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Natürliche Klimavariationen in historischen Zeiten

17.01.2004 - (idw) GeoForschungsZentrum Potsdam

Vom 19. bis 21. Januar 2004 ist das Maarmuseum Manderscheid (Eifel) Tagungsort für die im KIHZ Projekt "Klima in Historischen Zeiten" zusammenarbeitenden Paläoklimatologen und Klimamodellierer aus 17 außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Instituten deutscher Universitäten.

Presseinformation des KIHZ-Projektes/Maarmuseum Manderscheid

Von der Vergangenheit in die Zukunft - Natürliche Klimavariationen in historischen Zeiten bis 10.000 Jahre vor heute
Vom 19. bis 21. Januar 2004 ist das Maarmuseum Manderscheid (Eifel) Tagungsort für die im KIHZ Projekt "Klima in Historischen Zeiten" zusammenarbeitenden Paläoklimatologen und Klimamodellierer aus 17 außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Instituten deutscher Universitäten.
Dieses Forschungsprojekt wurde von der Helmholtz Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) von 1998 bis 2003 als Strategiefondsprojekt finanziert. Verschiedene Wissenschaftszweige von der Meteorologie über die Modellierungsverfahren bis zur Paläoklimatologie wurden erfolgreich zusammengeführt, um natürliche Klima-Archive (jahresgeschichtete Eiskerne, Binnensee- und Meeres-Sedimente, Korallen sowie Baumringe) global zu vergleichen und die Daten in Klimamodelle einzubauen zu können. Weltweit erstmalig wurde aus der Kombination von Daten und Modellen versucht, das Klima der letzten 10.000 Jahre zu rekonstruieren. Die Ergebnisse dieser wissenschaftlchen Arbeiten werden in der KIHZ-Abschlusstagung in Manderscheid diskutiert. Dabei stehen räumliche Muster, Stärke, Häufigkeit und Geschwindigkeit natürlicher Klimaänderungen in der Vergangenheit im Mittelpunkt. Die Ursachen und Steuerungsmechanismen der damit verbundenen Umweltveränderungen werden analysiert und Klimaszenarien für die Zukunft entworfen. Die Unterscheidung zwischen durch den Menschen verursachten und natürlichen Umweltveränderungen in der Vergangenheit soll ermöglichen, den Anteil des Menschen an heutigen und zukünftigen Klimaänderungen abzuschätzen und Hinweise auf notwenige Klimaschutzmaßnahmen zu geben.
Im Rahmen dieser Tagung werden zwei öffentliche Abendvorträge im Kurhaus Manderscheid stattfinden.
Herr Prof. Frank Sirocko (Universität Mainz) stellt am Montag, 19.01.2004 19.15Uhr die "Maarsedimente als Archiv der Geschichte von Klima und Vulkanismus in der Eifel" vor.
Im Rahmen des ELSA-Projektes (Eifel Laminated Sediment Archive) wurden in den letzten vier Jahren etwa 30 Trockenmaare in der Eifel mit Kernbohrungen, z.T. bis zu einer Tiefe von 155 Metern, untersucht. Die Kerne datieren in den Zeitraum 15.000 bis 140.000 Jahre vor heute und dokumentieren die Entwicklung von Klima, Umwelt und Vulkanismus in der Eifel in höchster Auflösung. Die Sedimente aus den Trockenmaaren sind wie die aus den noch offenen Maarseen der letzten 15.000 Jahre feingeschichtet und weitgehend ungestört. Maarseen und Trockenmaare stellen ein in Nordeuropa einmaliges Geoarchiv dar und ermöglichen die lückenlose Rekonstruktion des letzten Eiszeitzyklus. Aschen und Tuffe in den Seesedimenten dokumentieren den Vulkanismus, der durchgängig mit einem Rhythmus von 10.000 bis 20.000 Jahren zwischen den Eruptionsphasen aktiv war.

Am Dienstag, 20.01.2004, 20:00 Uhr, wird Frau Dr. Ulrike Kienel vom GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) unter dem Titel "Den Kalender einer Seegeschichte unter das Mikroskop genommen" neueste Untersuchungsergebnisse aus dem Holzmaar (Vulkaneifel) vorstellen.
In der besonderen Seeform der vulkanisch entstandenen Maare (bzw. Krater), findet man häufig Seeablagerungen, die eine sehr deutliche, meist Hell/Dunkel-Schichtung aufweisen. Beim näheren Betrachten im Dünnschliff unter dem Mikroskop zeigt sich, dass deutliche Materialwechsel zwischen hellen Lagen und dunklen Lagen zu finden sind. Die Entstehung dieser Materialunterschiede lässt sich mit Prozessen, die in einem See im Verlauf eines Jahres stattfinden, in Verbindung bringen. Sie können aber auch auf Eingriffe des Menschen im Umfeld des Sees zurückzuführen sein. Das Wechselspiel von Klimaeinfluss bzw. Klimaveränderung und menschlicher (anthropogener) Beeinflussung konnte an solchen laminierten Sedimenten aus dem Holzmaar (Vulkaneifel) rekonstruiert werden.

Kontakt: Dr. Martin Koziol, Maarmuseum Manderscheid, Tel. 06572 - 920312

MAARMUSEUM MANDERSCHEID Wittlicherstr. 11, 54531 Manderscheid,

Tel. 06572-920310, Fax 06572-920315, e-mail: maarmuseum@t-online.de
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