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Unvergessliche Erfahrung in Amsterdam

05.06.2014 - (idw) Hochschule Osnabrück

60 Studierende aus acht Ländern, elf Teams, zwei Wochen: Das sind die Zahlen hinter dem sogenannten Intensivprogramm der Hochschule Amsterdam. In internationalen, interdisziplinären Teams entwickelten die Teilnehmer gemeinsame Projekte zum Thema Internet der Dinge. Mit von der Partie waren 12 Studierende der Hochschule Osnabrück und ihre Betreuer, Prof. Karsten Morisse und die wissenschaftlichen Mitarbeiter Benedikt Engelbert und Eduard Wolf. Als die Hochschule Amsterdam zum ersten Mal ein zweiwöchiges Intensivprogramm für internationale Studierende organisierte, wandte sie sich mit der Bitte um Unterstützung an Dr. Karsten Morisse von der Hochschule Osnabrück. Der Professor für Medieninformatik ist Gutachter des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und beschreitet seit vielen Jahren neue Wege in der Hochschulausbildung. Dafür ist er bereits mehrfach mit Wissenschaftspreisen ausgezeichnet worden.

Bei dem Amsterdamer Intensivprogramm handelte es sich um ein internationales, interdisziplinäres Projekt: In zwei Wochen sollten 60 Studierende aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Schweden, der Schweiz und Spanien in elf Teams Projekte zum Thema Internet der Dinge entwickeln. Dieses Konzept hat zum Ziel, die virtuelle mit der realen Welt zu vereinen. Beispiele wären Kühlschränke, die eigenständig Milch und Obst nachbestellen oder Waschmaschinen, die genau dann waschen, wenn der Strom am günstigsten ist. Im Internet der Dinge werden Objekte intelligent und können über das weltweite Netz Informationen untereinander austauschen, um Menschen unmerklich zu unterstützen. Welche neuen Ideen auf dem weiten Feld des Internets der Dinge können z. B. Wohnen, Transport, Gartenarbeit oder auch öffentliche Beleuchtung vereinfachen und verbessern? Mit diesen Fragen befassten sich die Teilnehmer, unterstützt auch von dem Osnabrücker Professor Morisse und seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern Benedikt Engelbert und Eduard Wolf.

Zwölf Programmteilnehmer kamen von der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik der HS Osnabrück: Sechs Studentinnen und sechs Studenten der Bachelor-Programme Industrial Design, Media & Interaction Design sowie Medieninformatik. Eine von ihnen ist Heike Hörnschemeyer. Mit ihren Teamkollegen aus sieben verschiedenen Ländern hat sie ein Produkt namens Forget me not entwickelt dieser Mini-Computer wird an der (Hand-)Tasche angebracht und meldet sich, wenn ein wichtiger Gegenstand, beispielsweise das Portemonnaie, vergessen wurde. Im Detail funktioniert die Idee so: Der Nutzer kann mithilfe einer vom Team entwickelten App eine Liste aller wichtigen Gegenstände erstellen, die er immer bei sich haben möchte. Auf diese Gegenstände werden kleine Sticker geklebt, die einen speziellen Chip enthalten. Das Forget me not wird aktiviert, wenn die Tasche bewegt wird. Sobald dies geschieht, scannt es die Tasche ab. Fehlt etwas Bestimmtes, leuchtet eine Lampe entsprechend dem vergessenen Gegenstand auf und es ertönt ein Warnsignal.

Um die Position von Gegenständen geht es auch im Projekt von Jonas Bultmann, der in Osnabrück Industrial Design studiert. Mit seiner Gruppe hat er ein Kontrollsystem für Verpackungen entwickelt, das beim Transport von besonders sensiblen oder wertvollen Gütern zum Einsatz kommen soll. An solche Güter wird ein neuentwickeltes Sensorpaket angebracht, das an Kunden, Empfänger und Versender jederzeit aktuell gemessene Informationen übermittelt. So können alle Beteiligten über eine Online-Datenbank Angaben zur Temperatur, Luftfeuchtigkeit, etwaigen Stößen oder Verschiebungen des Guts verfolgen. Die Auswertung gibt dann Aufschluss über den Zustand der Transportmittel und -routen sowie des transportierten Produkts. Diese Informationen dienen zur Klärung von Versicherungsansprüchen bei Schäden; Transportrouten und Mittel können verbessert und auf die Güter abgestimmt werden.

Niemand hatte erwartet, dass in der Kürze der Zeit ausnahmslos alle Gruppen so ausgereifte Ergebnisse entwickeln können, sagt Jonas. Das Geheimnis dieses Erfolgs liegt für ihn in der guten Organisation des Programms: In der ersten Woche fanden hauptsächlich Vorträge und Workshops zu Kreativstrategien und der technischen Ausstattung statt. Teammitglieder kamen zusammen und lernten durchaus unterschiedliche Arbeitsweisen kennen, indem sie verschiedene Projektideen entwickelten. In der zweiten Woche wurde dann das von der Gruppe ausgewählte Projekt bearbeitet. Sprachliche Barrieren gab es kaum, alle Beteiligten sind sehr aufgeschlossen und motiviert in die Arbeit gestartet und konnten so große Erfolge erzielen. Für mich war das Projekt ohne Ausnahme super eine Erfahrung, die für meine Zukunft sicher von großem Wert sein wird, so der angehende Designer.

Auch für die Studentin des Media & Interaction Designs Heike Hörnschemeyer waren die beiden Wochen in Amsterdam eine unvergessliche Erfahrung, die mich für mein weiteres Leben weitergebracht hat. Es liegt nicht nur daran, dass sie zum ersten Mal zwei Wochen am Stück nur Englisch geredet und mit Studenten aus unterschiedlichen Ländern zusammengearbeitet hat. Auch hat sie die fachübergreifende Arbeitsweise schätzen gelernt: Ich habe unser Projekt nicht nur aus der Design-Perspektive gesehen, sondern auch Einsichten in die technische Umsetzung und die Erarbeitung eines Businessplans bekommen.


Neben der Projektarbeit galt das Interesse der Studierenden natürlich auch der niederländischen Kultur und Wirtschaft. Grachtenfahrten, Stadtführungen, Besichtigung der Heineken-Brauerei und eine Abschiedsparty, bei der alle Teilnehmer Geschenke aus ihrer Heimat ausgetauscht hatten, rundeten das spannende Intensivprogramm ab. Anhang
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