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Senat der Universität fordert höhere Grundfinanzierung

04.06.2014 - (idw) Universität Mannheim

Resolution zur Finanzierung der Universitäten in Baden-Württemberg verabschiedet / Universität Mannheim schließt sich den Forderungen der Landesrektorenkonferenz in den Solidarpaktverhandlungen an Der Senat der Universität Mannheim hat in seiner Sitzung am 28. Mai eine Resolution zu den laufenden Solidarpaktverhandlungen mit der Landesregierung Baden-Württemberg verabschiedet. In dem Papier schließt sich der Senat den Forderungen der Landesrektorenkonferenz uneingeschränkt an. Diese umfassen unter anderem einen Inflationsausgleich, drei Prozent mehr Grundfinanzierung und eine Deckung des Defizits bei den Energie- und Betriebskosten. Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Ernst-Ludwig von Thadden, begründet die Forderungen folgendermaßen: Die Universität Mannheim hat bereits heute ein strukturelles Defizit von ungefähr 3,2 Millionen Euro. Dieses Defizit verschwindet eben nicht, wenn der Uni-Haushalt in gleicher Höhe fortgeschrieben wird. Im Gegenteil die Inflationsrate und steigende strukturelle Ausgaben sowie steigende Energie- und Personalkosten lassen es Jahr für Jahr weiter anwachsen.

Bezogen auf die Universität Mannheim heißt es in der Resolution weiter: Die Universität Mannheim gehört gemessen an der Zahl ihrer Studierenden in Baden-Württemberg in die Gruppe der Universitäten mittlerer Größe. Sie ist aber diejenige Landesuniversität mit dem geringsten Stellenbestand und braucht dringend eine deutlich verbesserte Stellenausstattung, um von der übergroßen Zahl der befristeten Beschäftigungsverhältnisse, vor allem im nicht-wissenschaftlichen Bereich, wegzukommen. Nur dadurch kann langfristig die Qualität insbesondere der administrativen Leistungsfähigkeit der Universität sichergestellt werden. Ziel der Resolution ist, mit einer angemessenen Finanzierung durch das Land die herausragende Qualität von Forschung und Lehre, die hohe internationale Reputation sowie die einzigartige Akzeptanz der Mannheimer Absolventen auf dem Arbeitsmarkt sicherzustellen. Die Universität Mannheim gehört mit den weiteren Landesuniversitäten zu den Garanten des wirtschaftlichen Erfolges und des Wohlstandes der Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg. Diesen Beitrag zum Gemeinwohl können wir nur leisten, wenn wir eine zukunftsfähige Grundfinanzierung haben, sagte Prof. von Thadden.

Die neun Universitäten des Landes Baden-Württemberg verhandeln seit mehr als einem Jahr mit dem Finanz- und Wirtschaftsministerium über die Zukunft der Hochschulfinanzierung, die in einem neuen Solidarpakt ab Januar 2015 geregelt werden soll. Eine Entscheidung wird in den kommenden vier Wochen erwartet. Dass eine finanzielle Aufstockung notwendig ist, zeigen folgende Fakten: Trotz massiv gestiegener Studierendenzahlen ist die Grundfinanzierung seit 1998 nicht erhöht worden. Die Universitäten sind weit davon entfernt, auch nur die inflationsbedingten Kostensteigerungen decken zu können. Gestiegene Energie- und Raumkosten, die im Gegensatz zu den anderen Hochschularten für die Universitäten nicht vom Land übernommen werden, tragen zusätzlich zur stetigen Verschlechterung der Lage bei.

Trotz des gestiegenen Finanzbedarfs sieht es bisher nicht so aus, als würden die Universitäten eine bessere finanzielle Ausstattung erhalten. Verschärft sich die finanzielle Lage der Universitäten, so wird es ihnen nicht mehr möglich sein, alle Angebote, Einrichtungen und Studiengänge in heutigem Umfang aufrecht zu erhalten. Auch an der Universität Mannheim sind Einrichtungen und Angebote bedroht. Alle Universitäten sehen daher mit großer Sorge in die Zukunft.

Um auch die Öffentlichkeit sowie die zuständigen Politiker auf die finanzielle Notlage aufmerksam zu machen, hatten die baden-württembergischen Universitäten bereits am 21. Mai einen gemeinsamen Aktionstag mit Kundgebungen, Diskussionsrunden und Protestmärschen veranstaltet. Der Mannheimer Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz unterstützte den Aktionstag: Die Universität Mannheim ist unverzichtbarer Bestandteil des Wissenschafts- und des Wirtschaftsstandortes Mannheim. Sie ist auch Impulsgeber für die Stadtentwicklung und hat hohen Anteil an der nationalen und internationalen Strahlkraft unserer Stadt. Der 2007 geschlossene Solidarpakt II sollte eigentlich den Hochschulen langfristige Planungssicherheit geben, vor allem im Hinblick auf die Hochschulfinanzierung und die Sicherung der Qualität von Hochschulbildung. Tatsächlich besteht aber schon jetzt eine Unterfinanzierung, auf die eine Antwort gefunden werden muss. Die Spitzenstellung der Uni Mannheim und der Standort Baden-Württemberg als besonders bildungs- und forschungsintensives Land, brauchen eine Sicherung, erklärte Kurz. Weitere Informationen:http://www.uni-mannheim.de/1/senat/Resolution%20zu%20den%20Solidarpaktverhandlun...

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