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Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung durch Kooperationen stärken

24.06.2014 - (idw) Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Kooperationen zwischen Hochschulen und Einrichtungen der beruflichen Bildung tragen dazu bei, die Durchlässigkeit zwischen der beruflichen und hochschulischen Bildung zu erhöhen. Gemeinsam entwickelte Informations- und Beratungsangebote bieten beruflich Qualifizierten wertvolle Unterstützung im Übergang von der beruflichen in die hochschulische Bildung. Besonders vielversprechend sind abgestimmte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, bei denen eine Fortsetzung des Bildungsweges an der Hochschule auch über den Lehrplan vorbereitet wird. Dies sind Ergebnisse der Pilotinitiative ANKOM Übergänge von der beruflichen in die hochschulische Bildung, die am 24. und 25. Juni auf der Abschlusskonferenz in Berlin vorgestellt werden.

Die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung zu verbessern, ist eine der zentralen bildungspolitischen Aufgaben der kommenden Jahre, betont BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. Sie könne erfolgreich gestaltet werden, wenn berufliche und hochschulische Bildung miteinander kooperieren. Die gegenseitige Anrechnung von Lernleistungen fördert darüber hinaus eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung.

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Initiative ANKOM hat das Ziel, den Zugang von beruflich Qualifizierten an die Hochschulen zu fördern. Denn obwohl die einzelnen Hochschulgesetze deutlich erleichterte Zugänge von beruflich Qualifizierten an die Hochschulen erlauben, sind die vielfältigen Möglichkeiten, von der beruflichen Bildung in die Hochschule einzumünden, noch zu unbekannt und werden wenig genutzt. Zwar hat sich der Anteil der beruflich Qualifizierten ohne Hochschulzugangsberechtigung an allen Studienanfängern in den letzten zehn Jahren nach Berechnungen des CHE auf Grundlage der Daten des Statistischen Bundesamts 2012 fast verdoppelt, er liegt aber lediglich bei etwa 2,5 % - der Anteil von Studierenden ohne Abitur beträgt rund 1,6 %. Notwendig sind daher zusätzliche förderliche Rahmenbedingungen, die den besonderen Voraussetzungen sowie Lebens- und Arbeitsbedingungen beruflich Qualifizierter entsprechen und ihnen ein erfolgreiches Studieren ermöglichen.

In den 20 Projekten der ANKOM-Initiative wurde ermittelt und erprobt, wie die Rahmenbedingungen für die Studienaufnahme von Berufstätigen verbessert werden können. Dazu werden Studienorganisation, Lehrmethoden, Beratung, Coaching sowie Fortbildungen in den Blick genommen. Vielfach wurden in den Projekten gemeinsame Informationsveranstaltungen von den beteiligten Hochschulen und Einrichtungen der beruflichen Bildung in der Region durchgeführt, so beispielsweise vom Projekt Einsteigen Zusteigen Aufsteigen der Fachhochschule Brandenburg. Die Hochschule Osnabrück arbeitet in ihrem Projekt Berufstalent+Plus+ eng mit berufsbildenden Schulen vor Ort zusammen, die insbesondere staatlich geprüfte Techniker und Betriebswirte sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen ausbilden. Diese sollen durch frühzeitige Information über Anerkennung und passgenaue Übergangsangebote zur Aufnahme eines Hochschulstudiums ermutigt werden. An der Universität Oldenburg wird mit dem Projekt InOS ein Online-Informations- und Beratungstool installiert, in deren Entwicklung auch Bildungsträger in Niedersachsen mit einbezogen werden.

Im Projekt Servicestelle zur Förderung lebenslangen Lernens an der Universität Potsdam wurden zwischen der Universität Potsdam und der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA) Potsdam Lehrveranstaltungen curricular verzahnt und teilweise auch gemeinsam durchgeführt. So wird Absolventen der VWA Potsdam der Einstieg in das Studium zum Bachelor Betriebswirtschaft an der Universität Potsdam ermöglicht. Die pauschale Anrechnungsvereinbarung verkürzt dabei das Bachelorstudium um 50 %. Ein Coaching-Angebot unterstützt die Studierenden, Beruf, Familie und Studium miteinander zu kombinieren.

Zum Hintergrund:
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Jahr 2005 die Initiative ANKOM (Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge) gestartet, um die Übergänge zwischen Beruf und Hochschule zu fördern. In der ersten Förderphase bis zum Jahr 2008 ging es vor allem darum, Modelle zu entwickeln, mit denen berufliche Qualifikationen für das Studium pauschal oder individuell anerkannt werden. Diese Anrechnungsverfahren sind mittlerweile an einigen Hochschulen eingeführt. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die Projektträgerschaft auch für die neue Phase von ANKOM übernommen. Schwerpunktthemen sind insbesondere die verbesserte Information und Beratung von interessierten Berufstätigen, die Ermittlung von Möglichkeiten der Verzahnung von beruflichen und hochschulischen Bildungsmaßnahmen sowie die auf die Berufspraxis zugeschnittene Gestaltung dualer Studienangebote. Wissenschaftlich begleitet wird die Initiative vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) ehemals HIS-Institut für Hochschulforschung der HIS GmbH in Kooperation mit dem Institut für Innovation und Technik (iit) der VDI/VDE-IT, unter deren Leitung die ANKOM-Abschlussveranstaltung am 24./25. Juni 2014 in Berlin stattfindet. Die Projekte laufen Ende 2014 aus.

Weitere Informationen unter http://www.bibb.de/ankom oder unter http://ankom.his.de


Ansprechpartnerin im BIBB: Barbara Hemkes, E-Mail: hemkes@bibb.de

Das Thema Durchlässigkeit spielt auch eine zentrale Rolle auf dem nächsten BIBB-Kongress in Berlin am 18. und 19. September 2014 unter dem Motto: Berufsbildung attraktiver gestalten mehr Durchlässigkeit ermöglichen.
Programm und Online-Anmeldung unter http://www.bibb.de/kongress2014

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