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IASS startet Sommer-Messkampagne BÄRLIN-2014 mit Senat zur Luftverschmutzung

02.06.2014 - (idw) Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Welchen Einfluss haben Grünflächen auf die Luftqualität und damit auf Ozon, Feinstaub und Stickoxide in der Hauptstadt? Welche Rolle spielen die vom Menschen direkt oder indirekt verursachten Emissionen? Wie wirken beide zusammen? Wissenschaftler des IASS Potsdam starten am 3. Juni zusammen mit dem Berliner Senat, dem Umweltbundesamt und weiteren Partnern aus der Wissenschaft die Messkampagne BÄRLIN-2014 (Berlin Air quality Research: Local and long range Impact of anthropogenic and Natural hydrocarbons), um während der drei Sommermonate den vielfältigen Ursachen der Luftverschmutzung auf die Spur zu kommen und Vorschläge für optimierte Handlungsstrategien zu entwickeln. Dicke Luft in Berlin? Die Zahl der Tage, an denen pro Jahr die Obergrenze der gesundheitsschädlichen Feinstaubbelastung überschritten werden darf, wurde in Berlin bereits im Frühling erreicht. Und dies, obwohl die Hauptstadt im Vergleich zu anderen Millionenstädten große Grün- und Wasserflächen und wenig Industrieareale aufweist. Die Kenntnisse, welchen Einfluss städtische Grünflächen wie Parks und Waldflächen durch biogene, also stressbasierte Emissionen der Vegetation im Zusammenspiel mit dem Menschen (anthropogene Quellen) auf die Luftqualität haben, sind bislang begrenzt. Modellbasierte Vorstudien zeigen beispielsweise, dass bestimmte Baumarten durch biogene Ausdünstungen zwar die Ozonbelastung puffern können, dabei aber Feinstaub bilden, während andere Baumarten die Ozonbelastung antreiben, ohne die Feinstaubbelastung zu beeinträchtigen. Die BÄRLIN-2014-Messkampagne des IASS in Kooperation mit dem Berliner BLUME-Messnetz, den Berliner Universitäten, dem Umweltbundesamt, den Forschungszentren in Jülich und Garmisch-Partenkirchen sowie weiteren Experten aus Deutschland und England wird verschiedene Messmethoden einsetzen, um ein besseres Grundverständnis der Beiträge wesentlicher Quellen der Feinstaubbelastung sowie über die Selbstreinigungsfähigkeiten der Berliner Luft zu erhalten.

Dazu wird in Berlin-Neukölln die permanente BLUME-Messstation (Nansenstraße/Framstraße) nahe des Tempelhofer Felds um Messinstrumente für Kohlenwasserstoffe, Feinstaub (Größenverteilung und chemische Zusammensetzung) und Verschmutzungshöhen (Grenzschicht) erweitert, um für das Wohngebiet Neukölln detailliertere Ergebnisse mit hoher Zeitauflösung und Genauigkeit zu erhalten. Hier soll ein zusätzlich installiertes Messgerät des Forschungszentrums Garmisch-Partenkirchen Hinweise geben, inwieweit die Luftbelastung von der Verschmutzungshöhe und Wolken abhängt, d.h. ob die Verschmutzung lokal verursacht oder aus der Ferne herantransportiert wurde. Für diese Messung wird das Dach eines Kinderhorts eingebunden. Die Messungen und Einflüsse auf unsere Luftqualität werden den Kindern des Horts von Wissenschaftlern anschaulich erklärt.

Um die Unterschiede in der Region Berlin und Potsdam zu erfassen und mit den in Neukölln gesammelten Daten zu vergleichen, werden Wissenschaftler des IASS mit mobilen Messrucksäcken und GPS bestückt zudem auf regelmäßigen, längeren Fahrradfahrten durch Berlin und Potsdam die Luftqualität messen. Hier sollen die Veränderungen zwischen Stadtgebiet, Parkflächen, Autobahnabschnitten, Tiergarten, Grunewald und Wohngebieten untersucht werden. In einer intensiven Messphase im Hochsommer werden Anfang August mobile Messwagen des Forschungszentrums Jülich die unterschiedlichen Auswirkungen der Emissionen durch den Stadt- und Fernverkehr untersuchen. Dabei soll auch die Wirkung der Umweltplakette untersucht werden, deren Einfluss insbesondere auf die Feinstaub-Partikelzahl bereits in Leipzig nachgewiesen wurde. Sämtliche Messdaten werden von den IASS-Wissenschaftlern ausgewertet und anhand von Modellen werden anschließend die Quellen sowie ihre Auswirkungen analysiert. Auf dieser Grundlage will das IASS Vorschläge für Maßnahmen für bessere Luftqualität entwickeln.


Für Nachfragen und Interviewwünsche stehen Ihnen die beiden Projektleiter von BÄRLIN- 2014 des Forschungsclusters Nachhaltige Interaktionen mit der Atmosphäre (SIWA) am IASS gern zur Verfügung:

Dr. Boris Bonn, Meteorologe,
Dr. Erika von Schneidemesser, Atmosphärenchemikerin Weitere Informationen:http://www.iass-potsdam.de Anhang
Pressemitteilung (PDF)
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