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Forschungsstark: Von mobilen Koffern, barrierefreiem Scannen und gesäuberten Regenabflüssen

30.06.2014 - (idw) Fachhochschule Frankfurt am Main

Fachhochschule Frankfurt leitet drei neue LOEWE-Forschungsprojekte / Neuer Forschungsbericht der Hochschule erschienen Drei Forschungsprojekte unter Federführung der Fachhochschule Frankfurt am Main werden künftig im Rahmen des Landesexzellenzprogramms LOEWE (Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz Förderlinie 3) vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert; Wissenschaftsminister Boris Rhein hat am 30. Juni 2014 in Frankfurt die Bescheide übergeben.

Es sind die Projekte FluidSim - Simulation innovativer Fördertechnik, SilvaScan - Barrierefreie Software für das verteilte deutschlandweite Digitalisieren von Papierdokumenten mit Werkstätten für behinderte Menschen und die Entwicklung einer semizentralen Anlage zur Behandlung von schadstoffhaltigen Niederschlagsabflüssen. Alle Projekte werden jeweils gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft durchgeführt.

Zeitgleich ist der neue Forschungsbericht der Hochschule unter dem Titel Fokus Forschung 2014 erschienen. Die darin präsentierten Forschungsschwerpunkte stehen beispielhaft für die Forschungskompetenz der Hochschule und die vielfältigen Aktivitäten ihrer Professor(inn)en in Forschung, Entwicklung und Transfer; Näheres unter: http://www.fh-frankfurt.de/forschung.

LOEWE mal 3

Das Marktwachstum stellt höhere Ansprüche an die Logistik-, Produktions-, Lager- und Materialflussprozesse von Unternehmen: das Start-up-Unternehmen benjamin GmbH will deshalb mit dem Konzept der Fluiden Logistik eine intralogistische Lösung entwickeln, die es erlauben soll, mit Hilfe einer Steuerungssoftware eine Vielzahl von Gütern vollautomatisch und frei von Schienen im Verbund sowie individuell im Raum beliebig zu bewegen. Ziel des Projektes FluidSim Simulation innovativer Fördertechnik ist die Entwicklung einer Objektbibliothek für Simulationsprogramme. Dabei dient ein Teil der Gepäckförderanlage des Frankfurter Flughafens zur virtuellen Simulation. Projektpartner sind die benjamin Systems GmbH, Roßdorf, die SimPlan AG, Maintal, die Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie die Fraport AG. Die Fördersumme beträgt rund 325.000 Euro.

Viele Werkstätten für behinderte Menschen können oft nur kleine Scan-Aufträge alleine durchführen, da zu viele unterschiedliche Softwareprodukte in den komplexen Verarbeitungsprozessen zum Einsatz kommen. Mit SilvaScan wird eine barrierefreie Software entwickelt, die das Digitalisieren von Papierdokumenten erleichtern bzw. barrierefrei gestalten soll, um die Wettbewerbsfähigkeit der Einrichtungen zu sichern. Eine optimierte Bedienung soll auf die Fähigkeiten der jeweiligen Mitarbeiter(innen) eingehen sowie deren Arbeitsaufgaben einbeziehen. Mittels der Software könnten sich verschiedene Werkstätten zu einer virtuellen Firma zusammenschließen und größere Auftragsvolumina bearbeiten. Das zunächst auf ein Jahr ausgelegte Projekt wird mit rund 395.000 Euro gefördert. Wissenschaftler(innen) des Studiengangs Barrierefreie Systeme (BaSys) der Fachhochschule arbeiten mit dem Projektpartner Main IT GmbH & Co. KG, Kelkheim, zusammen.

Regen löst und transportiert beim Abfließen von Siedlungs- und Verkehrsflächen vorhandene Schmutz- und Schadstoffe. Das Projekt Entwicklung einer semizentralen Anlage zur Behandlung von schadstoffhaltigen Niederschlagsabflüssen arbeitet an einer günstigen und effizienten Lösung für die Behandlung von verunreinigten Niederschlagsabflüssen vor Einleitung in die Gewässer. Für größere Gewerbegebiete werden sie meist zentral in Regenklärbecken durchgeführt, bei kleineren Flächen kann eine dezentrale Behandlung in einzelnen Straßeneinläufen (Gully) durch kleiner dimensionierte Anlagen erfolgen. Im Projekt wird eine semizentrale, modular aufgebaute Anlage entwickelt. In einer ersten Stufe werden Feststoffe zurückgehalten, in einer zweiten werden gelöste Stoffe wie Schwermetalle oder Phosphor gefiltert. Das Projekt wird mit rund 288.000 Euro gefördert. Projektpartner sind die Steinhardt Wassertechnik GmbH, Taunusstein, die 3P Technik Filtersysteme GmbH, Donzdorf, sowie die Technische Hochschule Mittelhessen.

