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Barrierefreies Bauen eröffnet neue Handlungspotenziale für Planer und Architekt

25.06.2014 - (idw) HBC Hochschule Biberach

Barrierefreies Bauen ist eine zentrale Gestaltungsherausforderung für unsere Gesellschaft: Die gebaute Umwelt muss und kann die Anforderungen erfüllen, die durch den demographischen Wandel in unserer Gesellschaft entstehen. Dafür sind in erster Linie Planungs- und Architekturbüros verantwortlich. Die Akademie der Hochschule Biberach bietet diesen Berufsgruppen erneut den Lehrgang FachplanerIn Barrierefreies Bauen an allerdings inhaltlich und zeitlich umfassender als bisher. Denn die Anforderungen in der Praxis sind komplex: Was bedeutet barrierefreies Bauen tatsächlich? Was ist in der konkreten Planung zu berücksichtigen? Welche funktionalen und kreativen Spielräume kann der Planer nutzen? Wie funktionieren barrierefreie Baudetails? Und schließlich: Was kostet barrierefreies Bauen und wem nutzt es?
Der Lehrgang, der vom 6. November 2014 bis 6. Februar 2015 in Biberach angeboten wird, bietet Planern und Architekten fundierte Grundlagen sowie spezifisches Fachwissen und eröffnet damit neue Handlungspotenziale. Die Akademie der Hochschule Biberach hat dieses neue Angebot zusammen mit zwei Expertinnen für barrierefreies Bauen entwickelt: Dr.-Ing. Sigrid Loch ist am Institut Wohnen und Entwerfen der Universität Stuttgart tätig, das sich als interdisziplinäres Lehr- und Forschungsinstitut mit Fragen der Architektur und Wohnsoziologie beschäftigt. Ihre Kollegin, Dipl.-Ing. (FH) Nadine Metlitzky, hat das Factus 2 Institut (Nordhausen und Erfurt) gegründet und bietet in freier Tätigkeit die Planung, Beratung und Begutachtung von Bauprojekten unter dem Aspekt der Barrierefreiheit an. Auch ein Fortbildungsprogramm für Planer und Architekten gehört zum Angebot des Instituts. Metlitzky gilt als Koryphäe auf diesem Gebiet, insbesondere im Bereich der Wissens-vermittlung.
Den Lehrgang FachplanerIn Barrierefreies Bauen hat die Akademie der Hochschule Biberach in sieben Themenblöcken aufgebaut, die von den Teilnehmern vollständig oder als Einzelbausteine belegt werden können. Je nachdem, ob die Teilnehmer den Gesamtkurs oder einen Teilkurs abschließen, erhalten sie das Zertifikat FachplanerIn Barrierefreies Bauen im öffentlichen Bereich und/oder FachplanerIn im Wohnungsbau. Das Angebot ist in Modulen organisiert, die der Sensibilisierung für das Thema dienen, die Begleitnormen sowie die Rechtsprechung vorstellen und die Planung von Freianlagen wie Verkehrsflächen, Spielplätze, Sport- und Parkanlagen, Arbeitsstätten sowie Konzepte und Gestaltungsmöglichkeiten für generationengerechten Wohnungsbau und Pflegeimmobilien aufzeigen.
Dabei ist den Seminarleiterinnen Sigrid Loch und Nadine Metlitzky wichtig, dass barrierefreies Bauen die gebaute Umwelt für alle zugänglich und nutzbar macht seien es Menschen mit Geh-, Seh- oder Hörbehinderungen, Menschen mit temporären Einschränkungen, ältere Menschen oder Kinder. Barrierefreie Gebäude bieten einen hohen Komfort für alle und schaffen die notwendigen Voraussetzungen für ein Leben in größtmöglicher Selbstständigkeit in allen Lebensphasen, so Nadine Metlitzky. Damit stehen diese Gebäude für eine zeitgemäße Architektur mit zukunftssichernder Vorplanung, durch die die Wertbeständigkeit der Immobilien wächst und sich Barrierefreiheit kurz- wie langfristig bezahlbar macht, so die Expertin. Eine derartige zukunftsorientierte Planung entspricht auch dem Recht auf Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft, das durch die UN-Behindertenkonvention und die weitere nationale Behindertengesetzgebung gefordert wird ergänzt Sigrid Loch.
Für dieses komplexe Thema haben die Seminarleiterinnen bundesweit renommierte Experten gewonnen, die innerhalb des Lehrgangs spezifische Fachthemen abdecken darunter Architekten, Bauingenieure, Brandschutzexperten und Mediengestalter. Beteiligt sind zudem anerkannte Verbände wie der Dachverband Integratives Planen und Bauen e. V. (DIPB) als Mitveranstalter oder der Landesverband Baden-Württemberg der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen e. V.. Dadurch werden die Erfahrungen und die Sichtweise von Betroffenen in den Aufbau des Lehrgangs integriert. Stellvertretend sei hier Dipl.-Ing. Oliver Appel genannt, der als Architekt im Fachbereich Ausführungsplanung der Stuttgarter Straßenbahn AG arbeitet und selbst Rollstuhlnutzer sowie aktives Mitglied im DIPB ist.
Die Thematik kennt er aus der persönlichen wie fachlichen Sicht. Ihm ist es wichtig, dass die Barrieren in der gebauten Umwelt und in den Köpfen der Menschen abgebaut werden. Viel habe sich in den letzten zwanzig Jahren in diesem Bereich getan, so Oliver Appel, nach wie vor gehe es um die Sensibilisierung von Planern und Architekten für Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen und um das Erkennen der großen Gestaltungspotenziale in diesem Bereich. In dem Qualifikationsangebot FachplanerIn Barrierefreies Bauen sieht Oliver Appel eine große Chance, denn das Thema wird vielschichtig behandelt. Die Lösung liegt nicht allein in der Umsetzung der DIN-Normen.

Interessierte PlanerInnen und ArchitektInnen können sich ab sofort für den Lehrgang FachplanerIn Barrierefreies Bauen anmelden. Weitere Informationen:http://www.hochschule-biberach.dehttp://www.akademie-biberach.de/barrierefrei
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