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Stiftungen fordern: Mehr Geld für Grundfinanzierung der Hochschulen

24.06.2014 - (idw) Bundesverband Deutscher Stiftungen

Bundesverband Deutscher Stiftungen appelliert an die Politik: Grundausstattung für wettbewerbsfähigen Wissenschaftsbetrieb muss durch den Staat gesichert werden Stiftungen sind hierfür keine Reservekasse Berlin, 24. Juni 2014. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen fordert mehr Geld für die Grundfinanzierung des Wissenschaftsbetriebs in Deutschland. Der Dachverband der gemeinnützigen Stiftungen in Deutschland äußert sich besorgt darüber, dass die Lage von Universitäten, insbesondere bei der Overheadfinanzierung, zunehmend prekär werde. Die Grundausstattung für einen wettbewerbsfähigen Wissenschaftsbetrieb und die erforderlichen Voraussetzungen für die Nutzung von Drittmitteln seien damit nicht mehr gewährleistet. Als Folge gebe es Druck von wissenschaftlichen Einrichtungen auf private Stiftungen, dass diese bei der Förderung von Forschungsvorhaben auch pauschale Overheadkosten in erheblicher Höhe übernehmen. Dies lehnt der Bundesverband Deutscher Stiftungen ab.

Prof. Dr. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und Vorsitzender des Vorstands der wissenschaftsfördernden ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius dazu: Der Wettbewerb im Wissenschaftssystem wird schärfer; die Erwartungen an Drittmittelgeber steigen. Stiftungen wirken jedoch komplementär und nicht kompensatorisch. Private Stiftungen setzen Impulse oder finanzieren zusätzliche Forschungsprojekte. Stiftungsmittel stehen eben nicht für die Basisfinanzierung wissenschaftlicher Einrichtungen zum Beispiel in Form von Overheadkosten zur Verfügung. Göring nahm zudem die Politik in die Pflicht: Die Grundfinanzierung unserer Hochschulen ist grundsätzlich öffentliche Aufgabe. Private Stiftungen sind keine Reservekasse für einen Staat, der einerseits öffentliche Mittel zurückfährt und andererseits versucht, durch mehr Wettbewerb unter den Hochschulen dies zu kompensieren. Wenn der Staat exzellente Wissenschaft und Forschung will, muss er auch exzellent grundfinanzieren. Wir Stiftungen stehen hier an der Seite der Hochschulen und wollen dazu beitragen, deren Nöte ins Zentrum hochschul- und finanzpolitischer Debatten zu rücken.

Stiftungen und ihr Anteil an der Hochschulfinanzierung
Dem Statistischen Bundesamt zufolge förderten Stiftungen (sowohl öffentlich-rechtliche wie auch privatrechtliche Stiftungen) Hochschulen mit rund 437 Millionen Euro im Jahr 2011. Das sind rund 7 Prozent der Drittmitteleinnahmen der Hochschulen. Der größte Anteil der insgesamt rund 6,4 Milliarden Euro Drittmittel wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufgebracht.

Stiftungen in Wissenschaft & Forschung
Laut Bundesverband Deutscher Stiftungen widmen sich 12,4 Prozent der mehr als 20.150 rechtsfähigen Stiftungen bürgerlichen Rechts in Deutschland der Wissenschaft und Forschung. Insgesamt sind dem Verband etwa 3.000 Stiftungen aller Rechtsformen bekannt, die Wissenschaft und Forschung fördern: So sind Stiftungen wichtige Stipendiengeber für wissenschaftlichen oder künstlerischen Nachwuchs, errichten Stiftungslehrstühle, unterstützen einzelne Hochschulen oder treiben als Denkfabriken wissenschaftliche Themen und Debatten voran.

Info Overheadkosten
Overheadkosten, auch Gemeinkosten genannt, sind Kosten, die einem Forschungsvorhaben nicht direkt zugeordnet werden können. Sie umfassen zum Beispiel Miete, Strom, Kosten für Telekommunikation oder auch Personal.

Bundesverband Deutscher Stiftungen
Als unabhängiger Dachverband vertritt der Bundesverband Deutscher Stiftungen die Interessen der Stiftungen in Deutschland. Der größte Stiftungsverband in Europa hat rund 3.900 Mitglieder; über Stiftungsverwaltungen sind ihm mehr als 7.000 Stiftungen mitgliedschaftlich verbunden. Damit repräsentiert der Dachverband rund drei Viertel des deutschen Stiftungsvermögens in Höhe von mehr als 100 Milliarden Euro.

Weitere Informationen
Gern vermitteln wir ein Interview mit Prof. Dr. Göring oder stellen Ihnen weitere Informationen zum Thema Stiftungen in Wissenschaft und Forschung zur Verfügung.

Die Position des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen zur Übernahme pauschaler Overheadkosten durch wissenschaftsfördernde Stiftungen erhalten Sie auf der Website des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.

Ihr Pressekontakt

Katrin Kowark | Pressesprecherin
Telefon (030) 89 79 47-77 | Mobil (0176) 240 245 49 katrin.kowark@stiftungen.org

Simone Schütz
Telefon (030) 89 79 47-84 | simone.schuetz@stiftungen.org Weitere Informationen:http://www.stiftungen.org/presse
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