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Leitlinien für Compliance-Management

12.06.2014 - (idw) Hochschule Konstanz

Compliance ist ein Thema nicht nur für Unternehmensleiter, sondern auch für Mitglieder von Aufsichtsgremien, Anwälte, Prüfer und Staatsanwälte. Am Konstanz Institut für Corporate Governance (KICG) der Hochschule Konstanz - Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) wurden nun für Unternehmen unterschiedlicher Compliance-Komplexität (Größe, Internationalität, Branche etc.) spezifische Leitlinien zur Etablierung von Compliance-Management-Systemen (CMS) erarbeitet. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts stehen kostenlos zum Download zur Verfügung. Welche Strukturen sind notwendig, um ein angemessenes und wirksames Compliance Management sicherzustellen? Ist es notwendig, einen eigenen Compliance Officer/Chief Compliance Officer zu haben? Wie können Unternehmen durch ein funktionsfähiges Compliance-Management-System die Erfüllung der wesentlichen Organisationspflichten bei der Leitung und Überwachung von Unternehmen sicherstellen?

Der Beantwortung dieser und weiterer Fragen ist das Forschungsprojekt Leitlinien für das Management von Organisations- und Aufsichtspflichten des Konstanz Institut für Corporate Governance (KICG) der Hochschule Konstanz nachgegangen. Dabei wurde es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Ziel war, die Anforderungen zur Erfüllung der wesentlichen Organisationspflichten (einschließlich Sorgfalts- und Aufsichtspflichten) bei der Leitung und Überwachung von Unternehmen zu identifizieren, die Prinzipien der dazu erforderlichen Management-Maßnahmen zu untersuchen sowie daraus abgeleitete Leitlinien zur Beurteilung der Organisations- und Aufsichtspflichten mit Empfehlungen zur Umsetzung konkreter Maßnahmen im Rahmen eines angemessenen und funktionsfähigen CMS für Unternehmen unterschiedlicher Compliance-Komplexitätsstufen zu erstellen.

Sowohl Unternehmen unterschiedlichster Strukturen und Größe wie auch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Rechtsanwaltskanzleien zeigten von Beginn an ein großes Interesse an der Themenstellung des Projekts. Durch die Unterstützung und Einbindung von 25 Kooperationspartnern aus der Wirtschaft und Beratung (u. a. Daimler, Deloitte, EY, PwC, Siemens) gelang es dem Projektteam unter der Leitung von Prof. Dr. Stephan Grüninger (Wissenschaftlicher Direktor des KICG), RAuN Dr. Roland Steinmeyer (Partner bei WilmerHale, Berlin) und Prof. Dr. Josef Wieland (Direktor des LEIZ, Zeppelin Universität Friedrichshafen), den Praxisbezug und -transfer der Forschungsergebnisse sicherzustellen.

Aus dem Forschungsprojekt sind nun insgesamt sechs Dokumente hervorgegangen, die auf der Website des Konstanz Institut für Corporate Governance KICG unter www.kicg.htwg-konstanz.de zum kostenlosen Download bereitstehen:

- Guidance
In der übergeordneten KICG CMS-Guidance 2014 finden Unternehmensleiter und -lenker ebenso wie Mitglieder unternehmerischer Aufsichtsgremien, Abschlussprüfer und Prüfer sowie Staatsanwälte und Richter, die in verschiedensten Situationen die Effektivität von CMS prüfen oder beurteilen müssen, die wichtigsten Informationen zur Zielsetzung und den Funktionen von Compliance-Management-Systemen sowie ausführliche Begründungen und weiterführende Erklärungen zu den identifizierten wesentlichen Elementen eines CMS. Darüber hinaus beinhaltet die KICG CMS-Guidance konkrete Empfehlungen für die Ausgestaltung geeigneter Maßnahmen zur Umsetzung funktionsfähiger CMS in Unternehmen unterschiedlichster Art, Größe und Komplexität.

- Leitlinien 1 bis 4
Die KICG CMS-Leitlinien 1 bis 4 2014 sind speziell auf die besonderen Anforderungen und Gegebenheiten in Unternehmen unterschiedlicher Compliance-Komplexität (Größe, Internationalität, Branche etc.) ausgerichtet. Hier finden Sie typenspezifische Empfehlungen, wie die Umsetzung von Maßnahmen und Instrumenten im Rahmen eines CMS in Ihrem Unternehmen gelingen kann, die geeignet sind, die wesentlichen Organisationspflichten bei der Leitung und Überwachung von Unternehmen zu erfüllen.

- Annex
Der KICG CMS-Annex 2014 beinhaltet spezifische Anforderungen und Risikotreiber, die bei der Ausgestaltung und Umsetzung von CMS von allen Unternehmen unabhängig von ihrer Größe u.U. aufgrund ihrer Internationalität oder der Besonderheit ihres Geschäfts zu beachten sind.

Das Projektteam hofft, mit der Erarbeitung der Leitlinien eine Diskussion zu den Anforderungen an die Ausgestaltung von Compliance-Maßnahmen zwischen Unternehmen und Unternehmensverbänden, Rechtsanwaltskanzleien, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Berufsfachverbänden sowie staatlichen Stellen (u. a. Justizministerien, Staatsanwaltschaften) anzustoßen, mit dem Ziel, ein möglichst hohes Maß der Konkretisierung und Verbindlichkeit von Standards der Organisationspflichten in diesem Bereich und damit eine erhebliche Steigerung der Rechtssicherheit zu erreichen.


Kommentierungen, Anregungen, Ergänzungen und Feedback zu den Leitlinien sind unter der E-Mail-Adresse compliance-pflichten@htwg-konstanz.de willkommen. Weitere Informationen:http://www.kicg.htwg-konstanz.de Anhang
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