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Tilman Grune ist neuer wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung

05.06.2014 - (idw) Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

Einladung zum Pressegespräch

Potsdam-Rehbrücke - Am 11. Juni 2014 wird die Brandenburgische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Prof. Sabine Kunst, Prof. Tilman Grune als wissenschaftlichen Vorstand des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) in sein neues Amt einführen. Er tritt damit die Nachfolge von Prof. Hans-Georg Joost an, der die wissenschaftliche Leitung des Instituts über zwölf Jahre innehatte. Die Position Grunes wird mit dem Lehrstuhl für Molekulare Toxikologie der Universität Potsdam verbunden sein. Im Anschluss an die offizielle Amtseinführung haben Sie die Möglichkeit, an einem Pressegespräch teilzunehmen. Pressegespräch

Mittwoch, 11. Juni 2014, 14:15 bis 15:00 Uhr
Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke
Lohmann-Raum
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal

Bitte melden Sie sich bis zum 10. Juni 2014 formlos per E-Mail (presse@dife.de) zum Pressegespräch an. Fotogelegenheit! Aufnahmen in den Laboren sind nur nach vorheriger Absprache möglich.

Zur Person von Prof. Dr. Tilman Grune:

Tilman Grune studierte Medizinische Biochemie in Moskau und erhielt die Approbation sowie den Facharzt für Biochemie in Berlin. Er promovierte 1992 an der Humboldt Universität in Berlin über die Wirkung von Sauerstoffradikalen bei Ischämie am Modell des Rattendünndarms. Während seiner Habilitation beschäftigte sich Grune mit antioxidativen Schutzsystemen in Säugerzellen, vor allem mit dem Abbau schädlicher Oxidationsprodukte von Fettsäuren und Proteinen. 2003 ging er an das Institut für umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf, wo er seine Forschungen zum Thema oxidationsbedingte Veränderungen in Organismen als Laborleiter der Arbeitsgruppe Molekulare Alternsforschung fortführte. Drei Jahre später erhielt er einen Ruf an die Universität Hohenheim, wo er den Lehrstuhl für Biofunktionalität und Lebensmittelsicherheit innehatte. Diesen verließ er 2010, um einen Ruf an das Institut für Ernährungswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena anzunehmen, das er bis Mai 2014 leitete. Im Frühjahr 2014 wurde er gemeinsam vom DIfE und der Universität Potsdam auf die Position des wissenschaftlichen Vorstands des DIfE berufen, die mit einer W3-Professur an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät verbunden ist.

Zur Person von Prof. Dr. Dr. Hans-Georg Joost:

Gemäß seinem Gründungsauftrag hat das DIfE die Aufgabe, die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit zu untersuchen. Dementsprechend hat Hans-Georg Joost nach seinem Amtsantritt im Januar 2002 ein Forschungskonzept entwickelt, das sich auf die zurzeit wohl wichtigsten ernährungsassoziierten Krankheiten konzentriert, d. h. Adipositas (Fettsucht), Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Wie die Evaluierungen des Instituts durch den Senat der Leibniz-Gemeinschaft zeigen, ist es Joost hierdurch gelungen, das Institut innerhalb der biomedizinischen Forschungslandschaft in Deutschland strategisch hervorragend zu positionieren und es zu einem der führenden Ernährungsforschungsinstitute in Europa zu entwickeln.

Der Forschungsschwerpunkt Joosts eigener Abteilung war auf die Ursachen des metabolischen Syndroms ausgerichtet. Das Syndrom ist durch Adipositas, Bluthochdruck sowie durch eine Unempfindlichkeit der Körperzellen gegenüber dem Botenstoff Insulin und einen gestörten Fettstoffwechsel charakterisiert. Zu seinen bedeutsamsten Folgeerkrankungen zählt der Typ-2-Diabetes, der landläufig auch als Alterszucker bekannt ist. Zusammen mit seinem Team hat Joost verschiedene Gene am Modellsystem der Maus identifiziert sowie funktionell charakterisiert, die für die Adipositas- und Diabetesentstehung eine Rolle spielen. Seine Forschungsergebnisse geben dabei einen tiefen Einblick in die Entstehungsmechanismen beider Erkrankungen und schaffen so eine wissenschaftliche Basis, um neue Therapie- und Präventionsansätze zu entwickeln. Darüber hinaus haben Wissenschaftler der Abteilungen Epidemiologie und Molekulare Epidemiologie auf Joosts Initiative und in Zusammenarbeit mit ihm einen Test (DIfE DEUTSCHER DIABETES-RISIKO-TEST®) entwickelt, mit dem das Risiko ermittelt werden kann, in den nächsten fünf Jahren an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Die Ergebnisse von Joosts Forschungsarbeit sind durch über 230 wissenschaftliche Publikationen dokumentiert. Zudem hat er mehr als 40 Doktoranden zur Promotion geführt. Neun seiner wissenschaftlichen Mitarbeiter haben sich habilitiert, fünf haben danach eine Universitätsprofessur erhalten.

