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Gemeinsam gegen Alzheimer und Demenz: Grundstein für neues Forschungsgebäude in Göttingen gelegt

18.06.2014 - (idw) Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, und die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Dr. Gabriele Heinen-Kljaji, haben heute gemeinsam mit Prof. Dr. Heyo Kroemer, Sprecher des Vorstands der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), und Prof. Dr. Dr. Pierluigi Nicotera, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), den Grundstein für ein neues Forschungsgebäude auf dem Gelände der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) gelegt. Das Institute for Biostructural Imaging of Neurodegeneration (BIN) der UMG und das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Standort Göttingen, werden in dem Neubau in enger Zusammenarbeit die Ursachen von Erkrankungen des Nervensystems wie der Alzheimer Demenz erforschen und diagnostische Verfahren dafür entwickeln. Die Baukosten für das neue Forschungsgebäude in Höhe von rund 27,5 Millionen Euro trägt das Land Niedersachen. Die Fertigstellung ist für 2015 vorgesehen.

SYNERGIEN FÜR DIE FORSCHUNG DURCH GEMEINSAMES GEBÄUDE

Die Konzeption eines gemeinsamen Gebäudekomplexes für die Unterbringung von BIN und DZNE am Standort Göttingen schafft moderne Voraussetzungen, um die Gebäude- und Geräteinfrastruktur künftig synergetisch nutzen zu können. Die U-Form des Gebäudes steht als architektonisches Sinnbild für das Konzept: BIN und der DZNE-Standort Göttingen werden als eigenständige und für sich sichtbare Einrichtungen jeweils in einem der beiden Gebäudeflügel firmieren. Kooperationsflächen verbinden beide Gebäudeflügel. Hier entstehen Labore, Werkstätten, Lagerräume, Geräte- sowie Hörsaal- und Seminarräume. Sie stehen Forschern beider Einrichtungen gleichermaßen zur Verfügung. So muss keine Technik doppelt vorgehalten werden.

Göttingen ist bei den Neurowissenschaften seit langem ein international ausgewiesener Forschungsstandort und ein wichtiger Partner im DZNE, so Bundesforschungs-ministerin Prof. Dr. Johanna Wanka. Ich freue mich, dass wir mit dem Neubau, für den wir heute in Göttingen den Grundstein legen, die gemeinsame Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen weiter stärken. Die Grundsteinlegung steht auch für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Bund und den Ländern.

Die niedersächsische Wissenschaftsministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljaji sagt: Das Gebäude wird ein klares Zeichen setzen. Der Forschungsschwerpunkt Neuro-wissenschaften am Standort Göttingen wird weiter ausgebaut und damit zukunftsfähig. Die Grundsteinlegung symbolisiert einen Brückenschlag zwischen den beiden Institutionen. Mit einem gemeinsamen Gebäude wird die interdisziplinäre Vernetzung innerhalb der Hochschule und darüber hinaus zwischen universitären und außeruniversitären Einrichtungen gestärkt.

Für das DZNE würdigt dessen Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Dr. Pierluigi Nicotera den Neubau in Göttingen: Neurodegenerative Erkrankungen lassen sich nicht auf eine einzelne Ursache oder einen bestimmten Prozess zurückführen. Zur Bekämpfung dieser Erkrankungen mittels neuer Therapien und Versorgungsansätze umfasst das DZNE das gesamte translationale Forschungsspektrum von Grundlagen über klinische Forschung bis hin zu Populationsstudien und Versorgungsforschung. Hierzu wurde deutschlandweit die Expertise gebündelt, darunter der Standort Göttingen. Die Kooperation mit unseren lokalen Partnern wird auch an diesem neuen Forschungsgebäude deutlich.

Prof. Dr. Heyo Kroemer, Sprecher des Vorstands der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) begrüßt die wissenschaftliche Kooperation: Vom Gebäudekonzept her macht es am Standort Göttingen viel Sinn, sich mit Fragen der Bildgebung im Bereich der Neurowissenschaften auseinanderzusetzen. Hier liegt ein expliziter Schwerpunkt unseres Standortes. Die Unterbringung des DZNE-Standort Göttingen und der Arbeits-gruppen der Universitätsmedizin, der Universität und der Max-Planck Gesellschaft in einem gemeinsamen Haus, mit einer gemeinsamen Nutzung von Funktionsräumlichkeiten, steht als Symbol für die enge Kooperation verschiedenster Wissenschaftseinrichtungen.

