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Zweiter Band des Werkverzeichnisses zum kunstgewerblichen uvre von Henry van de Velde erschienen

03.07.2014 - (idw) Klassik Stiftung Weimar

Am Montag, 7. Juli, um 18 Uhr präsentieren Thomas Föhl und Antje Neumann, Klassik Stiftung Weimar, im Nietzsche-Archiv den kürzlich erschienenen zweiten Band des Werkverzeichnisses zum kunstgewerblichen uvre von Henry van de Velde (18631957). Das vielfältige Werk des belgischen Universalkünstlers ist bisher vor allem in den Bereichen Architektur, Buch- und Metallkunst umfangreicher aufgearbeitet. Die nun vorliegende zweite Ausgabe des auf sechs Bände angelegten Werkverzeichnisses widmet sich dem textilen Werk des Künstlers und umfasst die Bereiche Mode, Fächer, Wandbehänge, Dekorationsstoffe und Teppiche. Der Band ist das bislang einzige fundierte Werk, in dem sich Experten umfassend mit van de Veldes Textilkunst befassen, und schließt eine Forschungslücke. Die Veranstaltung gibt Einblicke in die facettenreiche Textilkunst van de Veldes. Exemplarisch stellen die Referenten einige der eindrucksvollsten Arbeiten des Künstlers aus dem Bestand der Klassik Stiftung vor, darunter auch viele Neuerwerbungen.

Schon früh wandte sich der allumfassend kreative Künstler Henry van de Velde der Textilkunst zu. Er entwarf Kleider, Teppiche und erstaunlich viele Dekorationsstoffe. Erste textile Arbeiten van de Veldes stammen aus dem Jahr 1892. Aus dem Bedürfnis heraus, modern und schlicht leben zu wollen, entwarf er Kleider für seine Frau. Auch Elisabeth Förster-Nietzsche war von der Neuartigkeit der verwendeten Stoffe angetan und ließ sich ein Kleid aus sogenannter »Künstlerseide« nähen, das sie fortan gern zu öffentlichen Anlässen in Weimar trug. Der Stoff existiert in erstaunlich vielen Farbstellungen und wurde von der Krefelder Firma Deuss & Oetker ausgeführt. Neben selbst entworfenen Stoffen verwendete van de Velde auch Liberty-Stoffe oder javanische Batiken für die Kleider seiner Frau und Kinder. Diese bunt gescheckten Stoffe erregten besonders in Weimar Aufsehen und stießen bei van de Veldes Kunden auf Begeisterung. Mit dem Beginn des neuen Jahrhunderts entwarf er verstärkt für Fabrikanten in Krefeld, Berlin und Chemnitz. In Weimar etablierte er noch vor Gründung der Kunstgewerbeschule ein Atelier für Teppichknüpferei. Hier entstanden farbenprächtige und zum Teil sehr großformatige Teppiche, von denen sich einige Originale erhalten haben. 1902 gewann van de Velde den Verein für weiblichen Hausfleiß in Weimar zur Ausführung eigener Entwürfe.

Das an der Klassik Stiftung angesiedelte Forschungsprojekt zur Erarbeitung des Werkverzeichnisses der kunstgewerblichen und raumkünstlerischen Arbeiten Henry van de Veldes wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. 2009 wurde der erste Band des Werkverzeichnisses, der der Metallkunst gewidmet ist, veröffentlicht. Bis 2017 sollen außerdem »Band III Keramik«, »Band IV Möbel«, »Band V Möbel« und »Band VI Raumkunst« erscheinen.

Für den zuletzt veröffentlichten zweiten Band wurden über 1.000 textile Arbeiten Henry van de Veldes erfasst und ausgewertet. Daraus ergaben sich 225 Katalognummern mit mehr als 1.000 Abbildungen. Die erhaltenen Beispiele aller Arbeiten werden weitgehend in Neuaufnahmen abgebildet und durch Entwürfe, historische Abbildungen aus dem Nachlass van de Veldes sowie weiteren Quellen in ihrem Entstehungszusammenhang dokumentiert. Der 460 Seiten umfassende Band erscheint zweisprachig in opulenter Leinenausstattung im E. A. Seemann Verlag.

Veranstaltungsdaten
»Die Kleidung muss dem Interieur angepasst sein« Henry van de Velde und die Textilkunst
Buchpräsentation mit Dr. Thomas Föhl und Dr. Antje Neumann, Klassik Stiftung Weimar
Montag, 7. Juli 2014 | 18 Uhr
Nietzsche-Archiv
Humboldtstraße 36 | 99425 Weimar
Der Eintritt ist kostenfrei.


Bibliographische Angaben
Thomas Föhl, Antje Neumann
Henry van de Velde Raumkunst und Kunsthandwerk | Interior Design and Decorative Arts
Ein Werkverzeichnis in sechs Bänden | A catalogue raisonné in six volumes
Band II: Textilien | Volume II: Textiles
Zweisprachige Ausgabe: Deutsch und Englisch
460 Seiten | 1126 Abbildungen | Leinen im Schuber
Einführungspreis (bis 30. September 2014) 128 Euro | Ab Oktober 2014 148 Euro
E.A. Seemann Verlag Weitere Informationen:http://www.wvz-henryvandevelde.de
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