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Transplantation von Stamm- und Vorläuferzellen als neuer vielversprechender Behandlungsansatz

23.06.2014 - (idw) Universitätsklinikum Magdeburg

Mit dem "Christa Lorenz-ALS-Forschungspreis 2013" wird Professorin Dr. Susanne Petri von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) für ihre hervorragenden wissenschaftlichen Originalarbeiten zur Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) geehrt. Der mit 15.000 Euro dotierte Forschungspreis der Stiftung für medizinische Wissenschaft mit Sitz in Frankfurt a. M. wurde zum vierten Mal in Magdeburg verliehen. Susanne Petri wurde 2010 bereits mit dem Mattiacum-Preis für Motoneuronerkrankungen ausgezeichnet. Prof. Petri hat eine Schwerpunktprofessur für Muskelerkrankungen und leitet die Spezialambulanz sowie die klinische Forschergruppe für Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Die Einrichtung in Hannover ist auch ein bedeutender Kooperationspartner des Deutschen Zentrums für Neurodegenerativen Erkrankungen (DZNE) in Magdeburg und ebenfalls Standort eines Muskelzentrums der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM).

Die Amyotrophe Lateralsklerose (Amyotrophie = Muskelschwund, lateral = lat. zur Seite hin gelegen und Sklerose = Verhärtung: gemeint ist der Untergang motorischer Nerven im Rückenmark) ist eine chronische Erkrankung des Nervensystems. Durch die fortschreitende Schädigung von Nervenzellen kommt es zu Muskellähmungen, die zu Bewegungs-, Sprech- und Schluckstörungen führen, was die Betroffenen bei der Ausübung der Aktivitäten ihres täglichen Lebens zunehmend einschränkt. Die Erkrankung ist nicht heilbar, da die Ursachen für die Entstehung noch unbekannt sind. Mit den heute bekannten Therapiemöglichkeiten kann jedoch zu einer Linderung der Symptome beigetragen werden.

Die diesjährige Preisträgerin, Professorin Petri, beschäftigt sich mit der Charakterisierung und Modulation zellbiologischer Mechanismen bei der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS). So gelang es der Forschergruppe humane mesenchymale Stammzellen zur Neuroprotektion bei ALS erfolgreich einzusetzen. Die zelltherapeutischen Arbeiten und restaurativen Effekte erwiesen sich als effektiver translationaler Ansatz und mündeten in eine Reihe hochrangiger Veröffentlichungen.
Sie knüpfen nahtlos an Pilotvorhaben bei Menschen mit dieser bislang unheilbaren Erkrankung an. Professorin Petri legte zwei herausragende wissenschaftliche Arbeiten vor, die die Evaluation des therapeutischen Potentials humaner mesenchymaler Stromazellen (MSC) zum Thema haben und hochrangig international publiziert wurden.
Nach dem weitgehenden Versagen bisheriger pharmakologischer Therapien erscheint die Transplantation von Stamm-/Vorläuferzellen als neuer vielversprechender Behandlungsansatz neurodegenerativer Erkrankungen.
Die Stiftung für medizinische Wissenschaft Frankfurt a. M. wurde im Jahre 1999 durch Christa Lorenz gegründet, die selber Betroffene mit einer ALS war und daran verstarb. Der Zweck der Stiftung ist die Förderung der Forschung und Wissenschaft bei dieser neurodegenerativen Erkrankung, die auch als Modellerkrankung für andere altersgebundene Erkrankungen mit selektiven Zelltod wie den Demenzen angesehen wird.

Der Preis wurde im Rahmen einer Grand Round Veranstaltung der Universitätsklinik für Neurologie Magdeburg am 18. Juni 2014 überreicht. Die Preisträgerin hielt einen Festvortrag mit dem Titel: Stellwert der Stammzelltherapie bei neuromuskulären Erkrankungen am Beispiel der ALS. Prof Dr. Hans- Jochen Heinze, Direktor der Klinik für Neurologie eröffnete die Veranstaltung und anschließend hielt Prof. Dr. Stefan Vielhaber, stellvertretender Klinikdirektor der Universitätsklinik für Neurologie Magdeburg, die Laudatio.


Ansprechpartner für Redaktionen:
Ögelin Düzel
Public Relations
Universitätsklinik für Neurologie und Universitätsklinik für Stereotaktische Neurochirurgie Magdeburg
Tel: 0391 / 6117535
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