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Chicagoer Professor: Darum geht's: plaudern! Hildesheim hat besondere Anziehungskraft"

02.07.2014 - (idw) Stiftung Universität Hildesheim

Um aus ihrer Forschung zu berichten, sind junge Forscher aus der Türkei, Brasilien und Nordamerika nicht nach Berlin oder Köln, sondern nach Norddeutschland gereist. Am Center for World Music der Universität Hildesheim trifft sich einmal im Jahr der musikethnologische Nachwuchs. Musikethnologen haben direkten Kontakt zur Gesellschaft, beobachten Alltag. Ihnen wird in der Feldforschung sehr bewusst, welche Rolle Musik in der Gesellschaft spielen kann. Sie zeigen in ihren Studien, wie Menschen Musik spielen, um Konflikte zu lösen oder um Kulturerbe zu erhalten, sagt Thomas Hilder von der Universität Hildesheim. Um aus ihrer Forschung zu berichten, sind junge Forscher aus der Türkei, Brasilien und Nordamerika nicht nach Berlin oder Köln, sondern nach Norddeutschland gereist. Am Center for World Music der Universität Hildesheim trifft sich einmal im Jahr der musikethnologische Nachwuchs. 90 junge Forscher hatten sich beworben, ein Viertel erhielt eine Zusage, um ihre Forschung Ende Juni vorzustellen. Was Musikethnologen machen, beschreibt Thomas Hilder, der das Zusammentreffen organisiert, so: Musikethnologen haben direkten Kontakt zur Gesellschaft, beobachten Alltag. Ihnen wird in der Feldforschung sehr bewusst, welche Rolle Musik in der Gesellschaft spielen kann. Sie zeigen in ihren Studien, wie Menschen Musik spielen, um Konflikte zu lösen oder um Kulturerbe zu erhalten.

Cassio Nobre nutzt das Zusammenkommen, um Kollegen aus anderen Orten der Welt kennen zu lernen. Der brasilianische Doktorand untersucht, welche Maßnahmen wirken, um traditionelle Instrumente zu erhalten, etwa indem sie von profesionellen Samba-Spielern wieder in Ensembles eingesetzt werden. Dave Wilson aus Los Angelese zeichnet in der mazedonischen Hauptstadt Skopje Interviews auf. Er fragt Musiker, Komponisten, DJs, das Publikum und Club-Besitzer, welche Rolle Musik in ihrem Leben spielt. Meine Beobachtungen notiere ich noch spät in der Nacht, um sicherzustellen, dass ich nichts vergesse. An der Hildesheimer Uni verbringt er einige Tage Forschungsaufenthalt, um die Arbeiten anderer Wissenschaftler zu entdecken, die in einem ähnlichen Stadium der Forschung sind, und um vom Erfahrungsreichtum und Wissen der älteren Forscher zu lernen. Einer der Gelehrten ist Philip Bohlman, Professor für Musikwissenschaft an der Universität Chicago. Er zieht nach sechs Jahren eine Zwischenbilanz: Das Spektrum der Forschungsarbeiten ist breiter geworden. Gerade für die jungen Forscher, die aus allen Ecken der Welt kommen, ist der fachliche Austausch wichtig. Das Center for World Music hat eine besondere Anziehungskraft. Statt E-Mails zu schreiben, plaudern wir, darum gehts, durch die persönlichen Gespräche entsteht ein weltweites Netzwerk von Nachwuchswissenschaftlern, sagt Bohlman.

Für Leila Qashu ist der Doktorandenworkshop im Hildesheimer Forschungszentrum eine fantastische Gelegenheit, um meine Forschung zu teilen, um kritische und konstruktive Rückmeldungen zu empfangen. Musik, um Konflikte zu lösen? Leila Qashu untersucht, wie Frauen in Äthiopien, die Gruppe der Arsi Oromo, die Kraft von Musik und Klängen nutzen, um sich gegen Unterdrückung und Missbrauch zu wehren und Konflikte friedlich zu lösen. Dabei analysiert sie in ihrer Doktorarbeit das spirituelle und musikalische Ritual Ateetee. Die Frauen leben in einer politisch männlich dominierten Gesellschaft, sie nutzen musikalische Rituale, um Wiedergutmachung zu verlangen. Wenn eine Frau missbraucht und in irgendeiner Weise entehrt wurde, versammelt sie sich mit anderen Frauen vor dem Haus des Täters, so Leila Qashu. Am Ende des Gesangsrituales erwarten sie vom Täter eine Entschuldigung. Die Musikethnologin der nordamerikanischen University of Newfoundland hat Jahre in äthiopischen Gemeinden verbracht, um die Rituale zu dokumentieren und mit den Arsi-Frauen, Teilnehmern, Gemeindemitgliedern, Regierungsbeamten für Kultur- und Frauenfragen und religiösen Führern zu sprechen.

Von traditionell bis populär, über Jazz und Klassik nicht ein bestimmtes Thema steht im Fokus, stattdessen bietet die Universität Raum, um sich über theoretische und methodische Herausforderungen auszutauschen. Dabei wird der Nachwuchs von Musikethnologen, darunter die beiden Direktoren des Center for World Music, Professor Raimund Vogels und Julio Mendívil, begleitet. Die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) und die Universität Hildesheim organisieren den Doktorandenworkshop einmal pro Jahr gemeinsam.

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905). Weitere Informationen:http://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/rolle-von-musik-in-der-gesellschaft/ - Ausführliche Pressemeldung zum Doktorandenworkshop 2014http://www.center-for-world-music.de/ - Informationen zum Center for World Music der Uni Hildesheim Anhang

Pressemitteilung als PDF / Musikethnologie / Rolle von Musik in der Gesellschaft / Doktorandenworkshop am Center for World Music CWM der Uni Hildesheim
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