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Lübecker Brahms-Institut zeigt neue Ausstellung zum Mendelssohn-Schwerpunkt des SHMF

23.06.2014 - (idw) Musikhochschule Lübeck

Mit der Ausstellung Konstellationen. Mendelssohn und Brahms stellt das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck (MHL) ab 4. Juli zwei der erfolgreichsten Komponisten des 19. Jahrhunderts gegenüber. Zu den 70 hochkarätigen Exponaten gehören zwei Mendelssohn-Aquarelle, das Autograph einer Mendelssohn-Motette aus dem Nachlass von Johannes Brahms sowie zum Teil unveröffentlichte Briefe, Photographien und Programmzettel. Die Schau begleitet den diesjährigen Mendelssohn-Schwerpunkt des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF). Felix Mendelssohn (1809-1847) und Johannes Brahms (1833-1897) gehören zu den führenden Komponisten ihrer Zeit. Die Schau zeigt auf, wie viele Querverbindungen zwischen den beiden gebürtigen Hamburgern existieren und spürt damit einer Komponisten-Konstellation nach, die bislang kaum in den Blick genommen wurde. Nach Mendelssohns Tod 1847 erlebte der junge Brahms den Nachruhm Mendelsohns im Freundeskreis um Robert Schumann unmittelbar. Zahlreiche Exponate der vom Leiter des Lübecker Brahms-Instituts Wolfgang Sandberger und seinem Mitarbeiter Stefan Weymar kuratierten Ausstellung dokumentieren diese Beschäftigung mit Mendelssohn im Schumann-Kreis. Darüber hinaus widmet sich die Ausstellung weiteren Mendelssohn-Erfahrungen, die Brahms in seiner Tätigkeit als Pianist, Dirigent, Komponist und Sammler machte.
Dazu Wolfgang Sandberger: Bei allen Unterschieden in Temperament, Lebensumständen und Karriere gibt es doch verblüffende Gemeinsamkeiten. Dazu gehört die gemeinsame Begeisterung für die Musik der Vergangenheit. Wir zeigen als kostbare Leihgabe der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien das Mendelssohn-Autograph der Motette Mitten wir im Leben sind. Das Autograph hat Brahms einst besessen und hat das Werk 1864 auch aufgeführt. Dass Brahms Mendelssohn tatsächlich bewunderte, zeigt ein mehrfach überliefertes Bonmot von 1874: Alle meine Werke gäbe ich drum, wenn ich eine Ouvertüre wie die Hebriden von Mendelssohn hätte schreiben können.
Weitere Aspekte der Ausstellung sind unter anderem die Schweiz-Begeisterung, die beiden Komponisten als Inspirationsquelle diente sowie ihr Verhältnis zu Richard Wagner und zur Gattung Oper. So zeigt die Ausstellung unter anderem Wagners Schrift über Das Judentum in der Musik, in der er den Komponisten 1850 denunzierte. Auch gegen Brahms und dessen Enthaltsamkeitskirche, in der stets nur Kammermusik gespielt werde, polemisierte Wagner. Die Exponate zu Mendelssohns gescheitertem Opernprojekt Loreley nach Texten des Dichters Emanuel Geibel verweisen gar nach Lübeck.

Mit einem Vortrag zu Mendelssohn und Brahms wird die Ausstellung am Freitag, 4. Juli um 18 Uhr vom Dirigenten, Musikwissenschaftler und diesjährigem Siemens-Musikpreisträger Peter Gülke (Weimar) eröffnet. Unter Leitung von Wolfgang Sandberger veranstaltet das SHMF in Verbindung mit dem Brahms-Institut am Samstag, 5. Juli von 9.30 bis 17 Uhr im Lübecker Behnhaus ein internationales Symposium zum Festival-Schwerpunkt. Unter dem Titel Mendelssohn und die deutsche Musikkultur nähert sich das Symposium Mendels-sohns Wirken als Dirigent, Organisator, Konservatoriumsgründer und Generalmusikdirektor, das ihn zu einem der großen Impulsgeber der deutschen Musikkultur machte. Ausgewiesene Experten erörtern sein Verhältnis zur Literatur, Malerei und Religion und befassen sich auch kritisch mit Vorurteilen zur Person und zum Werk Mendelssohns, dem nachgesagt wurde Bildungsmusik oder religiösen Kitsch zu produzieren. Informationen und Anmeldung zum Symposion über die Ticket-Hotline 0431/237070 oder online über www.shmf.de.


Eine Dokumentation zu Ausstellung und Symposion ist in der Publikationsreihe des Brahms-Instituts in Planung (Edition Text und Kritik, München). Die Ausstellung ist im Lübecker Brahms-Institut in der Villa Eschenburg bis zum 13. Dezember 2014 jeweils mittwochs und samstags zwischen 14 und 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.
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