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Praxisnahe Diabetesforschung - Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) auf Fachkongress

03.06.2014 - (idw) Deutsches Zentrum für Diabetesforschung

Berlin 2014. Die Welt der nationalen Diabetesforschung hat sich am Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) bis 31. Mai in Berlin getroffen. Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) war auf der 3-tägigen Tagung mit zahlreichen Vorträgen und Posterpräsentationen vertreten. Die DZD-Forscher stellten dabei aktuelle Forschungsergebnisse aus Labor und Klinik vor, wie die Rolle von Epigenetik bei der Entstehung des Typ-2-Diabetes oder neue Therapiekonzepte gegen Übergewicht und Diabetes. Zahlreiche Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) präsentierten den knapp 6000 Kollegen, Ärzten und medizinischen Fachkräften ihre neuesten Forschungsergebnisse in Berlin. Dabei waren sowohl das Diabetesrisiko, als die auch personalisierte Prävention und Therapie bei Typ-1 und Typ-2-Diabetes Thema. Prof. Martin Hrabé de Angelis, Vorstandsmitglied des DZD und Direktor des Instituts für experimentelle Genetik am Helmholtz Zentrum München, und Prof. Matthias Tschöp, Leiter des DZD-Forschungsprogramm zur Entwicklung neuer Therapien und Direktor des Helmholtz Diabetes Center am Helmholtz Zentrum München, boten in einer Pressekonferenz einen Ausblick auf eine mögliche Medizin von morgen. Sie stellten bei dieser Gelegenheit visionäre Konzepte vor, zu denen aktuell in den Laboren des DZD geforscht wird.

Vererbtes Diabetesrisiko
Jüngste Forschungen des DZD unterstreichen die Bedeutung der Epigenetik als einen Baustein bei der Entstehung des Typ-2-Diabetes. Ein erhöhtes Diabetesrisiko wird durch sogenannte epigenetische Veränderungen an der DNA vererbt, ohne dabei den genetischen Code per se zu berühren, wie Martin Hrabé de Angelis und sein DZD-Team in Mäusen feststellen konnten. Über Spermien und Eizellen wurden von diabetischen Mäusen Informationen weitergegeben. Diese bedingten bei den Nachkommen bei fettreicher Ernährung einen noch stärker ausgeprägten Diabetes als bei den Eltern. Hrabé de Angelis erklärt: Die Ursachen für den rasanten Anstieg von Betroffenen mit Typ-2-Diabetes in den vergangenen 20 Jahren sind nur teilweise durch einen ungünstigen Lebensstil erklärbar. Und für die Entstehung von Diabetesrisikogenen ist die Zeitspanne viel zu kurz. Daher rückt die mögliche Rolle von epigenetischen Veränderungen zunehmend in den Fokus von uns Diabetes-Wissenschaftlern.

Mit der Pille statt dem Messer dem Diabetes zu Leibe rücken
Adipositas, also sehr starkes Übergewicht, ist einer der Hauptrisikofaktoren des Typ-2-Diabetes. Als einzig wirksame Therapie erweist sich häufig nur der Griff zum Skalpell. Bei einem Magenbypass wird die Speiseröhre direkt mit dem Darm verbunden. Solch ein Bypass senkt bei den meisten Patienten nach einiger Zeit nicht nur die Menge der Köperfettmasse, bereits unmittelbar nach der Operation normalisiert sich der Blutzuckerspiegel. Eine medikamentöse Diabetestherapie ist nicht länger erforderlich. Wir wissen heute, dass dieses Phänomen mit den Magen-Darm-Signalen ans Gehirn zu tun hat. Dies eröffnet neue Therapieoptionen, in dem wir diese Signale mit Medikamenten kopieren und so vielleicht zukünftig diese schwerwiegenden operativen Eingriff vermeiden können. Bietet Matthias Tschöp einen Ausblick in eine mögliche Zukunft. Gemeinsam mit seinen Kollegen aus dem DZD, einer Forschergruppe in den USA und einem Industriepartner konnte er ein solches Molekül entwickeln, dass sich auch bereits in einer ersten klinischen Studie im Menschen bewährt hat. Bei der Maus sind die DZD-Wissenschaftler schon ein Stück weiter, dort können sie Fettsucht und Diabetes mit diesem neuen Therapieansatz bereits kurieren.

Ausgezeichnete Forschung
Im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung arbeiten Kliniker und Grundlagenforscher eng zusammen. Dieses interdisziplinäre Umfeld bietet großartige Voraussetzungen für die Entwicklung individualisierter Präventionsstrategien und maßgeschneiderter, kausaler Therapien. erläutert Martin Hrabé de Angelis. Die interessanten Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten stießen bei den Besuchern des Kongresses auf großes Interesse und wurden auch mit Preisen ausgezeichnet. Die Forschungserfolge von Dr. Barbara Ludwig vom Paul-Langerhans-Institut an der Universität in Dresden, Partner im DZD, im Bereich der Betazelltransplantation wurden mit dem Ernst-Friedrich-Pfeiffer-Preis 2014 geehrt. PD Dr. Natalia Rudovichs zukünftige Forschungsprojekte beim DZD-Partner Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) wurden mit einer Menarini-Projektförderung finanziell unterstützt.


Unter der Mission Gemeinsam forschen für eine Zukunft ohne Diabetes arbeiten im Deutschen Zentrums für Diabetesforschung fünf Partner: des Helmholtz Zentrum München, des Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, des Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf und der Universitäten Tübingen und Dresden. Weitere Informationen:http://www.dze-ev.de
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