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FH-Mathe-Professoren fordern bessere Schulkenntnisse

21.01.2004 - (idw) Fachhochschule Bochum

Eingangstests zeigten erneut deutliche Mängel

Der Arbeitskreis Ingenieurmathematik, ein Verbund von engagierten Mathematik-Professoren an Nordrhein-Westfälischen Fachhochschulen, ist besorgt über zurückgehende mathematische Vorkenntnisse von Studienanfängern. Er hat daher eine Liste von mathematischen Grundfertigkeiten, die ein Ingenieursstudent benötigt, erarbeitet und dem NRW-Schulministerium übergeben.

"Wer ohne fundierte Mathematik-Kenntnisse aus der Schule ein Ingenieurstudium beginnt, sollte sich auf große Startschwierigkeiten einstellen", erklärt Prof. Dr. Michael Knorrenschild, der Vorsitzender des Arbeitskreises ist und an der FH Bochum lehrt. Der Arbeitskreis möchte die Landesregierung bei ihrem Bemühen um hervorragend ausgebildete Ingenieure und kürzeren Studienzeiten unterstützen.
"Ohne solide Vorkenntnisse der Studienanfänger ist der Handlungsspielraum der Hochschullehrer aber gering. Gemeinsam mit dem Ministerium sollen nun Wege gesucht werden, wie Studienanfänger die erwünschten Grundfertigkeiten erwerben können", erläutert Prof. Dr. Wieland Richter von der FH Südwestfalen in Soest, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises.

Die vorgelegte Liste weist u. a. auf zum üblichen Schulstoff gehörende notwendige Rechenfertigkeiten, Techniken bei der Auflösung von Gleichungen, geometrisches Vorstellungsvermögen und die Umsetzung von Textaufgaben hin. In diesen Bereichen haben die FH-Professoren in den letzten Jahren Defizite bei den Studienanfängern festgestellt. Zu Beginn des Wintersemesters hatten die Professoren des Arbeitskreises insgesamt 3500 Erstsemester einem Eingangstest mit Aufgaben zum Schulstoff unterzogen. Das Ergebnis unterschied sich nicht von dem des Vorjahres: nur jeder vierte der getesteten Studierenden erzielte eine Punktzahl, die eine gute Ausgangsbasis für die Mathematik-Vorlesungen darstellt.

Die Mathematik-Professoren begrüßen grundsätzlich die vom Ministerium geplanten zentralen Prüfungen an den Schulen des Landes. Aber auch an den Hochschulen sehen sie Handlungsbedarf: Sparzwänge gehen häufig zulasten der wichtigen Grundlagenfächer. Gerade die ersten beiden Semester sind aber richtungweisend: zum einen wird hier Wissen vermittelt, ohne das spätere Vertiefungen keinerlei Basis hätten. Zum anderen ist das systematische Denken der Mathematik eine Schlüsselqualifikationen für die spätere Arbeit von Ingenieurinnen und Ingenieuren.
Immer wieder hätten die Dozenten festgestellt, dass die Studienanfänger durchaus leistungsbereit sind. Jedoch lassen sich die erheblichen Rückstände aus der Schulzeit in der Regelstudienzeit kaum aufholen. "Schaffen wir es, diese Defizite zu überwinden, verhelfen den Studierenden zu einem zügigen Studienabschluss und erleichtern zugleich den Hochschulen, ihre wichtigste Aufgabe zu erfüllen, nämlich hochqualifizierte Ingenieure aus einer großen Anfängerzahl heraus auszubilden", appelliert Prof. Dr. Knorrenschild.
Der Arbeitskreis warnt daher erst recht vor weiteren Einschnitten bei den Grundlagenfächern.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Michael Knorrenschild, FH Bochum
Prof. Dr. Wieland Richter, FH Südwestfalen, Abt. Soest
Arbeitskreis Ingenieurmathematik
E-Mail: ingmath@fh-dortmund.de
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