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Bachelor-Arbeit gewinnt Preis der Industrieforschung

03.07.2014 - (idw) Philipps-Universität Marburg

Marburger Physiker Stefan Sommer für Arbeit zu Kunststoffverarbeitung ausgezeichnet Der Marburger Physiker Stefan Sommer erhält den mit 2.500 Euro dotierten 3. Preis der bundesweiten Stiftung Industrieforschung für seine Bachelor-Arbeit Schichttechnologische Thermofühler für innovative Heißkanaldüsen. Die Arbeit entstand im Zusammenhang mit einem Praktikum in einem Industrie-Unternehmen. Der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Preis wird seit 1989 jährlich vergeben, meist abgestuft an bis zu drei Personen. In der Regel werden Dissertationen oder Habilitationen ausgezeichnet, in Einzelfällen Master- oder Diplom-Arbeiten.
Mit dem Verfahren können die Thermo-Elemente kompakter hergestellt werden als zuvor, erklärt Sommer. Der heute 25-Jährige verfasste die Arbeit 2011 in Zusammenhang mit einem Industriepraktikum. Wegen Patentangelegenheiten konnte die Arbeit erst 2013 für den Preis eingereicht werden. Sommer entwickelte ein neuartiges Thermo-Element (Thermofühler), das die Temperatur in Heißkanaldüsen genau an der Düsenspitze erfassen kann. Solche Düsen werden zum Beispiel bei der Herstellung von Plastikbechern benutzt, um flüssige Kunststoffschmelze in Werkzeugformen zu spritzen. Die Temperatur des Kunststoffs muss sehr genau bestimmt werden, um optimale Fließeigenschaften zu erreichen. Es ist schon sehr außergewöhnlich, dass eine Bachelor-Arbeit ausgezeichnet wird, erläutert Privatdozent Dr. Sangam Chatterjee, der Sommers Bachelor-Arbeit am Fachbereich Physik betreute. Eine solch innovative Entwicklungsleistung in einer Bachelor-Arbeit ist ungewöhnlich und sehr preiswürdig.
Die Preise wurden am Mittwoch, 2. Juli 2014, im Rahmen des Petersberger Industriedialogs in Königswinter vor 250 Wissenschaftlern und Unternehmern aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vergeben. Nach Ansicht der Jury hat Sommer für eine Bachelorarbeit eine wirklich herausragende Leistung gezeigt. Wenn die untersuchte Konzeption bis zur kommerziellen Nutzung weiterentwickelt wird, revolutioniert sie sicher nicht die gesamte Kunststoffverarbeitung beim Heißkanalspritzgießverfahren, aber für die wirtschaftliche Herstellung von Massenkleinteilen wäre es ein gravierender Optimierungsschritt, heißt es in der Begründung der Jury für die Preisvergabe.
Das Neuartige an Sommers Thermo-Element besteht darin, dass es in einem platzsparenden Druckverfahren (Dickschichttechnologie) auf das Materialrohr einer Heißkanaldüse aufgebracht wird. In der Praxis verringert sich der Gesamtumfang der Heißkanaldüse durch die maximal 50 µm dicken Thermo-Elemente. So kann auf der gleichen Produktionsfläche eine höhere Stückzahl eines Produkts hergestellt werden. Die Temperatur der Heißkanaldüse kann weiterhin mit standardisierter Regelungstechnik gesteuert werden. Für die Produktanpassung in der Praxis ist daher keine neue Elektronik notwendig.
Stefan Sommer promoviert zurzeit in der Arbeitsgruppe Experimentelle Halbleiterphysik von Prof. Dr. Martin Koch am Fachbereich Physik über die dielektrischen Eigenschaften von Polymeren im Terahertzfrequenzbereich.
Der 1. Preis der Stiftung Industrieforschung für das Jahr 2013 geht an Dr. Jörg Neumeyer von der Leibniz Universität Hannover. Den zweiten Preis erhält Dr.-Ing-habil. Verena Kräusel von der TU Chemnitz.
Über die Vergabe der Preise der Stiftung Industrieforschung entscheidet eine sechsköpfige Jury, die aus Unternehmern und Wissenschaftlern besteht. Entscheidendes Kriterium für die Preisvergabe ist die Kombination aus wissenschaftlich hohem Niveau und Übertragbarkeit der Ergebnisse in die unternehmerische Praxis produzierender Unternehmen. Die prämierten Arbeiten können aus den Bereichen Technik, Organisation oder Betriebswirtschaft stammen.

Die Stiftung Industrieforschung wurde 1974 aufgrund eines Bundesgesetzes errichtet. Seitdem verfolgt sie ihren Satzungszweck, Forschungen auf all den Gebieten zu fördern, die kleine und mittelständische gewerbliche Unternehmen besonders interessieren. Dieser Satzungszweck wird neben der Preisvergabe auch durch verschiedene Veranstaltungen und durch die Vergabe von Stipendien verfolgt Weitere Informationen:http://www.stiftung-industrieforschung.de
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