und großen Nestern verflochten. Die so entstandenen Skulpturen winden sich in die Strukturen des Gartens sowie an ein sechs Meter hohes Gerüst, das speziell für die Ausstellung aufgebaut wurde. Liz Bachhubers Kunstwerke ahmen die Natur nach und bleiben gleichzeitig als zivilisatorische Eingriffe erkennbar, sagt die Kunsthistorikerin der Universität Jena, Prof. Dr. Verena Krieger. Mit ihrer sanften Eroberung des Gartens fügen sie sich wie eine zweite Natur friedlich in die vorhandene ein, so die Inhaberin des Lehrstuhls für Kunstgeschichte.

Für Liz Bachhubers Kunst ist der Frommannsche Garten ein idealer Ort, denn hier wird das Spannungsverhältnis zwischen Natur und Kultur besonders deutlich. Der Garten ist Natur, heruntergekocht, ästhetisiert und historisiert, sagt Bachhuber über den Garten. In Miniatur treffen Elemente des englischen Landschaftsparks auf verspielte und streng-geometrische Elemente des französischen Barock. Die echte Natur ist pragmatisch und weniger puristisch oder dogmatisch, wenn es um das blanke Überleben geht, so die Künstlerin.

Die während der Ausstellung zu sehenden Objekte sind in doppelter Hinsicht einzigartig: Liz Bachhuber hat die Skulpturen in den vergangenen zwei Wochen vor Ort und speziell für den Frommannschen Garten erschaffen und dabei auch Freiwillige mithelfen lassen. Sie reagiert auf die räumlichen Gegebenheiten und das Material, das ihr zur Verfügung steht, erläutert Anne-Kathrin Hinz, Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kunstgeschichte und kuratorische Assistentin für den Skulpturengarten. Auf diese Weise entstehen stets ganz individuelle Kunstwerke, die den jeweiligen Ausstellungsort aktiv einbeziehen. Zudem existieren Bachhubers Kunstwerke nur für die Dauer des FrommannschenSkulpturenGartens: Nach Ende der Ausstellung werden alle Materialien recycelt, wiederverwendet oder kompostiert. Das Kunstwerk ist hier kein Objekt für die Ewigkeit, sondern es fügt sich in die Natur ein und ist wie deren Elemente vergänglich, verdeutlicht Wolfram Stock, Vorsitzender des Jenaer Kunstvereins.

Die Ausstellung Vernestung im Frommannschen Anwesen (Fürstengraben 18, 07743 Jena) ist Montag bis Freitag von 8-20 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei. Die Vernissage findet am 3. Juni um 19 Uhr statt. Prof. Krieger bietet am 17. Juni um 17 Uhr und am 9. Juli um 16 Uhr kostenlose Führungen an. Zudem wird am 3. Juli ab 17 Uhr Liz Bachhuber selbst durch ihre Ausstellung führen und anschließend in einem Künstlergespräch über ihr Werk Auskunft geben.


Kontakt:
Prof. Dr. Verena Krieger
Kunsthistorisches Seminar und Kustodie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Frommannsches Anwesen
Fürstengraben 18, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944160
E-Mail: verena.krieger[at]uni-jena.de Weitere Informationen:http://www.uni-jena.de
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