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BIGSAS Literaturfestival 2014 - Literaturen der/und Erinnerung: 1884-1904-1914

24.06.2014 - (idw) Universität Bayreuth

Im diesjährigen BIGSAS-Literaturfestival, das vom 26. bis 28. Juni 2014 in Bayreuth stattfindet, wird Deutschlands Kolonialismus im Mittelpunkt stehen. Im Kunstmuseum Bayreuth, dem Alten Schloss und der Open Air Bühne im Ehrenhof des Alten Schlosses wird es Lesungen, Performances, akademische Vorträge, Podiumsdiskussionen, Konzerte, Ausstellungen und Diskussionen geben. Alle Veranstaltungen sind öffentlich und kostenfrei, Gäste sind sehr herzlich willkommen! 2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Doch so wie der Erste Weltkrieg global stattfand und Menschenleben aus aller Welt forderte, ging es in seinen Kämpfen nicht allein um Territorien in Europa. Wer in Europa siegte, würde auch die Vorherrschaft in Europas Kolonien für sich entscheiden. Zudem begann der Erste Weltkrieg nur aus europäischer Sicht in Friedenszeiten: Gewalt, Anarchie, Zerstörung und Hoffnungslosigkeit hatte Europa bereits durch den Kolonialismus produziert. 1884 hatte Bismarck europäische Kolonialmächte nach Berlin eingeladen, um den afrikanischen Kontinent einträchtig untereinander aufzuteilen. Diese s.g. Berliner Konferenz gilt als Beginn der imperialen Phase des Kolonialismus. 1904 hatte Deutschlands Kolonialismus dann einen grausamen Höhepunkt im Genozid an den Herero und Nama erlangt, dem 1905-07 der Maji-Maji-Aufstand gegen die Kolonialherrschaft in der deutschen Kolonie Ostafrika, dem heutigen Tanzania, folgte.

Der Festivalpate heißt in diesem Jahr Theodor Wonja Michael. Vor Jahren schon schenkte er der Universitätsbibliothek Bayreuth seine mehrere hundert Bände umfassende Privatbibliothek. Sein Leben ist von den Irrwegen und Katastrophen des 20. Jahrhunderts gezeichnet und doch erzählt es davon, wie man dem Grauen und Bösen widerstehen und in Zeiten von Katastrophen ein wundervoller Mensch bleiben kann.

Geboren wurde Theodor Wonja Michael 1925 als Sohn eines kamerunischen Vaters und einer weißen deutschen Mutter in Berlin. Früh verwaist schlug er sich als Kind mit Auftritten in Völkerschauen, im Zirkus und in Kolonialfilmen durch. Aufgrund der 'Nürnberger Rassengesetze' konnte er weder die Höhere Schule besuchen noch eine Ausbildung absolvieren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitete er bei den US-amerikanischen Besatzungstruppen und als Schauspieler, holte das Abitur nach und studierte u.a. Politikwissenschaften mit Abschluss als Diplom-Volkswirt. Später arbeitete er als Journalist und wurde Chefredakteur der Zeitschrift Afrika Bulletin. Auch war er als Regierungsberater der SPD, Lehrbeauftragter für die Deutsche Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit e.V. und als Beamter beim Bundesnachrichtendienst tätig. Weiterhin übernahm er Rollen in Theater, Film und Fernsehen sowie als Radiosprecher. Als Zeitzeuge des Nationalsozialismus hat er ein Buch geschrieben: In seiner 2013 bei dtv erschienenen Biografie Deutsch sein und schwarz dazu beschreibt er sein Schicksal vor, während und nach dem Nationalsozialismus.

Während der Festivaleröffnung am 26. Juni 2014 ab 12.00 Uhr im Alten Schloss in Bayreuth wird Theodor Wonja Michael zum Thema des Festivals sprechen, um 15.30 Uhr im Kunstmuseum Bayreuth an einer Podiumsdiskussion teilnehmen und um ab 18.00 Uhr wiederum im Alten Schloss aus seiner Biographie lesen.

Traditioneller Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss des Festivals ist das Open Air Concert, das in diesem Jahr im Ehrenhof am Alten Schloss stattfindet. Im Vorprogramm ist Njamy Sitson (CMR/D) zu hören, im Hauptprogramm werden Hans Lüdemann (Piano) & Aly Keita (Balafon) feat. Dobet Gnahoré (Vocals) Bayreuth begeistern.

http://www.bigsas.uni-bayreuth.de/literaturfestival

Hintergrund:
Afrika in seiner ganzen Vielfalt und Komplexität stellt seit der Gründung der Universität Bayreuth einen Fächer übergreifenden Forschungsschwerpunkt dar; seit Jahren nehmen die Bayreuther Afrikastudien eine internationale Spitzenposition ein. Die Bayreuther Internationale Graduiertenschule für Afrikastudien (BIGSAS) ist Teil der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Im Fokus dieser einzigartigen Struktur stehen über 100 Doktorandinnen und Doktoranden (Junior Fellows) aus rund 30 afrikanischen, amerikanischen, asiatischen und europäischen Ländern. Sie profitieren innerhalb der klar strukturierten Qualifikationsphase von der international anerkannten Expertise und der fachlichen Vielfalt der Afrikastudien an der Universität Bayreuth sowie von der individuellen Betreuung und den praxisorientierten Trainingseinheiten für die künftige berufliche Laufbahn innerhalb oder außerhalb der Wissenschaft.

Für weitere Informationen stehen gern zur Verfügung:

Prof. Dr. Susan Arndt
Professur für Englische Literaturwissenschaft und Anglophone Literaturen
Telefon (+49) 0921 / 55-3551
Mobil (+49) 0176 / 31 34 56 16
E-Mail susan.arndt@uni-bayreuth.de

Nadja Ofuatey-Alazard
Dipl.-Journalistin, BIGSAS Doktorandin
Englische Literaturwissenschaft und Anglophone Literaturen
Telefon (+49) 089 / 21 02 18 47
Mobil (+49) 0162 / 415 73 70
E-Mail nadja.ofuatey-alazard@uni-bayreuth.de

Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30, 95447 Bayreuth
http://www.uni-bayreuth.de
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