Pressemitteilungen zu den Evaluierungen des Instituts:
Evaluierung 2012: http://www.dife.de/presse/pressemitteilungen/?id=1175
Evaluierung 2005: http://www.dife.de/presse/pressemitteilungen/?id=1045

Prof. Joost wurde 1948 in Duderstadt/Eichsfeld geboren. Er studierte Chemie und Medizin an der Georg-August-Universität in Göttingen und wurde 1972 mit einer Arbeit über antibiotisch wirksame Aktinomycetenfarbstoffe in organischer Chemie (Prof. Hans Brockmann) bzw. 1979 mit einer Arbeit über blutzuckersenkende Sulfonylharnstoffe in Medizin (Prof. Arnold Hasselblatt) promoviert.

Nach der Assistentenzeit am Pharmakologischen Institut in Göttingen habilitierte er sich 1981 für das Fachgebiet Pharmakologie und Toxikologie. Die folgende Dozententätigkeit an der Universität Göttingen wurde durch einen Forschungsaufenthalt in den USA am National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, National Institutes of Health in Bethesda, MD unterbrochen. 1991 folgte er dem Ruf auf die C4-Professur Pharmakologie und Toxikologie an der Medizinischen Fakultät der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und leitete bis 2001 das dortige Institut für Pharmakologie und Toxikologie. Rufe an die Freie Universität Berlin (1990) und an die Georg-August-Universität Göttingen (1998) lehnte er ab. 2002 wurde Prof. Joost als Vorstandsmitglied für den Bereich Wissenschaft an das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke berufen und erhielt gleichzeitig den Lehrstuhl für Pharmakologie der Universität Potsdam.

Prof. Joost war von 1997 bis 2001 im Vorstand der Deutschen Diabetes-Gesellschaft und von 2000 bis 2001 ihr Präsident. Seine aktuellen Forschungsgebiete sind die Genetik der Adipositas und des Typ-2-Diabetes, die Regulation des Glucosetransports in insulinempfindlichen Zellen sowie die Signaltransduktion des Insulins. Für seine Arbeiten auf diesen Gebieten erhielt er 1988 den Ferdinand-Bertram-Preis der Deutschen Diabetes Gesellschaft und 2002 die Jühling-Medaille der gleichnamigen Stiftung. 2003 wählte ihn die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina zu ihrem Mitglied, 2010 verlieh ihm die Deutsche Diabetes Gesellschaft die Paul-Langerhans-Medaille.

Seit Juni 2012 ist Joost gewählter Sprecher des DFG-Fachkollegiums Medizin, Sektion 4 (Genetische, metabolische und regulatorische Basis von Krankheiten und Public Health) - ein Amt, das er nach seinem Ausscheiden aus dem DIfE weiterführt. Zudem wurde er kürzlich zum Ombudsmann der Leibniz-Gemeinschaft ernannt. Auch dieses Amt wird er fortführen.

Das DIfE ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es erforscht die Ursachen ernährungsbedingter Erkrankungen, um neue Strategien für Prävention, Therapie und Ernährungsempfehlungen zu entwickeln. Forschungsschwerpunkte sind dabei Adipositas (Fettsucht), Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Näheres unter http://www.dife.de. Das DIfE ist zudem ein Partner des 2009 vom BMBF geförderten Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). Näheres unter http://www.dzd-ev.de.


Informationen zum DIfE: http://www.dife.de/presse/mediathek/broschueren/ImageDIfE_online.pdf

Die Leibniz-Gemeinschaft vereint 89 Einrichtungen, die anwendungsbezogene Grundlagenforschung betreiben und wissenschaftliche Infrastruktur bereitstellen. Insgesamt beschäftigen die Leibniz-Einrichtunge
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