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Universität Leipzig bekommt Ganganalyselabor

06.06.2014 - (idw) Universität Leipzig

An der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig wird bis zum Jahresende ein Ganganalyselabor aufgebaut. Es soll der Therapie und Vorbeugung von Erkrankungen des Bewegungsapparates ebenso dienen wie der Verbesserung sportlicher Leistungen. Das Projekt wird mit 500.000 Euro aus EFRE-Mitteln der EU gefördert. Ein entsprechender Bewilligungsbescheid ging vor kurzem bei Prof. Dr. Maren Witt vom Institut für Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft ein, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Prof. Dr. Jürgen Krug federführend für das Projekt ist. Es besteht aus einem markerbasierten Bewegungsanalysesystem, mehreren 3D-Plattformen zur Kraftmessung sowie einem speziellen Laufband für medizinische Untersuchungen. Im Kombination mit bereits vorhandenen Messsystemen können wir damit einen interdisziplinären Ansatz zur Bewegungsanalyse verfolgen und neben der Beurteilung der Belastung einzelner Gelenke Zusammenhänge zum Energieverbrauch, Herzfrequenz oder der Muskelaktivitäten herstellen", erklärt Witt.

Das Ganganalyselabor erleichtert die Kooperation bei gemeinsamen Forschungsprojekten innerhalb der Universität Leipzig, mit dem Universitätsklinikum sowie mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie dem Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften und mittelständischen Unternehmen, zum Beispiel Orthopädietechnikfirmen.
"Wir wollen eine makerbasierte automatische Bewegungsanalyse installieren sowie die dynamometrische Messstrecke erweitern, mit der die Kraftwirkung auf den Boden, das heißt, wie sich ein Kraftangriffspunkt bewegt und wie groß die wirkenden Kräfte sind, gemessen werden kann ", sagt Witt. So können innere und äußere Belastung gleichermaßen analysiert werden, was wichtige Rückschlüsse etwa für die Vermeidung von Fehlhaltungen zulässt.

Die Untersuchungstechnik des Ganganalyselabors ist sich auch für die Bearbeitung weiterer Forschungsfragestellungen einsetzbar. So soll untersucht werden, welche Bewegungen im Arbeitsprozess auf Dauer schädigend sein können und mit welchen Ausgleichsbewegungen dem vorgebeugt werden kann. Darüber hinaus können Anforderungen definiert werden, denen Möbel für adipöse Menschen genügen müssen, indem deren typische Alltagsbewegungen nachvollzogen werden.

"Wir sind nicht auf die Gangbewegung beschränkt", erläutert die Expertin. Vorrangig gehe es um die Prävention und Therapie von Erkrankungen des Bewegungsapparates. "Auf der Arbeit mit Spitzensportlern liegt nur ein kleiner Fokus", berichtet Witt. Es können beispielsweise in Kooperation mit der Medizinischen Fakultät Erkenntnisse zum Rehabilitationsverlauf bei orthopädischen oder neurologischen Erkrankungen, zu den Effekten sensomotorischer Einlagen oder zur Reduzierung von Fehl- bzw. Überlastungen beim Lauftraining gewonnen oder auch Fragestellungen zum Neu- und Umlernen von Gangbewegungen bearbeitet werden.

Ein großer Vorteil dieses ersten Ganganalyselabors der Stadt Leipzig ist nach den Worten Witts die automatische Bewegungsanalyse. "Damit spart man die entscheidende Zeit ein", sagt die Professorin. Bisher seien die Gelenke mit Markern versehen und deren Bewegungen einzeln in kleinen Teilschritten mit Kameras aufgenommen worden. "Da hatte man mit einem Gangversuch einen ganzen Tag zu tun", so Witt.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Maren Witt
Telefon: +49 341 97-31783
E-Mail: mwitt@uni-leipzig.de
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