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Café Müller: Camu(s)flage

30.06.2014 - (idw) Justus-Liebig-Universität Gießen

5. Juli 2014: Szenische Präsentationen von JLU-Studierenden mit Künstlern vom Berliner Theater Thikwa sowie mit Menschen aus Gießen und Umgebung Tanzt, sonst sind wir verloren, sagte Pina Bausch, die bekannte, deutschsprachige Tanztheater-Choreografin. Mit ihrem bereits 1978 im Opernhaus Wuppertal zur Uraufführung gebrachten Stück ,,Café Müller verschärfte sie die Frage nach der Bedeutung des Tanzes: Mich interessiert nicht so sehr, wie sich Menschen bewegen, als was sie bewegt. Was die Menschen bewegt, spricht immer auch vom gemeinsamen Anders-Sein: Studierende verschiedener Studiengänge der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) stellten sich diesem Spannungsfeld und machten sich im Rahmen des Seminars Café Müller: Tanz und Performance im sozialen Raum unter der Leitung von Dr. Petra Bolte-Picker in diesem Sommersemester im eigens dafür gecharterten TANZBUS mit Senioren und Seniorinnen aus Gießen und Umgebung auf den Weg in eine Friedberger Tanzschule.

Was bei der Spurensuche nach dem Alter und seinen Unterschieden, nach der Etikette und dem Wissen von gestern und heute gefunden wurde, erstaunt und bringt so manch neue Erkenntnis ans Licht. Ihre Ergebnisse zeigen die Studierenden unter dem Titel Café Müller: Camu(s)flage am Samstag, 5. Juli 2014, von 16 Uhr bis 17.30 Uhr im Audimax der JLU (Philosophikum II, Haus A) in verschiedenen literarischen, musikalischen und getanzten Kurzbeiträgen. Unterstützt werden sie dabei von teilnehmenden Gießener Senioren und Seniorinnen sowie von der Tanzschule Timo Müller, Friedberg und dem Hessischen Tanz- und Trachtenverein. Im Anschluss an die Szenische Präsentation findet ein Künstlergespräch statt.

Studierende der Angewandten Theaterwissenschaft und Performer mit Behinderung von Theater Thikwa, Berlin, trafen sich im Sommersemester 2014 zu szenischen Workshops in Gießen und Berlin, um auf der Grundlage einer Re-Lektüre verschiedener Texte des Literaturnobelpreisträgers Albert Camus und seiner Konzeption des Absurden ein mögliches soziales Probehandeln mit dem Anderen szenisch zu erforschen. Die wissenschaftliche Vorbereitung auf diese Kooperation fand bereits im letzten Wintersemester im Rahmen des Seminars Living in Absurdistan Camus und Ich, die Pest von Dr. Bolte-Picker statt. Unter dem Titel Camu(s)flage soll bei dem Projekt den Fragen nachgegangen werden: Was bedeutet Fremd-Sein? Welche Rolle spielen gesellschaftliche Widersprüche in der Wirklichkeit des Alltags? Welche Gemeinschaft ist möglich, wenn die Bedürfnisse unvereinbar scheinen?

Ausgehend von zum Teil widersprüchlichen Erfahrungen in einer WG, in der Welt von Ton, Geräusch und Musik und in einem persönlichen Austausch zum Mythos Liebe geben die Studierenden der Angewandten Theaterwissenschaft und die Performer von Theater Thikwa erfrischende Impulse sowohl für das Theater als auch für das Leben heute.

Die Projekt Café Müller: Camu(s)flage wird gefördert von der Stiftung Diakonie Hessen Nassau sowie von Stiftung Fönix. Die Aktion Mensch unterstützt das Projekt Café Müller: Camu(s)flage mit knapp 5.000 Euro im Rahmen der Förderaktion Noch viel mehr vor. Diese Förderung ist nur möglich, weil 4,6 Millionen Menschen regelmäßig an der Aktion Mensch-Lotterie teilnehmen. Die Aktion Mensch fördert Projekte für Menschen mit Behinderung, Kinder und Jugendliche. Sie engagiert sich für Initiativen, die Chancen weitergeben und zu einem gleichberechtigten Miteinander von Menschen mit Behinderung beitragen. Der Schwerpunkt ihres Förderengagements liegt auf den Handlungsfeldern Arbeit, Bildung, selbstbestimmtes Leben sowie Barrierefreiheit.

Tickets können per E-mail reserviert werden unter racailles@web.de.

Termin
Samstag, 05.07.2014, 16 bis 17.30 Uhr, Audimax der JLU, Philosophikum II, Karl-Glöckner-Straße 21, Haus A, 35394 Gießen.

Weitere Informationen
Eintritt: 8,00 Normalpreis, 4,00 Schülerinnen und Schüler, Studierende,
Freier Eintritt für Schwerbehinderte

Kontakt
Dr. Petra Bolte-Picker
E-Mail: Petra.Bolte-Picker@dekanat.fb05.uni-giessen.de

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Die 1607 gegründete Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist eine traditionsreiche Forschungsuniversität, die mehr als 26.500 Studierende anzieht. Neben einem breiten Lehrangebot von den klassischen Naturwissenschaften über Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Gesellschafts- und Erziehungswissenschaften bis hin zu Sprach- und Kulturwissen¬schaften bietet sie ein lebenswissenschaftliches Fächerspektrum, das nicht nur in Hessen einmalig ist: Human- und Veterinärmedizin, Agrar-, Umwelt- und Ernährungswissenschaften sowie Lebensmittelchemie. Unter den großen Persönlichkeiten, die an der JLU geforscht und gelehrt haben, befindet sich eine Reihe von Nobelpreisträgern, unter anderem Wilhelm Conrad Röntgen (Nobelpreis für Physik 1901) und Wangari Maathai (Friedensnobelpreis 2004). Seit 2006 wird die JLU sowohl in der ersten als auch in der zweiten Förderlinie der Exzellenzinitiative gefördert (Excellence Cluster Cardio-Pulmonary System ECCPS; International Graduate Centre for the Study of Culture GCSC). Weitere Informationen:http://www.uni-giessen.de

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