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Freiheit und Verantwortung der Wissenschaft

27.06.2014 - (idw) Karlsruher Institut für Technologie

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina haben gestern in Berlin ihre Empfehlungen zur Wissenschaftsfreiheit und Wissenschaftsverantwortung vorgestellt. Die beiden Forschungsorganisationen appellieren an die Wissenschaft, ethische Prinzipien sowie Mechanismen zum verantwortungsvollen Umgang mit Forschungsfreiheit und Forschungsrisiken zu entwickeln. Um dem Spannungsfeld zwischen Forschungsfreiheit und dem verantwortungsvollen Umgang mit dieser gerecht zu werden, hat das KIT bereits im Mai 2012 ethische Leitlinien verabschiedet. Das KIT verpflichtet sich darin zu einem Handeln, das sich an ethischen Grundsätzen orientiert in allen Wirkungsfeldern von Forschung, Lehre, Innovation und Dienstleistung, sagt die Vizepräsidentin des KIT für Personal und Recht, Dr. Elke Luise Barnstedt. Erarbeitet wurden die ethischen Leitlinien gemeinsam mit verschiedenen Mitgliedergruppen des KIT; auch die Studierenden waren bei der Entwicklung beteiligt.

Die Leitlinien für ethische Grundsätze des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben die in Art. 5 Abs. 3 des Grundgesetzes geregelte Freiheit von Kunst, Wissenschaft, Forschung und Lehre fest im Blick. Sie appellieren zum einen an die Verantwortung aller Beschäftigen und weiteren Mitglieder am KIT für ihr Handeln. Ein wichtiger Grundgedanke der Leitlinien ist, dass Forschung, Lehre und Innovation am KIT dem Erkenntnisgewinn, dem nachhaltigen Nutzen für die Menschheit und dem Schutz der Umwelt dienen sowie friedliche Zwecke verfolgen sollen.

Um der Wissenschaftsfreiheit gerecht zu werden, enthalten unsere Leitlinien jedoch keinen Kanon von Handlungsanweisungen und auch keine konkreten Verbote und Gebote, so Barnstedt. sondern es werden Handlungsmaximen formuliert, die Leitplanken sein sollen. Somit agieren sie - wie dies auch in den nun vorgestellten Empfehlungen der Forschungseinrichtungen deutlich wird - im Spannungsfeld zwischen Wissenschaftsfreiheit und gesellschaftlicher Verantwortung.

So weisen die ethischen Leitlinien des KIT auf die Problematik des dual use, also der vielfältigen und zum Teil nicht vorhersehbaren Nutzung von Forschungsergebnissen, hin und fordern Mitglieder und Angehörige des KIT auf, mit der notwendigen Sensibilität die potenziellen Anwendungsmöglichkeiten von Forschungsergebnissen abzuwägen und gegebenenfalls eine Technikfolgenabwägung vorzunehmen. Diese ist gerade im KIT durch das Institut für Technikfolgenabschätzung (ITAS) bestens etabliert. Auf Forschung mit nicht einzugrenzenden Risiken der Forschungsaktivitäten selbst soll in letzter Konsequenz verzichtet werden.

Zur gesellschaftlichen Verpflichtung von Forschung, Lehre und Innovation gehöre, so Barnstedt, aber auch die öffentliche Zugänglichkeit der Erkenntnisse: In ihren Leitlinien verpflichten sich die KIT-Mitglieder die gewonnenen Ergebnisse und Erkenntnisse dem wissenschaftlichen Umfeld und der Gesellschaft unter Beachtung der Gesetzeslage und vertraglicher Regelungen allgemein zugänglich zu machen und ausschließlich Forschung, die diesen Anforderungen entspricht, durch Aktivitäten und Bereitstellung von Ressourcen zu fördern. Darüber hinaus befassen sich die ethischen Leitlinien mit dem partnerschaftlichen und vertrauensvollen Umgang der KIT-Angehörigen untereinander als Basis der KIT-Kultur sowie der Partizipation der Studierenden und Beschäftigten an Entscheidungsfindungs- und Gestaltungsprozessen im KIT.

Mitglieder des KIT können bei aktuellen ethischen Fragen bei ihren Forschungsprojekten eine Ethikkommission anrufen. Zwei Ombudspersonen stehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beratend zur Seite.

Weitere Informationen:

Leitlinien für ethische Grundsätze des KIT: http://www.kit.edu/downloads/KIT_Ethische_Leitlinien.pdf

Gemeinsame Pressemitteilung DFG und Leopoldina Empfehlungen Wissenschaftsfreiheit und Wissenschaftsverantwortung: http://www.leopoldina.org/de/presse/pressemitteilungen/

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Thematische Schwerpunkte der Forschung sind Energie, natürliche und gebaute Umwelt sowie Gesellschaft und Technik, von fundamentalen Fragen bis zur Anwendung. Mit rund 9400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter mehr als 6000 in Wissenschaft und Lehre, sowie 24 500 Studierenden ist das KIT eine der größten Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung Lehre Innovation.


Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter: http://www.kit.edu Weitere Informationen:http://www.kit.edu/downloads/KIT_Ethische_Leitlinien.pdfhttp://www.leopoldina.org/de/presse/pressemitteilungen/ Anhang
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