BAUWEISE: ENERGIE-EFFIZIENT, NACHHALTIG, ÖKOLOGISCH

Insgesamt 3.443 Quadratmeter Nutzfläche werden den Forschungseinrichtungen BIN und DZNE in dem 5-geschossigen Gebäude zur Verfügung stehen. 54 Prozent der Fläche werden künftig vom BIN und 46 Prozent vom DZNE genutzt. Rund 200 einzelne Räume wird das neue Forschungsgebäude haben, darunter 64 Büroräume, 63 Räume für Labore, Spülküchen und Werkstätten, 35 Lagerräume sowie 34 weitere Räume für sonstige Zwecke.

Bei der Architektur des neuen Forschungsgebäudes wurden städtebauliche Kriterien berücksichtigt, die unter anderem ökologische und nachhaltige Bauweisen sowie eine moderne Energieeffizienz einbeziehen. Das neue Gebäude wird eine massive Fassade aus Klinkersteinen haben, sagt Dipl.-Ing. Roland Caspari, Projektleiter im Gebäudemanagement der UMG. Dafür haben wir uns bewusst entschieden. Klinker ist robust, langlebig, ökologisch nachhaltig und verursacht auf lange Sicht geringere Unterhaltkosten als andere Baustoffe. Zudem lässt sich Klinker aus erneuerbaren Ressourcen herstellen und ökologisch recyceln. Optisch verbinden wir den modernen und in seiner Form klassischen Bau harmonisch mit den umliegenden Gebäuden, die in den 1950er Jahren entstanden sind.

Auf Nachhaltigkeit setzten die Planer auch in der Funktion. Das Gebäude wird über eine moderne und energieeffiziente Wärmerückgewinnung verfügen. Büroräume wurden auf die schattigen Ost- und Nordseiten des Gebäudes geplant. Damit können weitere Kühlleistungen eingespart werden.

DEUTSCHES ZENTRUM FÜR NEURODEGENERATIVE ERKRANKUNGEN (DZNE), STANDORT GÖTTINGEN

Der Standort Göttingen des bundesweit tätigen Deutschen Zentrums für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) besteht bereits seit September 2011. Aktuell arbeiten dort über 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Am DZNE-Standort Göttingen entsteht weltweit das erste Institut, das sich explizit mit der Epigenetik von Hirnerkrankungen befasst. Die Göttinger Forscherinnen und Forscher untersuchen unter anderem, wie genetische Veranlagungen, insbesondere im Zusammenspiel mit Umweltfaktoren, das Risiko, eine Alzheimer Demenz zu entwickeln, beeinflusst. Schon jetzt hat ihre Arbeit erste Ansätze für die frühe Diagnose und Therapie geliefert.

Der Göttinger DZNE-Standort arbeitet besonders eng mit der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), der Georg-August-Universität und den Max-Planck-Instituten in Göttingen zusammen. Gemeinsame Berufungen und die Nutzung einer gemeinsamen Infrastruktur führen zu einem Mehrwert für die Forschung. Der Neubau für das BIN / DZNE-Forschungsgebäudes ergänzt die Kooperation optimal und stärkt weiter den Schwerpunkt Neurowissenschaften am Standort Göttingen. Letztlich soll diese Kooperation den Patienten zugutekommen. Die Zusammenarbeit zwischen UMG und DZNE stellt die schnelle Überführung von Ergebnissen der Grundlagen in die klinische Forschung sicher. Sprecher des DZNE-Standorts Göttingen ist Prof. Dr. André Fischer.

INSTITUTE FOR BIOSTRUCTURAL IMAGING OF NEURODEGENERATION (BIN)

Das Institute for Biostructural Imaging of Neurodegeneration (BIN) der Universitätsmedizin Göttingen befasst sich mit der funktionellen molekularen Bildgebung der den neurodegenerativen Krankheiten zugrunde liegenden Ursachen und der Neuentwicklung intelligenter Bildgebungstechniken. Um die am Standort Göttingen vorhandenen universitären und außeruniversitären Expertisen interdisziplinär zu vernetzen, wird ein universitärer multidisziplinärer Forschungsverbund gebildet. Für diesen wer-den Speziallabore in dem neuen Gebäude des Instituts für Biostructural Imaging in Neurodegeneration (BIN) eingerichtet, bereits existierende Labore sollen dorthin verlagert werden. Das BIN stellt so unter anderem die bildgebenden Verfahren sicher, die auch für den DZNE-Standort Göttingen gebraucht werden. Weitere Informationen:https://www.d

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