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Lernen aus der Vergangenheit, um Zukunft zu gestalten!

03.06.2014 - (idw) Fachhochschule Erfurt

Erfurter Studierende auf Spurensuche zum Anfang des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren in Danzig. Notwendigkeit einer Bildungsarbeit an Erinnerungsorten. 15 Studierende der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Erfurt haben bei einer Studienfahrt vom 19.bis 24.05.2014 die Ostseehafenstadt Gdánsk besucht und dabei erfahren, welche Rolle Krieg, Unterdrückung und Alltagster-ror in der Pädagogik spielen sollen, um der Wahrheit gerecht zu werden.

Was mit Schüssen eines deutschen Kriegsschiffes am 1. September 1939 auf die polnische Westerplatte begann, endete sechs Jahre später mit einer der größten Katastrophen der Menschheit, deren Folgen wir noch immer spüren. Danzig, als der Ort, an dem vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg begann, steht symbolhaft für das lange und widersprüchliche Verhältnis von Deutschen und Polen.
Doch wie können Lehren aus einem Geschehen gezogen werden, welches zwar Günter Grass in seinem Buch Die Blechtrommel so eindrücklich geschildert hat, welches aber aus Sicht der jungen Menschen von heute weit zurückliegt? Wie müssen pädagogische Angebote gestrickt sein, damit Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ein Verständnis dafür bekommen, was Krieg, Unterdrückung und Alltagsterror bedeuten? Was müssen sie wissen, damit sie heute nicht leichtfertig demokratische Werte verwerfen und Geschichtsbilder manipulieren lassen?
Diesen Fragen stellten sich die Studierenden vor Ort in Gdansk. Unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen konnte in Kooperation mit dem Museum Zweiter Weltkrieg und der Europäischen Stiftung Solidarnosc ein Programm auf die Beine gestellt werden, in dem historische Aspekte und methodische Ansätze gleichermaßen vermittelt wurden. Vor dem Hintergrund aktueller Fragen, wie der Zukunft der Ukraine oder der demokratischen Gestaltung Osteuropas, konnten sich die Studierenden ein eigenes Bild von der Notwendigkeit einer Bildungsarbeit an Erinnerungsorten verschaffen.
Danzig mit der Westerplatte und dem Zweiten Weltkrieg, seiner Werft und der Gründung der ersten freien Gewerkschaft im Kommunismus sowie der Etablierung des später für die DDR so wichtigen Runden Tisches steht für einen Freiheitsgedanken, der in der Pädagogik wertvolle Ansätze liefert, um junge Menschen für eine Reise in die Vergangenheit zu begeistern, um Zukunft zu gestalten.
Für die beiden Organisatoren der Studienfahrt, Prof. Dr. Jörg Fischer und Prof. Dr. Friso Ross von der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften stellt diese Tour einen wichtigen Bestandteil ihres Engagements in der Forschung zur Bildungsarbeit und der Stärkung der Kontakte zu Osteuropa her. So selbstverständlich der Kontakt vieler junger Menschen zwischen Deutschen und Franzosen heutzutage ist, so normal soll künftig auch das Verhältnis zwischen jungen Polen und Deutschen sein. Vorurteilen und Desinteresse an den europäischen Nachbarn lässt sich nur wirksam durch gemeinsames Kennenlernen und Erleben begegnen, so Professor Fischer.

Text: Prof. Dr. Jörg Fischer



Kontakt: joerg.fischer@fh-erfurt.de
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