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Die Menge macht die Finanzierung aus

12.06.2014 - (idw) Universität Siegen

Crowdfunding: Investoren finden sich über Internet-Plattformen / Universität Siegen und das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn untersuchen gemeinsam diese neue Investitionsform. Am Anfang einer Gründung steht in der Regel eine Idee. Gepaart ist sie mit der Überzeugung des potenziellen Jungunternehmers, dass seine Idee Zukunft hat, gewinnträchtig ist. Realisieren lassen sich Gründungsideen zumeist nur mit Kapital, an das nicht immer einfach zu kommen ist. Banken gehen auf Nummer sicher, schätzen Risiken ab. Businessangels sind nicht immer greifbar und auch Venture Capitals bilden nicht in allen Fällen eine Alternative. Seit wenigen Jahren fasst deshalb eine neue, ganz innovative Finanzierungsform zunehmend Fuß: das Crowdfunding. Crowdfunding ist ebenso wie Crowd Donation, Crowd Preselling oder Crowdlending eine Unterkategorie des Crowdinvesting. Auf installierten Plattformen werden Gründungsideen vorgestellt und Treuhandkonten eingerichtet. Wer sich angesprochen fühlt, kann investieren. In der Regel ist die Höhe des Investments nicht vorgegeben. Die Art der Teilhabe an der Gründung oder aber ein anderer Bonus werden auf der Plattform festgelegt und beschrieben. Fühlen sich Geldgeber angesprochen, und wird insgesamt eine kritische Masse erreicht, kann das Vorhaben starten. Eine Investoren-Menge bildet dessen finanzielle Basis.

An der Universität Siegen befasst sich Prof.in Dr. Petra Moog intensiv mit innovativen Unternehmensgründungen. Deshalb gilt ihr Interesse auch dem Crowdfunding: Das scheint für Gründungen hochattraktiv zu sein: Crowdfunding bietet die Möglichkeit, über Internetplattformen für Startups Geld zu akquirieren. Crowdfunding scheint eine Finanzierungslücke zu schließen. Moog: Wir wissen aber nicht, ob auf solchen Plattformen nur Ideen auftauchen, für die ansonsten nirgendwo Geld zu bekommen ist, oder ob bestimmte Gründer nur auf Crowdfunding setzen. Auch über den Erfolg solcher Projekte gibt es bislang keine Erkenntnisse. Wie ist es um Sterbe- und Verschwinderaten solcher Gründungen bestellt? Welche Gründer nutzen diese Plattformen? Wie sieht es mit Anschlussfinanzierungen aus? Gibt es rechtliche Lücken? Viele Fragen rund ums Crowdfunding sind ungeklärt. Das soll sich ändern. Seit Anfang Mai untersuchen das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn, dessen Präsidentin Prof. Dr. Friederike Welter zugleich Professorin an der Universität Siegen ist, und der Lehrstuhl von Prof.in Dr. Petra Moog gemeinsam das Zusammenspiel von Unternehmensgründungen und Crowdfunding. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt.

Prof. Dr. Petra Moog: Die Vorstellung beim Crowdfunding ist, dass jeder so viel geben kann, wie er mag und damit sein individuelles Risiko selbst begrenzt. Anfangs waren eher kulturell ausgerichtete Vorhaben auf den Plattformen zu finden. So spendeten beispielsweise für den Film Stromberg über 3300 Menschen mehr als eine Million Euro. Nun gehen alle möglichen Projekte auf die Plattformen. Ganz unterschiedliche Gründungsideen sind vertreten. Petra Moog weiter: Es gibt ganz offenbar einen Markt dafür und genügend Leute, die Spaß haben, ihr Geld auf diese Art einzusetzen.


Experteninterviews und quantitative Erhebungen über Investoren und Unternehmen sollen helfen, das Crowdfunding besser verstehen und einordnen zu können. Dabei setzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf die Zusammenarbeit mit Plattformen. Die gewonnenen Daten und Erkenntnissen sollen in konkrete Handlungsempfehlung münden. Weitere Informationen:http://Ansprechpartnerin: Prof.in Dr. Petra Mooghttp://Tel. 0271-7403011http://E-Mail: petra.moog@uni-siegen.de
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