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Erkrankungsrisiken durch arbeitsbedingte psychische Belastung. LIA transfer 4.

12.06.2014 - (idw) Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen

LIA.nrw stellt den gegenwärtigen Stand des Wissens um die Zusammenhänge zwischen psychischer Belastung bei der Arbeit und gesundheitlichen Risiken vor. Seit 1994 beobachtet das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.nrw) die Folgen psychischer Belastung bei der Arbeit mithilfe repräsentativer Befragungen. Dabei wurde im Laufe der letzten zwanzig Jahre ein deutlicher Anstieg von Befragten festgestellt, die von psychischen Beeinträchtigungen durch ihre Arbeit berichten. Zum Thema Psychische Belastung ist bereits viel geschrieben und gesagt worden. In der gegenwärtigen Debatte um die Folgen von psychischer Belastung bei der Arbeit wird deutlich, dass in der arbeitspsychologischen und arbeitswissenschaftlichen Diskussion oft mit recht unterschiedlichen Begriffen und Grundverständnissen gearbeitet wird. Doch unabhängig von diesem akademischen Diskurs sind sich die Arbeitsschutzexperten darüber einig, dass die in den letzten Jahren gestiegene Arbeitsverdichtung, höhere kognitive und emotionale Anforderungen in den Arbeitsprozessen sowie vermehrt unsichere und flexible Arbeitsverhältnisse die Belastung der Beschäftigten verstärkt was den Handlungsbedarf zu diesem Themenkomplex unterstreicht.

Mit dem Herausgeberband Erkrankungsrisiken durch arbeitsbedingte psychische Belastung stellen Dr. Kai Seiler und Dr. Paul-Josef Jansing vom LIA.nrw den gegenwärtigen Stand des Wissens um die Zusammenhänge zwischen psychischen Belastungsfaktoren bei der Arbeit und Erkrankungsrisiken vor. Grundlage ist eine vom LIA.nrw in Auftrag gegebene Expertise von Prof. Dr. Peter Angerer, Dr. Karin Siegrist sowie Prof. Dr. Harald Gündel der Universität Düsseldorf. Begleitend dazu nehmen u.a. Vertreter der Sozialpartner Stellung zur Studie und machen ihren Standpunkt zum Thema klar. So sieht Klaus Pickshaus von der IG Metall z.B. in den Ergebnissen die Bestätigung für eine umfassendere Ausrichtung von Präventions- und Schutzmaßnahmen für Beschäftigte. Dr. Stephan Sandrock und Prof. Dr.-Ing. Stowasser vom arbeitgeberfinanzierten Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (ifaa) hingegen kritisieren, dass die bislang vorgelegten Studien Mängel in der Methodik und kausalen Zuschreibung aufweisen und sehen weiteren Forschungsbedarf. Die Vertreterin des NRW-Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales, Christel Bayer betont, dass neben den regulierungsbezogenen Initiativen auch weitere Programme zur Ressourcenstärkung in den Betrieben entwickelt werden müssen.

Der Herausgeberband Erkrankungsrisiken durch arbeitsbedingte psychische Belastung. LIA transfer 4 ist als Download (pdf) verfügbar oder kann als gedruckte Fassung bestellt werden unter medien@lia.nrw.de Weitere Informationen:http://www.lia.nrw.de/_media/pdf/service/Publikationen/lia_transfer/LIA_transfer...
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