Forschung an der Fachhochschule Frankfurt

Die Förderung der drei Projekte durch die Exzellenzinitiative des Landes ist ein Beleg für die Qualität unserer anwendungsorientierten Forschung und unterstreicht, dass wir ein geschätzter Partner für Wirtschaft, Gesellschaft und die öffentliche Hand sind, betont Dr.-Ing. Detlev Buchholz, Präsident der Fachhochschule Frankfurt. Für uns ist das hessische Landesexzellenz-Programm LOEWE von großer Bedeutung; wir sind dem Land für diese Initiative außerordentlich dankbar. Aktuell werden fünf Projekte der Förderlinie LOEWE 3 in Zusammenarbeit mit mittelständischen Unternehmen gefördert. Das Gesamtvolumen der im LOEWE-Programm eingeworbenen Mittel durch die Fachhochschule liegt bisher bei rund 5,3 Millionen Euro. Informationen zu weiteren Projekten, die im Rahmen von LOEWE gefördert werden/wurden, sind im neuen Forschungsbericht nachzulesen.

Forschungsschwerpunkte der Fachhochschule Frankfurt sind Demografischer Wandel und Diversität, Mobilität und Logistik sowie Erneuerbare Energien. Hierzu pflegt die Hochschule vielfältige Kooperationen und nutzt Möglichkeiten und die Wirtschaftskraft der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, um entsprechende Projekte durchzuführen. Die Fachhochschule war beispielsweise zusammen mit mehreren Partnern an Konzeption und Realisierung des House of Logistics and Mobility (HOLM) beteiligt und hat nun als erste Partner-Hochschule Räume bezogen. Dort werden Forschungsprojekte der Hochschule und Lehrveranstaltungen in den Bereichen Logistik, Mobilität, Luftverkehrswirtschaft und Produktionsmanagement durchgeführt. Das HOLM in unmittelbarer Nachbarschaft des Frankfurter Flughafens ist eine neutrale Kooperationsplattform für gemeinsame Forschungs- und Weiterbildungsaktivitäten von Institutionen und Unternehmen, die in den Bereichen Logistik und Mobilität tätig sind.

Das Volumen eingeworbener Förder- und Drittmittel betrug in den Jahren 2011 bis 2013 insgesamt rund 16,2 Millionen Euro (2009-2011: rund 13,7 Millionen). Zusätzlich fließen seit 2010 jährlich rund eine Million Euro aus Haushaltsmitteln der Hochschule in die interne Forschungsförderung. In den Jahren 2011 bis 2013 wurden über 200 Forschungs-, Entwicklungs- und Transferprojekte durchgeführt. Der Erfolg der konsequenten (internen) Forschungsförderung zeigt sich im Zuwachs der eingeworbenen Fördermittel und in den verstärkten Aktivitäten unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ergänzt Kristiane Seidel-Sperfeld, Abteilung Forschung Weiterbildung Transfer (FWbT). Die Abteilung initiiert und organisiert die Forschungs-, Entwicklungs- und Transferprojekte. Sie betreut zudem federführend die Aktivitäten der Initiative Forschung für die Praxis der fünf staatlichen (Fach-)Hochschulen in Hessen.

Promovieren an der Fachhochschule Frankfurt

Ein wichtiges Anliegen ist die frühzeitige Förderung und Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Im Zuge dessen wurde die Promotionsförderung stark ausgebaut. Aktuell begleitet die Abteilung Forschung Weiterbildung Transfer rund 80 Doktoranden. Die 2012 eingerichtete hochschuleigene Koordinierungsstelle zur Promotionsförderung informiert und berät Promovierende, Interessenten und betreuende Professor(inn)en und pflegt den Kontakt zu zuständigen Einrichtungen der Partnerhochschulen. Neben diversen Service-, Qualifizierungs- und Beratungsangeboten schafft sie Foren, in denen ein intensiver (wissenschaftlicher) Austausch zwischen Studierenden der Fachhochschule, aber auch mit anderen Hochschulen stattfindet. Derzeit gibt es bezüglich kooperativer Promotionen Vereinbarungen mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main und mit Hochschulen in Großbritannien und Spanien.


Forschungsbericht 2014 als PDF-Download unter: http://www.fh-frankfurt.de/de/forschung_transfer/forschungsberichte;
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