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1.000. Cochlea-Implantat erfolgreich am Dresdner Uniklinikum aktiviert

10.06.2014 - (idw) Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Wenn es die körperlichen Voraussetzungen zulassen, ist Taubheit, auch für Senioren kein unabwendbares Schicksal mehr: Dank modernster Technik und chirurgischem wie therapeutischem Know-how versorgt das Sächsische Cochlea Implantat Zentrum am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden immer mehr Patienten mit Cochlea-Implantaten (CI). Damit tragen die Dresdner Experten seit mehr als 20 Jahren wesentlich dazu bei, dass taub geborene oder hochgradig schwerhörige Menschen ohne die früher erlittenen massiven Einschränkungen leben können. Die Erfahrungen und Erfolge der HNO-Klinik des Uniklinikums spiegeln sich in der großen Zahl der Implantationen wieder: Nachdem Mitte Mai einem Dresdner das 1.000. Cochlea-Implantat eingesetzt wurde, konnte es am heutigen 10. Juni erfolgreich aktiviert werden. Das Cochlea-Implantat ist eine segensreiche Option, wieder kommunikativ am privaten und gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können, sagt Prof. Dirk Mürbe, ärztlicher Leiter des Sächsischen Cochlea Implantat Zentrums Dresden (SCIC) und der Abteilung Phoniatrie und Audiologie. Auch wenn der operierte Patient nach der Aktivierung des CI-Prozessors noch eine mehrwöchige Rehabilitation durchlaufen muss, um optimal mit dem Implantat hören zu können, strahlt der agile Senior große Lebensfreude aus: Bereits einen Tag nach der OP fragte er Prof. Mürbe, wann er die geplante Norwegenreise antreten könne.

Implantat regt Hörnerv direkt an
Das Cochlea Implantat ist für Patienten geeignet, deren Hörnerv intakt ist, die aber aufgrund anderer Probleme nichts oder extrem schlecht hören. Ihnen hilft das in Teilen implantierte Gerät, das Geräusche und Töne in elektrische Signale umwandelt, die über eine Elektrode den Hörnerv stimulieren. Mit dem Einsetzen der Prothese ist es jedoch nicht getan, betont Prof. Dirk Mürbe: Die Patienten müssen das Hören neu lernen das ist ein höchst komplexer Prozess, der Geduld und Einfühlungsvermögen erfordert.
Bis heute wurden am Dresdner Uniklinikum 1.000 Cochlea Implantationen vorgenommen. Waren es am Anfang jährlich jeweils bis zu zehn Patienten, die operiert und therapiert wurden, sind es 2013 insgesamt 128 Implantationen gewesen. Die Basis für die positive Entwicklung sind erfahrende Operateure, das therapeutische Konzept des Zentrums, das mittlerweile über ein eigenes Gebäude verfügt, sowie die Ausweitung der Indikation: Etwa zwei Drittel der heute versorgten Patienten sind erwachsen und leiden unter einer erworbenen hochgradigen Schwerhörigkeit.

Über 20 Jahre Erfahrung mit Cochlea-Implantaten
Sächsischer CI-Pionier war der 1993 nach Dresden berufene Prof. Karl-Bernd Hüttenbrink. Als versierter Mittelohrchirurg hatte er bereits in Münster ersten Patienten eine solche Hörprothese implantiert. Nur wenige Monate nach Übernahme der Uni-HNO-Klinik ging er in Dresden die ersten OPs dieser Art an. Im Laufe der letzten 20 Jahre rückten weitere Aspekte in den Fokus einer optimalen Versorgung der Patienten: Um ihn eine bestmögliche Inklusion die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, bedarf es einer individuell geplanten Rehabilitation. Dazu erarbeitete das SCIC in den vergangenen Jahren neue Reha-Konzepte. Das 25-köpfige, aus Ärzten, Sprach- und Musiktherapeuten, Logopäden und Technikern bestehende Team des Zentrums stimmt sich bei jedem Patienten zu einer jeweilig individuell konzipierten Reha ab, erklärt Bernd Hartmann, Therapeutischer Leiter des SCIC, das täglich 16 bis 18 Patienten betreut. Kinder durchlaufen eine insgesamt 60 Reha-Tage umfassende Therapie, Für erwachsene Patienten, die vor ihrer Schwerhörigkeit sprechen konnten, verkürzt sich die Zeit.


Weitere Informationen
http://www.uniklinikum-dresden.de/scic

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Sächsisches Cochlear Implant Centrum Dresden
Prof. Dirk Mürbe
Tel.: 0351 458 70 45 (Sekretariat)
E-Mail: dirk.muerbe@uniklinikum-dresden.de Weitere Informationen:http://www.uniklinikum-dresden.de/hno
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