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Dschihadismus im Nahen Osten

01.07.2014 - (idw) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Der Freiburger Soziologe Andreas Armborst analysiert die Organisation Al Qaida im Irak, die sich seit 2013 ISIS nennt Dr. Andreas Armborst vom Institut für Soziologie der Universität Freiburg untersucht in einer Aufsatzreihe die Geschichte und die Entwicklung der Al Qaida im Irak (AQI), die ein ernstzunehmender politischer und militärischer Faktor im Irak und in Syrien ist. Zudem liefert er eine Einschätzung der derzeitigen Stärke der Organisation, die sich seit April 2013 The Islamic State of Iraq and the Levent (ISIS) nennt, was bereits ihr fünfter Name ist. 2014 hat der ISIS bereits mehrere irakische Städte in seine Gewalt gebracht. Armborsts Artikel erscheinen in der Österreichischen Militärischen Zeitschrift (ÖMZ), dem Fachperiodikum des österreichischen Bundesheeres für Sicherheitspolitik, Kriegssoziologie, Wehr- und Militärwissenschaft. Der erste Teil der Reihe Dschihadismus im Irak wurde nun veröffentlicht, der zweite Teil wird in einer weiteren Ausgabe der ÖMZ erscheinen.

Armborst analysiert die Entwicklung des globalen Dschihadismus seit dem Irak-Krieg. Er beschreibt, warum mit Beginn des Irakkonflikts 2003, als die amerikanischen Truppen im Irak einmarschierten, für den globalen Dschihadismus eine neue Episode begann, die bis in den syrischen Bürgerkrieg hinein dauert. Der Konflikt lässt sich nicht allein an konfessionellen Spannungen und Machtansprüchen festmachen: Weder Sunniten noch Schiiten sind eine einheitliche politische Kraft im Irak, auch innerhalb der religiösen Lager verlaufen Konfliktlinien. Die AQI entstand 2004 und hat sich seitdem sowohl namentlich als auch strukturell und in ihrer Ausrichtung mehrmals verändert. Im zweiten Aufsatz beschreibt Armborst, wie sich die territoriale Kontrolle, die militärische Handlungsfähigkeit und die organisatorische Kapazität des heutigen ISIS entwickelt hat. Er kommt zu dem Schluss, dass der Dschihadismus im Irak zu seiner alten Stärke zurückgefunden hat.

Armborst ist in der Terrorismus- und Sicherheitsforschung tätig. Er studierte Soziologie an der Universität Trier und der University of Nebraska-Lincoln in den USA sowie Internationale Kriminologie an der Universität Hamburg. Derzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt "Besecure Best Practice Enhancers for Security of Urban Environments am Zentrum für Sicherheit und Gesellschaft der Universität Freiburg. Er promovierte 2012 mit der Dissertationsschrift Jihadi Violence. A study of al-Qaedas media, für die er von der Max-Planck-Gesellschaft mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet wurde. Ab Januar 2015 wird Armborst ein EU-Forschungsprojekt unter dem Namen Long-term developments in jihadi militant ideology and ist transnational impact in Großbritannien durchführen.

Originalpublikation:
Armborst, Andreas (2014): Dschihadismus im Irak. In: Österreichische Militärische Zeitschrift 4/2014: 418 - 425.

Pressemitteilung zur Otto-Hahn-Medaille:
http://www.pr.uni-freiburg.de/pm/personalia/armborst_andreas

Kontakt:
Dr. Andreas Armborst
Institut für Soziologie
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203- 9395
E-Mail: andreas.armborst@soziologie.uni-freiburg.de
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