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Stolze Bilanz: 100 Ausgründungen aus der TU Chemnitz

04.07.2014 - (idw) Technische Universität Chemnitz

Ein Jobmotor in Sachsen: Gründernetzwerk SAXEED generierte seit 2006 mehr als 300 Arbeitsplätze das Ingenieurbüro Maiwald Engineering ist das jüngste Beispiel der Erfolgsgeschichte Wanderbewegungen von Lagerringen in Getrieben von Windkraftanlagen, in Elektromotoren oder in Fahrzeuggetrieben führen zu Verschleiß und Schäden. Für die Betreiber von Anlagen sind sie ein bedeutendes Risiko und verursachen häufig erhebliche Folgekosten. Dr. Andreas Maiwald, Gründer der Maiwald Engineering in Chemnitz, beschäftigte sich als Mitarbeiter der Professur Konstruktionslehre der Technischen Universität Chemnitz seit einigen Jahren mit der Problematik des Wanderns von hochbeanspruchten Wälzlagerringen. Während seiner Promotion gelang ihm ein beachtlicher Durchbruch im Kampf gegen den Verschleiß im Lagersitz, der bereits 2013 mit dem Wolfgang-Beitz-Preis der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktentwicklung ausgezeichnet wurde. Mit seiner herausragenden Forschungsarbeit legte Maiwald den Grundstein für die 100. durch das Gründernetzwerk SAXEED begleitete Gründung aus der TU Chemnitz.

Maiwald entwickelte Berechnungswerkzeuge zur Bewertung des Ringwanderns sowie zur Optimierung des Systems Wälzlager / Gehäuse bzw. Welle. Solche Berechnungswerkzeuge waren bislang für die Industrie nur im Rahmen von Forschungsprojekten verfügbar. Üblicherweise wich man auf ineffiziente Überdimensionierung oder die bewusste Kalkulation von Schäden aus, erläutert der 33-Jährige. SAXEED half mir, einen Businessplan zu erstellen und so eine Förderung für mein Gründungsvorhaben zu erhalten. Als spezialisierter Dienstleister für Simulationen werde ich nun meine Leistungen den Konstruktions- und Entwicklungsabteilungen von Unternehmen im Fahrzeug- und Maschinenbau anbieten, so Maiwald, der aktuell noch als Ein-Mann-Unternehmen agiert.

So wird für Arbeitsplätze und Wachstum in der Region gesorgt

Das Gründernetzwerk SAXEED betreute seit 2006 bis heute an der TU Chemnitz 369 Gründungsprojekte, die sich teilweise noch in der Entwicklung befinden, bilanziert Prof. Dr. Cornelia Zanger, Projektleiterin von SAXEED, und ergänzt: Die daraus bisher entstandenen 100 erfolgreichen Gründungen sind inhaltlich breit gestreut - von kleineren Unternehmungen neben dem Studium bis hin zur Venture Capital finanzierten High-Tech-Gründung. Mehr als die Hälfte der auf diesem Weg aus der TU heraus erfolgten Gründungen seien technologieorientiert, vor allem in den Bereichen Informatik und IT (24 Prozent) machen sich TU-Angehörige selbständig. Aber auch Handel und technologieorientierte Dienstleistungen sowie Beratungsleistungen sind laut Zanger mit 24 bzw. 22 Prozent der Gründungen stark vertreten. Gerade bei den Beratungsunternehmen sind nicht nur technische Beratungen wie etwa Ingenieurbüros erfasst, sondern auch zahlreiche Gründungen aus dem sozialwissenschaftlichen Bereich, so die Projektleiterin.

Die Gründungen mit dem höchsten Wachstumspotential finden sich naturgemäß eher im technologieorientierten Bereich. Hier haben einzelne Unternehmen schon über 30 Mitarbeiter. Insgesamt wurden durch die von SAXEED unterstützten Ausgründungsaktivitäten bereits mehr als 300 Arbeitsplätze geschaffen, freut sich SAXEED-Projektgeschäftsführer Dr. Marc Banaszak. Die Begleitung von technologiegetriebenen Unternehmen sei eine anspruchsvolle Aufgabe für die Gründerbetreuer im SAXEED-Team. Der Weg aus der Forschung auf den Markt ist lang und komplex. Im Erfolgsfall schaffen aber gerade solche Unternehmen anspruchsvolle Arbeitsplätze und Wachstum in der regionalen Wirtschaft, so das Fazit von Banaszak.

Gründernetzwerk SAXEED ein erhaltenswertes Wertschöpfungsmodell in Sachsen

Freude über die 100. durch SAXEED betreute Unternehmensgründung und die Erfolgsbilanz des Gründernetzwerkes seit 2006 empfindet Prof. Dr. Andreas Schubert, Prorektor für Wissens- und Technologietransfer der TU Chemnitz. Die Gründung eines eigenen Ingenieurbüros auf Grundlage der langjährigen Hochschultätigkeit von Dr. Maiwald sieht er als ideales Beispiel, wie der Wissenstransfer aus der Hochschule in die regionale Wirtschaft funktionieren kann: "Durch Ausgründungen aus der Hochschule findet das in der Forschung gewonnene Wissen seine Anwendung in der Praxis. Die aus unserer Universität herausstrebenden jungen Unternehmer nehmen dabei eine wichtige gesellschaftliche Rolle wahr, indem sie für Wachstum und Arbeitsplätze in der Region sorgen. Mehr als 300 geschaffene Arbeitsplätze seit 2006 ist eine beachtliche Zahl", so Schubert.

Daher sieht er die Verankerung der Fortführung des Gründernetzwerks SAXEED im Hochschulentwicklungsplan auch als bedeutsames Signal an, mit dem die Technische Universität Chemnitz zu ihrem gesellschaftlichen Auftrag bekennt. Besorgt ist der Prorektor allerdings angesichts der für die Projektfortführung notwendigen Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds und dem Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr: Der Freistaat fordert für die Projektfinanzierung stetig steigende Eigenbeteiligungen der Hochschulen und zieht sich so mehr und mehr aus der finanziellen Verantwortung des von Chemnitz aus geleiteten und an vier Hochschulen in Sachsen wirkenden Gründernetzwerks SAXEED zurück. Gleichzeitig haben die Hochschulen aber ohnehin starke Mitteleinschränkungen durch das Land zu tragen. Es wäre daher aus seiner Sicht mehr als nur wünschenswert, dass der Freistaat Ausbildung und Coaching von Gründern aus Hochschulen als dauerhafte Aufgabe zum Wohle Sachsens ansieht und hierfür eine projektunabhängige Förderung schafft. Laut Gründungsradar des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft gehört die TU Chemnitz zu Deutschlands besten Gründerhochschulen. Als einziger staatlicher Hochschule in Sachsen wurde unserer Universität Vorbildcharakter in der Gründungsförderung bescheinigt. Diese Position sollte der Freistaat nicht durch reduzierte Unterstützung aufs Spiel setzen, so Schubert. Denn gerade hier entstehe Wertschöpfung im wahrsten Sinne des Wortes.


Weitere Informationen erteilt Dr. Marc Banaszak, Telefon 0371 531-19907, E-Mail marc.banaszak@saxeed.net, http://www.saxeed.net Weitere Informationen:http://www.saxeed.net - Gründernetzwerk SAXEED
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