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Mineralogisches Labor der TU Bergakademie Freiberg gewinnt Analysen-Weltmeisterschaft

04.06.2014 - (idw) Technische Universität Bergakademie Freiberg

Das Mineralogische Labor der TU Bergakademie hat die 7. Auflage des internationalen Reynolds Cups in der mineralogischen Analytik gewonnen. Das gab vor kurzem die Amerikanische Clay Minerals Society an der Texas A&M Universität auf ihrer Jahrestagung bekannt. In diesem Jahr haben 81 Labor-Teams aus 21 Ländern weltweit an der Analysen-Weltmeisterschaft teilgenommen. Das Team des Freiberger Mineralogischen Labors ist die erste Arbeitsgruppe, die den Pokal zum zweiten Mal in den Händen hält. Bei dem internationalen wissenschaftlichen Wettstreit werden drei synthetische Mischproben qualitativ und quantitativ analysiert. Jede der Proben repräsentiert ein natürlich vorkommendes Material. Das Labor, welches mit seinen Resultaten der tatsächlichen Zusammensetzung am nächsten kommt, gewinnt den renommierten Reynolds Cup. Benannt wurde dieser als weltweit offener Ringversuch ausgelegte Wettstreit nach dem amerikanischen Mineralogen Robert C. Reynolds für seine Verdienste in der Entwicklung der Tonmineralanalytik. Zum ersten Mal ausgetragen 2002 findet er seitdem im Zweijahresrhythmus statt, wobei der Sieger des vorherigen Cups Ausrichter des nächsten wird.

Das Team des Mineralogischen Labors unter der Leitung von Dr. Reinhard Kleeberg, in diesem Jahr verstärkt durch Dr. Ulf Kempe, ebenfalls TU Bergakademie Freiberg, und Dr. Robert Möckel vom Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie, ist die erste Arbeitsgruppe weltweit, die den Pokal zum zweiten Mal in den Händen hält. Besonders bemerkenswert ist, dass das Labor bei jedem vorangegangenen Wettbewerb unter den drei Erstplatzierten war und dass mittlerweile die eigenen Freiberger Absolventen, die nun an anderen Universitäten arbeiten, auch auf den Spitzenplätzen zu finden sind, freut sich Arbeitsgruppenleiter Dr. Kleeberg.

Beim diesjährigen Cup wurden drei simulierte Proben analysiert: Ein Gipsgestein, ein Bentonit, ähnlich wie er z.B. in der Gießereiindustrie oder der Tiefbohrtechnik eingesetzt wird, sowie ein Kaolinrohstoff, wie er für keramische Produkte oder in der Papierindustrie verwendet wird. Jede der Proben enthielt dabei bis zu 22 verschiedene Minerale. Besonderes Augenmerk bei der Analyse und damit auch bei der Methodenwahl wird auf die Tonminerale gelegt, die meist schwierig zu identifizieren und auch zu quantifizieren sind. Die analytischen Werkzeuge sind den teilnehmenden Labors freigestellt, jedoch wird aufgrund der Beschaffenheit der Tonminerale hauptsächlich Röntgendiffraktometrie eingesetzt, bei der die Beugung von Röntgenstrahlen an Kristallen beobachtet wird. Über die sogenannte Rietveldanalyse können auch quantitative mineralogische Aussagen getroffen werden. Dabei werden aus kristallographischen Daten der Minerale die Röntgendiagramme der Mischungen simuliert und an die tatsächlich gemessenen Daten angepasst. Die diesjährigen Gewinner nutzten zusätzlich die Erkenntnisse aus rasterelektronmikroskopischen sowie infrarotspektroskopischen Untersuchungen.

Bei den Untersuchungen geht es nicht allein um den Erfolg, sondern auch darum, eigene Methoden zu verbessern und zu kontrollieren. Daher sind die Erfahrungen aus den Reynolds Cups von besonderem Wert. Sie lassen Rückschlüsse zur Qualität von Routineanalysen zu und liefern objektive Hinweise auf offene methodische Probleme, berichtet der Mineraloge Reinhard Kleeberg. Weitere Informationen:http://tu-freiberg.de
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